III. Reich - Originalunterschrift von Reichskriegsminister Werner von Blomberg 

um 1934. Postkarte mit eigenhändiger Unterschrift ". Blomberg Generaloberst" Datiert "Juli 34". Zustand 2.
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300,00

III. Reich - Originalunterschrift von Reichskriegsminister Werner von Blomberg 

Werner von Blomberg (1878-1946) war eine der einflussreichsten militärischen Persönlichkeiten während der frühen Jahre des Dritten Reiches. Als Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht spielte er eine zentrale Rolle bei der Wiederbewaffnung Deutschlands und der Etablierung der nationalsozialistischen Herrschaft über das Militär.

Die vorliegende Postkarte mit der eigenhändigen Unterschrift “Blomberg Generaloberst” stammt aus dem Juli 1934, einem Monat von außerordentlicher historischer Bedeutung. Blomberg wurde im Januar 1933, unmittelbar nach der Machtübernahme Hitlers, zum Reichswehrminister ernannt. Zu diesem Zeitpunkt galt er als vertrauenswürdiger Anhänger der nationalsozialistischen Bewegung, was ihm den Spitznamen “Gummi-Löwe” einbrachte - eine Anspielung auf seine Nachgiebigkeit gegenüber Hitler.

Der Juli 1934 markierte die Röhm-Affäre oder “Nacht der langen Messer” (30. Juni bis 2. Juli 1934), bei der die SA-Führung unter Ernst Röhm ausgeschaltet wurde. Blomberg unterstützte diese Aktion aktiv und sorgte dafür, dass die Reichswehr sich nicht einmischte. Diese Ereignisse festigten Hitlers Macht und eliminierten potenzielle Rivalen innerhalb der NSDAP. Als Gegenleistung für die Loyalität der Wehrmacht versprach Hitler, die SA zu entmachten und die Reichswehr als alleinigen Waffenträger der Nation zu erhalten.

Im Juli 1934 trug Blomberg noch den Rang eines Generalobersten, den er seit 1933 innehatte. Nach dem Tod von Reichspräsident Paul von Hindenburg am 2. August 1934 beförderte Hitler ihn zum Generalfeldmarschall, dem höchsten militärischen Rang. Blomberg war maßgeblich daran beteiligt, dass die Wehrmacht unmittelbar nach Hindenburgs Tod einen persönlichen Treueeid auf Adolf Hitler leistete - ein entscheidender Schritt zur Bindung der Streitkräfte an den Führer persönlich.

Autographen und Unterschriften von hochrangigen Militärs des Dritten Reiches sind heute wichtige historische Dokumente. Sie dienen Sammlern, Historikern und Museen als authentische Zeugnisse dieser Epoche. Die Bewertung solcher Objekte erfolgt nach verschiedenen Kriterien: Authentizität, Erhaltungszustand, historischer Kontext und Seltenheit. Eine Postkarte mit eigenhändiger Unterschrift aus dem Jahr 1934 ist besonders interessant, da sie aus der frühen Phase der NS-Herrschaft stammt, als das Regime seine Macht konsolidierte.

Blombergs militärische Karriere endete abrupt im Januar 1938 mit der Blomberg-Fritsch-Krise. Seine Heirat mit einer Frau mit angeblich zweifelhafter Vergangenheit wurde von Göring und Himmler instrumentalisiert, um ihn zu diskreditieren. Hitler nutzte diese Gelegenheit, um Blomberg und den Oberbefehlshaber des Heeres, Werner von Fritsch, zu entlassen und die militärische Führungsstruktur umzugestalten. Das Kriegsministerium wurde durch das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) ersetzt, mit Hitler selbst als Oberbefehlshaber.

Die Sammlung und Bewahrung solcher historischen Dokumente wirft wichtige Fragen der Erinnerungskultur auf. Während sie unschätzbare Quellen für die Geschichtsforschung darstellen, müssen sie im Kontext ihrer Zeit verstanden werden. Die Unterschrift eines hohen NS-Funktionärs dokumentiert nicht nur eine Person, sondern repräsentiert ein System, das für unermessliches Leid verantwortlich war. Seriöse Sammler und Institutionen betonen daher stets den pädagogischen und wissenschaftlichen Wert solcher Objekte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Blomberg als Zeuge bei den Nürnberger Prozessen vernommen, verstarb jedoch 1946 in amerikanischer Haft, bevor formelle Anklagen gegen ihn erhoben werden konnten. Seine Rolle bei der Ermöglichung der nationalsozialistischen Militärpolitik bleibt historisch umstritten - einerseits ein professioneller Soldat alter Schule, andererseits ein williger Erfüllungsgehilfe Hitlers.

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