Wehrmacht Heer Ärmelabzeichen für Fahnenträger Nachrichtentruppe

Bevo-gewebte Ausführung auf dunkelgrün. Ungetragen, Zustand 2+.
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650,00

Wehrmacht Heer Ärmelabzeichen für Fahnenträger Nachrichtentruppe

Das Ärmelabzeichen für Fahnenträger der Nachrichtentruppe der Wehrmacht stellt ein faszinierendes Beispiel für das komplexe System militärischer Rangabzeichen und Funktionskennzeichnungen dar, das während des Zweiten Weltkriegs im deutschen Heer verwendet wurde.

Die Nachrichtentruppe spielte eine zentrale Rolle in der militärischen Organisation der Wehrmacht. Sie war verantwortlich für die gesamte Kommunikationsinfrastruktur, einschließlich Telefon-, Funk- und Fernschreibverbindungen. Die Waffenfarbe der Nachrichtentruppe war Zitronengelb, später auch als Goldgelb bezeichnet, die auf Kragenspiegeln, Schulterstücken und anderen Abzeichen zu finden war.

Das vorliegende Abzeichen in Bevo-gewebter Ausführung repräsentiert eine spezielle Herstellungstechnik, die nach der Barmer Ersatz-Vorwerk GmbH benannt wurde. Diese Webmaschinen ermöglichten die Produktion komplexer, mehrfarbiger Abzeichen in hoher Qualität. Die Bevo-Technik wurde ab den 1930er Jahren zunehmend für militärische Abzeichen verwendet und löste teilweise die aufwendigere Handstickerei ab.

Der Fahnenträger hatte eine besondere Funktion innerhalb der militärischen Hierarchie. Er war verantwortlich für das Tragen der Truppenfahne bei offiziellen Anlässen, Paraden und Zeremonien. Diese Position war nicht nur eine Ehre, sondern auch eine Vertrauensstellung, die sorgfältig ausgewählt wurde. Der Fahnenträger musste bestimmte Kriterien erfüllen, darunter tadelloses Verhalten, militärische Zuverlässigkeit und oft auch eine bestimmte Dienstzeit.

Das Ärmelabzeichen wurde gemäß der Heeresdienstvorschrift (H.Dv.) am linken Oberarm getragen. Die Regelungen für das Tragen von Ärmelabzeichen wurden in verschiedenen Ausführungsbestimmungen präzisiert, insbesondere in der Anzugsordnung für das Heer von 1935 und deren späteren Ergänzungen.

Der dunkelgrüne Untergrund dieses Abzeichens entspricht der Grundfarbe der Felduniform der Wehrmacht, die ab 1935 die frühere feldgraue Uniform ablöste. Das sogenannte Feldgrau hatte tatsächlich einen deutlichen Grünstich und wurde auch als “Graugrün” oder “Steingrau” bezeichnet.

Die Herstellung solcher Abzeichen erfolgte durch spezialisierte Firmen, die von der Wehrmacht lizenziert waren. Die Qualitätskontrolle war streng, und die Abzeichen mussten bestimmten Standards entsprechen. Die Bevo-Webtechnik ermöglichte eine gleichbleibende Qualität bei der Massenproduktion, was besonders während des Krieges wichtig war.

Der angegebene Zustand 2+ in der militaria-sammlerischen Bewertungsskala deutet auf ein sehr gut erhaltenes, ungetragenes Stück hin. Dies ist besonders bemerkenswert, da viele dieser Abzeichen während des Krieges produziert und verwendet wurden, wodurch ungetragene Exemplare heute selten sind.

Im Kontext der Militärgeschichte dokumentieren solche Abzeichen die ausgefeilte Organisation und Hierarchie der Wehrmacht. Das System der Ärmelabzeichen ermöglichte die schnelle visuelle Identifikation von Funktionsträgern und trug zur militärischen Ordnung bei. Gleichzeitig dienten sie der Hebung des Korpsgeistes und der Motivation der Soldaten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden alle Symbole und Abzeichen der Wehrmacht durch die Alliierten verboten. Das Sammeln solcher historischer Militaria ist heute in Deutschland legal, solange keine verfassungsfeindlichen Symbole wie Hakenkreuze sichtbar sind. Solche Objekte dienen heute primär der historischen Forschung und Dokumentation.

Für Sammler und Historiker bieten diese Abzeichen wichtige Einblicke in die materielle Kultur des deutschen Militärs während des Zweiten Weltkriegs. Sie dokumentieren nicht nur die technischen Fertigkeiten der damaligen Textilindustrie, sondern auch die organisatorische Komplexität der Wehrmacht.