SS original Unterschrift von SS-Gruppenführer Jakob Sporrenberg, Generalleutnant der Polizei in Minsk, Belarus und Lublin

auf auf einem Vorschlag zur Verleihungs des Kriegsverdienstkreuzes II. Klase mit Schwertern für einen Oberwachtmeister der Sch.P., 1. SS-Pol.-Reiterabteilung. III, datiert 31.3.1944. Auf der Vorderseite der Vorschlag und die Unterschrift des Oberleutnant d.SchP. u. Schwadronsführer, rückseitig "Der SS-und Polizeiführer im Distrikt Lublin" mit der Befürwortung, "Sporrenberg, SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei.". Din A 4, gelocht, Zustand 2.

Jakob Sporrenberg (* 16. September 1902 in Düsseldorf; † 6. Dezember 1952 in Warschau) war ein deutscher SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei sowie Mitglied des Reichstages, der in Polen als Kriegsverbrecher hingerichtet wurde. Von 1919 bis 1921 diente er als Freiwilliger beim Grenzschutz Ost und weiteren Verbänden. Sporrenberg war 1920 Teilnehmer am Kapp-Putsch. Er trat 1921 in den Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund ein. Von dort wechselte er 1922 zur NSDAP. Wegen „Geheimbündelei“ wurde er 1923 während der Ruhrbesetzung festgenommen und 1924 durch ein französisches Kriegsgericht zu zwei Jahren Haft und 1.000 Goldmark Geldstrafe verurteilt, jedoch bereits im August 1925 wieder auf freien Fuß gesetzt. Während der Haftzeit trat er dem Schlageter-Gedächtnisbund bei. Nach dem Parteiverbot trat er Ende 1925 der NSDAP erneut bei (Mitgliedsnummer 25.585) und reaktivierte kurz zuvor seine SA-Mitgliedschaft. In Düsseldorf war er am Aufbau der Ortsgruppe der Partei beteiligt, wurde dort Stadtteilleiter und 1929/30 kommissarisch HJ-Gebietsführer. Am 1. Oktober 1930 wechselte er von der SA in die SS (Mitgliedsnummer 3.809) über, bei der er zunächst nebenamtlich und ab November 1932 hauptamtlich als SS-Führer in Düsseldorf tätig wurde. Von März 1933 bis 1945 gehörte er dem Reichstag an. Von November 1933 bis September 1936 leitete er den SS-Abschnitt XX (Kiel) und zudem die SS-Kaserne in Kiel. Zwischenzeitlich wurde er Ende Januar 1936 zum SS-Brigadeführer befördert. Danach wurde er mit der Führung des SD-Oberabschnitts Nordost (Königsberg) beauftragt und war dort ab September 1938 zudem Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD (IdS) in Königsberg. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges war Sporrenberg von Anfang Oktober 1939 bis Mitte Juni 1940 Höherer SS- und Polizeiführer (HSSPF) „Rhein“ und wurde Anfang Januar 1940 zum SS-Gruppenführer befördert. Danach war er bis Mai 1941 HSSPF „Nordost“. Von Juli bis August 1941 war Sporrenberg kurzzeitig SSPF Weißruthenien und danach zum Reichskommissar für das Reichskommissariat Ukraine Erich Koch kommandiert. Im Juli 1943 wurde er zum Generalleutnant der Polizei befördert. Als Nachfolger von Odilo Globocnik war er von August 1943 bis November 1944 SSPF im Distrikt Lublin. Dort organisierte er die Aktion Erntefest, bei der über 43.000 Juden ermordet wurden. Von 21. November 1944 bis Mai 1945 war er SSPF Südnorwegen. Am 11. Mai 1945 wurde Sporrenberg dort gefangen genommen und nach Polen ausgeliefert. Ein polnisches Gericht verurteilte ihn 1950 aufgrund der Planungen und Beteiligung an der Aktion Erntefest zum Tode. Am 6. Dezember 1952 wurde er in Warschau durch den Strang hingerichtet.
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SS original Unterschrift von SS-Gruppenführer Jakob Sporrenberg, Generalleutnant der Polizei in Minsk, Belarus und Lublin

Dieses Dokument stellt ein bedeutendes historisches Zeugnis der nationalsozialistischen Verwaltungs- und Auszeichnungspraxis während des Zweiten Weltkriegs dar. Es handelt sich um einen Vorschlag zur Verleihung des Kriegsverdienstkreuzes II. Klasse mit Schwertern, datiert auf den 31. März 1944, der die Unterschrift von SS-Gruppenführer Jakob Sporrenberg trägt, der zu diesem Zeitpunkt als SS- und Polizeiführer im Distrikt Lublin diente.

Das Kriegsverdienstkreuz wurde am 18. Oktober 1939 durch Adolf Hitler gestiftet und war eine der wichtigsten Auszeichnungen im nationalsozialistischen Deutschland für Verdienste im Kriegseinsatz. Es wurde in zwei Klassen verliehen, wobei die II. Klasse die niedrigere Stufe darstellte. Die Variante mit Schwertern war für militärische Verdienste vorgesehen, während die Version ohne Schwerter für zivile Kriegsverdienste verliehen wurde. Das Kriegsverdienstkreuz II. Klasse wurde als Medaille an einem Band getragen und konnte an Militärangehörige und Zivilisten gleichermaßen verliehen werden.

Der Verleihungsprozess folgte einem streng geregelten hierarchischen Verfahren. Zunächst musste ein direkter Vorgesetzter einen formellen Vorschlag einreichen, der die spezifischen Verdienste des Kandidaten detailliert darlegte. In diesem Fall wurde der Vorschlag von einem Oberleutnant der Schutzpolizei und Schwadronführer für einen Oberwachtmeister der Schutzpolizei aus der 1. SS-Polizei-Reiterabteilung III eingereicht. Solche Dokumente mussten durch die Befehlskette nach oben weitergeleitet werden, wobei jede höhere Instanz ihre Befürwortung oder Ablehnung hinzufügen konnte.

Jakob Sporrenberg (1902-1952) war eine zentrale Figur in der SS- und Polizeiführung des nationalsozialistischen Regimes. Seine Karriere begann in der Frühphase der NSDAP, der er bereits 1922 beitrat. Nach verschiedenen Führungspositionen in der SS wurde er 1940 zum SS-Gruppenführer befördert und diente in mehreren hochrangigen Positionen als Höherer SS- und Polizeiführer. Im August 1943 übernahm er als Nachfolger von Odilo Globocnik die Position des SS- und Polizeiführers im Distrikt Lublin im besetzten Polen.

Der Distrikt Lublin war während der deutschen Besatzung Schauplatz einiger der schwersten Verbrechen des Holocaust. Die Region beherbergte mehrere Vernichtungslager, darunter Majdanek, Belzec, Sobibor und Treblinka. Als SS- und Polizeiführer war Sporrenberg für die Koordination aller SS- und Polizeikräfte in diesem Gebiet verantwortlich, einschließlich der Durchführung von Deportationen und Massenexekutionen.

Im November 1943 organisierte Sporrenberg die Aktion Erntefest, eine der größten Einzelmassaker des Holocaust, bei der binnen weniger Tage über 43.000 jüdische Gefangene in den Lagern Majdanek, Trawniki und Poniatowa ermordet wurden. Diese Aktion war Teil der systematischen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung im Generalgouvernement nach dem Aufstand im Warschauer Ghetto.

Die SS-Polizei-Reiterabteilungen waren berittene Einheiten, die ursprünglich für Aufgaben der Grenzsicherung und Partisanenbekämpfung eingesetzt wurden. Im besetzten Osten spielten diese Einheiten eine wichtige Rolle bei sogenannten “Befriedungsaktionen”, die häufig Massaker an der Zivilbevölkerung einschlossen. Die Verleihung von Auszeichnungen an Angehörige solcher Einheiten dokumentiert die Integration regulärer militärischer Anerkennungssysteme in die verbrecherische Besatzungspolitik.

Das vorliegende Dokument im DIN-A4-Format zeigt die typischen Merkmale offizieller nationalsozialistischer Verwaltungsdokumente: formalisierte Struktur, Dienstsiegel, Unterschriften und hierarchische Befürwortungen. Die Lochung deutet darauf hin, dass es in einem Aktenordner aufbewahrt wurde, was die bürokratische Sorgfalt widerspiegelt, mit der selbst im Kontext schwerster Verbrechen administrative Routinen aufrechterhalten wurden.

Nach Kriegsende wurde Sporrenberg am 11. Mai 1945 in Norwegen gefangen genommen, wo er zuletzt als SS- und Polizeiführer Südnorwegen gedient hatte. Er wurde nach Polen ausgeliefert und 1950 in einem Prozess in Warschau aufgrund seiner Verantwortung für die Aktion Erntefest zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 6. Dezember 1952 durch Erhängen vollstreckt.

Solche Dokumente besitzen heute einen bedeutenden historischen Wert als Primärquellen für die Erforschung der nationalsozialistischen Herrschaft, der Besatzungspolitik und der Mechanismen des Holocaust. Sie dokumentieren nicht nur die bürokratischen Abläufe des Regimes, sondern auch die individuelle Verantwortung konkreter Personen für die begangenen Verbrechen. Die Erhaltung und wissenschaftliche Untersuchung solcher Materialien ist essentiell für die historische Aufarbeitung und das Gedenken an die Opfer.