Württemberg Tschapka für Offiziere im Ulanen-Regiment König Karl (1. Württembergisches) Nr. 19

Standort Ulm, um 1910. Elegante Tschapka aus schwarzem Lackleder, komplett mit allen Beschlägen. Silbernes Wappenschild, goldene Schuppenketten an Durchsteckrosetten, rechts mit Reichskokarde. Rote Paraderabatte, württembergisches Feldzeichen und Paradebusch aus Büffelhaar, mit der Paradefangschnur. Innen mit hellbraunem Schweißleder und hellbeigen Seidenfutter. In der Glocke Etikett "Oekonomie Kunstinstitut für galvanische Erneuerung ... Berlin ..". Größe 55. Schön erhalten. Zustand 2.
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7.500,00

Württemberg Tschapka für Offiziere im Ulanen-Regiment König Karl (1. Württembergisches) Nr. 19

Die Tschapka des Ulanen-Regiments König Karl (1. Württembergisches) Nr. 19 verkörpert die militärische Tradition eines der ältesten Kavallerieverbände der deutschen Armee. Diese charakteristische Kopfbedeckung polnischen Ursprungs wurde besonders von Ulanen getragen und entwickelte sich aus dem Tschako, wobei sie sich durch ihre markante quadratische Oberfläche anstelle eines Spitzes auszeichnete.

Das Regiment selbst wurde am 25. August 1683 als Schwäbisches Kreisregiment zu Pferd von Höhnstett mit sechs Kompanien aufgestellt. Den Kern bildete Herzog Eberhard III's Leibwache zu Pferd, die aus 75 Mann bestand und die der Herzog nach der Truppenreduzierung im Anschluss an den Frieden von Nimwegen 1679 beibehalten hatte. Nach einer jahrhundertelangen Geschichte erhielt das Regiment am 2. Oktober 1871 die Bezeichnung 1. Ulanen-Regiment König Karl, bevor es am 18. Dezember 1871 in 1. Württembergisches Ulanen-Regiment (König Karl) Nr. 19 umbenannt wurde. Die endgültige Umbenennung in Ulanen-Regiment König Karl (1. Württembergisches) Nr. 19 erfolgte am 14. Dezember 1874.

Das Regiment war das älteste Ulanen-Regiment der gesamten deutschen Armee. Von 10. Juni 1888 bis 11. April 1912 war Ihre Kaiserliche Hoheit Herzogin Wera von Württemberg, Großfürstin von Russland (Herzogin Eugen), der 2. Regimentschef. Von 1914 bis 1918 übernahm Generaloberst Philipp Alexander Maria Ernst Herzog von Württemberg diese Funktion.

Die württembergische Offiziers-Tschapka bestand aus einem Körper aus gepresstem geschwärztem Leder. Die deutsche und österreichisch-ungarische Version verfügte nur über einen vorderen Schirm und endete etwa auf halber Höhe des Hinterkopfes ohne hinteren Schirm. Die quadratische Oberseite, der Tschapkahals, war mittig montiert, wobei eine Ecke nach vorne zeigte. An der linken vorderen Eckkante war die Reichskokarde befestigt, daneben befand sich eine Hülse zum Einstecken des Haarbuschens. An der rechten vorderen Eckkante befand sich ein Haken zum Befestigen der Fangschnur. Bei Paraden wurde in Deutschland eine Paraderabatte in der Regimentsabzeichenfarbe am Tschapkahals angebracht.

Die Abzeichenfarbe des Regiments war Ponceaurot. Offiziers-Tschapkas der württembergischen Ulanen zeichneten sich durch silberne Beschläge aus. Das Regiment wurde in Ulm-Wiblingen stationiert, wo es dem XIII. Armeekorps angegliedert war, das hauptsächlich aus württembergischen Regimentern bestand. Auf dem Kragen und den Aufschlägen der Ulanka trugen die Angehörigen des Regiments weiße leinene Litzen, wie die preußischen Garde-Ulanen-Regimenter. Neben den drei preußischen Garde-Ulanen-Regimentern war dies das einzige andere Ulanen-Regiment, dem das Tragen von Litzen gestattet war.

Im Jahr 1914 trugen alle Ulanen-Regimenter des Kaiserlich Deutschen Heeres, Österreich-Ungarns, Großbritanniens, Belgiens und Russlands bei großen Paraden noch Tschapkas. Sie variierten in Details, hatten aber alle die charakteristische vierseitige Oberseite, die an die akademische Kopfbedeckung erinnert. Federbüsche waren bei Paraden üblich. Die Kaiserlich Deutsche Armee umfasste 1914 sechsundzwanzig Ulanen-Regimenter: drei Garde-, sechzehn preußische, zwei württembergische, drei sächsische und zwei bayerische. Alle deutschen Ulanen-Regimenter trugen Tschapkas polnischen Stils und Röcke mit Plastronfront, sowohl in farbigen Paradeuniformen als auch in der 1910 eingeführten feldgrauen Dienstkleidung.

Deutsche Ulanen trugen ihre Tschapkas im aktiven Dienst während der ersten Kriegswochen, meist mit matten oder wasserdichten Überzügen. Nach der Einführung des Stahlhelms im Jahr 1916 wurde die Tschapka jedoch nicht mehr für die Felduniform getragen. Felddienstversionen existierten: In Österreich-Ungarn gab es die sogenannte Kommode-Tschapka, eine leichtere Version ohne Emblem, mit Wachstuch überzogen, die von Offizieren im Felddienst getragen werden konnte. Im Deutschen Reich wurden Mannschafts-Tschapkas nach Kriegsausbruch aus lackiertem Blech oder Filz gefertigt, mit abnehmbarer Spitze und Nackenteil.

Am 30. September 1919 wurde das Regiment aufgelöst. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Ende der Monarchie 1918 verloren solche Uniformstücke ihre militärische Funktion. Die Ulanen wurden in der Reichswehr nicht fortgeführt, und die prächtigen Paradeuniformen des Kaiserreichs wurden zu historischen Reliquien.

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