III. Reich kurzes Polizei Extraseitengewehr .
Das kurze Polizei-Extraseitengewehr stellt ein bedeutendes Zeugnis der Zentralisierung und Militarisierung der deutschen Polizei während der Zeit des Nationalsozialismus dar. Diese nicht aufpflanzbare Ausführung eines Seitengewehrs verkörpert die tiefgreifenden Veränderungen, die die deutsche Polizei nach der nationalsozialistischen Machtübernahme im Jahr 1933 erfuhren.
Am 17. Juni 1936 wurde Reichsführer-SS Heinrich Himmler zum neu geschaffenen Amt des Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern ernannt, wodurch er die vollständige Kontrolle über alle Polizeibehörden innerhalb Deutschlands erhielt. Infolge dieser Ernennung und der Umstrukturierung aller separaten deutschen Landespolizeien zu einer einzigen nationalen Polizeitruppe wurden im Juli 1936 neue Vorschriften erlassen, um eine einheitliche Uniform für alle Polizeikräfte im gesamten Land zu schaffen. Eine dieser neuen Uniformvorschriften war die Einführung eines standardisierten Seitengewehrs, das auf dem früheren preußischen Landespolizei-Seitengewehr basierte.
Vor 1936 variierten die von Polizeipersonal in Deutschland verwendeten Seitengewehre je nach Dienstbezirk des Trägers. Die standardisierten Vorschriften wurden im Juni 1936 erlassen. Das neue nationale Design kopierte die Form des preußischen Polizeiseitengewehrs. Dies ermöglichte es, alte preußische Polizeiseitengewehre so zu ändern, dass sie den neuen deutschen Polizeiseitengewehr-Vorschriften entsprachen. Daher war die Mehrheit der von 1936 bis 1945 verwendeten deutschen Polizeiseitengewehre umgearbeitete preußische Polizeiseitengewehre.
Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 wurde die deutsche Polizei zunehmend zentralisiert und militarisiert. Die Ordnungspolizei unter der Führung von Kurt Daluege ab 1936 erhielt standardisierte Waffen und Ausrüstung. Das Seitengewehr war Teil der Standardausrüstung für verschiedene Polizeieinheiten, insbesondere die Schutzpolizei und die Gendarmerie. Dieses Seitengewehr wurde von deutschen Polizeioffizieren getragen, denen es nicht gestattet war, den Polizeisäbel oder das Polizeischwert zu tragen, als Teil ihrer Ausgehuniformen von 1936 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
Das vorliegende Exemplar stammt von Clemen & Jung Solingen, einem renommierten Solinger Hersteller. Die Firma Carl Eickhorn, gegründet 1865 von Carl Eickhorn, gilt als der wohl berühmteste aller Solinger Hersteller. Das Carl Eickhorn Markenzeichen im Stil von 1934-35 mit dem doppelten Oval zeigt das charakteristische Eichhörnchen, das nach links zum Betrachter schaut, über den Initialen C.E., umgeben vom ersten Oval, mit CARL EICKHORN oben und SOLINGEN unten, mit Sternen dazwischen im zweiten Oval. Die Produktionsperiode erstreckte sich ungefähr von 1933 bis 1945.
Während der Weimarer Republik bis in die frühe Zeit des Dritten Reiches hatte das Seitengewehr eine Klingenlänge von 44 cm (17 Zoll). 1936 wurde unter der Leitung des Dritten Reiches die Klingengröße auf 33 cm (13 Zoll) reduziert. Vor der Zentralisierung der deutschen Polizeikräfte im Jahr 1936 trugen viele Polizeieinheiten sehr lange Seitengewehre mit einem muschelförmigen Parierstück; diese Seitengewehre hatten Klingen von bis zu 18 Zoll Länge. Polizeioffiziere trugen eine Variante aus privatem Ankauf, die ebenfalls das muschelförmige Element beibehielt, aber insgesamt kleinere Proportionen aufwies und mit einer standardmäßigen kurzen Klinge ausgestattet war. Das Seitengewehr gab es als ungeschlitztes Ausgehmodell und als servicemodell mit T-förmigem Schlitz.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele dieser Waffen von den Alliierten beschlagnahmt oder mussten abgegeben werden. Zahlreiche Exemplare wurden zerstört, während andere als Souvenirs in private Hände gelangten. Die erhaltenen Stücke sind heute wichtige historische Dokumente, die Einblick in die Ausrüstung und Organisation der nationalsozialistischen Polizei geben. Heute sind solche Polizeiseitengewehre gesuchte Sammlerstücke, die jedoch mit angemessener historischer Sensibilität betrachtet werden müssen. Sie dokumentieren ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte, in dem die Polizei aktiv an der Unterdrückung und Verfolgung unschuldiger Menschen beteiligt war. Der Sammlerwert liegt primär im historischen und dokumentarischen Charakter dieser Objekte.