Elastolin - Heer Fahnenträger marschierend mit Landesfahne ( schwarz-weiß = Preussen )

6,5 cm, Massefahne nicht abnehmbar, Zustand 2-.
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30,00

Elastolin - Heer Fahnenträger marschierend mit Landesfahne ( schwarz-weiß = Preussen )

Die hier vorliegende Elastolin-Figur eines marschierenden Fahnenträgers des deutschen Heeres mit der schwarz-weißen preußischen Landesfahne repräsentiert ein faszinierendes Stück deutscher Spielzeug- und Militärgeschichte aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Diese 6,5 cm große Figur aus Masse (einem Verbundwerkstoff) mit nicht abnehmbarer Fahne ist ein typisches Produkt der Firma Hausser, die unter dem Markennamen Elastolin weltweit bekannt wurde.

Die Firma Elastolin und ihre Geschichte

Die Firma O. & M. Hausser wurde 1904 in Ludwigsburg gegründet und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten deutschen Hersteller von Spielzeugfiguren. Der Name “Elastolin” bezieht sich auf das patentierte Material, eine Masse aus Kasein, Leim, Kreide und anderen Füllstoffen, die um einen Metallkern geformt wurde. Dieses Material war leichter und bruchfester als Bleifiguren und ermöglichte detailliertere Modellierungen. Ab den 1920er Jahren produzierte Hausser massenhaft Militärfiguren in verschiedenen Maßstäben, wobei die 7-cm-Serie (tatsächlich meist zwischen 6,5 und 7 cm) zum Standard wurde.

Die preußische Landesfahne

Die schwarz-weiße Fahne auf dieser Figur repräsentiert die historischen Farben Preußens, die seit dem 18. Jahrhundert mit dem Königreich Preußen verbunden waren. Diese Farben leiteten sich vom schwarzen preußischen Adler auf weißem Grund ab. Nach der Reichsgründung 1871 blieb Preußen der dominierende Bundesstaat im Deutschen Kaiserreich, und seine Farben behielten große symbolische Bedeutung. Auch während der Weimarer Republik (1918-1933) existierte der Freistaat Preußen mit seinen traditionellen Farben weiter, bis er 1932/33 faktisch aufgelöst wurde.

Der Fahnenträger im militärischen Kontext

Der Fahnenträger (auch Fähnrich oder Fahnenträger genannt) hatte in der deutschen Militärtradition eine besondere Bedeutung. Die Fahne war nicht nur ein praktisches Erkennungs- und Sammlungszeichen im Gefecht, sondern vor allem ein Symbol der Ehre und Tradition einer militärischen Einheit. Der Verlust einer Fahne galt als größte Schande. Fahnenträger wurden daher meist aus besonders zuverlässigen und mutigen Soldaten ausgewählt. In der Regel wurden sie von einer Fahnenwache begleitet, die die Fahne um jeden Preis schützen sollte.

Militärische Darstellung und Uniformierung

Elastolin-Figuren aus der Zeit zwischen den Weltkriegen und während des Zweiten Weltkriegs zeigten deutsche Soldaten in zeitgenössischer Uniformierung. Marschierende Figuren wie diese waren besonders populär, da sie Paraden und militärische Aufmärsche nachbildeten, die im öffentlichen Leben des Deutschen Reiches eine wichtige Rolle spielten. Die Figuren wurden mit großer Detailtreue modelliert und handbemalt, wobei verschiedene Waffengattungen und Ränge dargestellt wurden.

Produktionszeitraum und historischer Kontext

Figuren dieser Art wurden hauptsächlich zwischen 1920 und 1945 produziert. In den 1930er Jahren erlebte die Produktion von Militärspielzeug in Deutschland einen enormen Aufschwung, gefördert durch die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft unter dem NS-Regime. Elastolin-Figuren waren nicht nur Kinderspielzeug, sondern wurden auch von erwachsenen Sammlern geschätzt und für die Darstellung militärischer Szenarien verwendet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Produktion zunehmend eingeschränkt, da Rohstoffe und Arbeitskräfte für die Rüstungsproduktion benötigt wurden.

Sammler- und kulturhistorischer Wert

Heute sind Elastolin-Figuren begehrte Sammlerobjekte, die wichtige Dokumente der deutschen Sozial- und Kulturgeschichte darstellen. Sie spiegeln die Militärkultur ihrer Entstehungszeit wider und zeigen, wie militärische Werte durch Spielzeug an junge Generationen vermittelt wurden. Der Zustand “2-” dieser Figur deutet auf eine sehr gut erhaltene, nahezu originalgetreue Bemalung und minimale Gebrauchsspuren hin, was sie besonders wertvoll macht. Die nicht abnehmbare Massefahne ist ein charakteristisches Merkmal früher Produktionsserien, während spätere Modelle oft Metallfahnen oder abnehmbare Fahnen hatten.

Diese Figur steht somit exemplarisch für ein wichtiges Kapitel deutscher Spielzeuggeschichte und militärischer Erinnerungskultur, die heute kritisch im Kontext ihrer Zeit betrachtet und als historisches Zeugnis bewahrt wird.