Faschistisches Italien Geschenkdolch der PAI Polizia dell`Africa Italiana an den deutschen Generalleutnant Enno von Rintelen, 1941

Es handelt sich hierbei um den Ehrendolch der PAI in der Ausführung für Generale, die Griffschalen aus Elfenbein, mit eingelegtem vergoldetem Medaillon mit dem italienischen Adler. Die breite Klinge in feiner Damastausführung. Länge 30,5 cm. Komplett im hölzernen Präsentationskasten, innen mit blauem Samtbett für den Dolch. Auf dem Deckel mit handgeschnitztem deutschen Polizeiadler sowie dem italienischen Hoheitsadler der PAI, in der Mitte eingelegt eine silberne Platte mit Widmungsgravur "Generalleutnant Enno von Rintelen gewidmet von den offizieren des zweiten ausbildungslehrgangs der kolonialpolizei Rom, 12 januar 1941" (der Text wurde offensichtlich von einem italienischen Graveur angefertigt, daher die "Kleinschreibung" der Hauptwörter aus der italienischen Schreibweise). Der Schlüssel für das Schloss fehlt des Kastens fehlt, der Kasten seitlich etwas wurmstichig (der Kasten wurde gegen Holzwurm behandelt.). Maße des Kastens 12 x 40 cm, Höhe 7,5 cm. Zustand 2.

Enno Emil von Rintelen (* 6. November 1891 in Stettin; † 7. August 1971 in Heidelberg) war ein deutscher Offizier, zuletzt General der Infanterie während des Zweiten Weltkriegs. Er entstammte einem alten Herforder Ratsgeschlecht und war der Sohn des preußischen Generalleutnants Wilhelm Rintelen, der im Jahr 1913 in den preußischen Adelsstand erhoben wurde Rintelen trat in die Preußische Armee ein und wurde am 18. September 1910 Fahnenjunker sowie und am 27. Januar 1912 zum Leutnant befördert. Im Ersten Weltkrieg diente er in verschiedenen Truppenverbänden an der Front, zuletzt seit 18. Oktober 1918 als Hauptmann. Er erhielt u.a. das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse. Nach dem Krieg in die Reichswehr übernommen. Am 1. Dezember 1933 wurde er zum Oberstleutnant und Bataillonskommandeur befördert, und ab 1. Oktober 1935 war er als Oberst an die Wehrmachtakademie versetzt. Ab 1. Oktober 1936 war Rintelen als Militärattaché in Rom eingesetzt. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde er am 20. April 1940 zusätzlich im Rang eines Generalmajors (Beförderung am 1. Juni 1939) zum Bevollmächtigten Deutschen General beim Hauptquartier der italienischen Wehrmacht ernannt. Am 1. Juni 1941 wurde er zum Generalleutnant und am 1. Juli 1942 bereits zum General der Infanterie ernannt. Rintelen wurde zum 1. September 1943 in die Führerreserve versetzt. Am 31. Dezember 1944 wurde Rintelen unter Verleihung des Deutschen Kreuzes in Silber in den Ruhestand verabschiedet.

Die Polizia dell’Africa Italiana (PAI) („Polizei Italienisch-Afrikas“) war eine von 1936 bis 1945 bestehende italienische Kolonialpolizei. Sie unterstand dem Kolonialministerium in Rom und den nachgeordneten Kolonialregierungen in Italienisch-Ostafrika und Italienisch-Libyen. Der Aufbau erfolgte ab Anfang 1937.  Die Ausbildung erfolgte an einer zentralen Kolonialpolizeischule in Tivoli bei Rom. An der Schule in Tivoli wurden ab 1939 auch Lehrgänge für deutsche Angehörige der Polizei und der SS abgehalten.Ca. 400 deutsche Offiziere und Mannschaften haben in dem Zeitraum von 1940 bis 1942 an diesen Lehrgängen teilgenommen, die deutschen Lehrgangsteilnehmer erhielten zum Abschluss den Dolch der PAI in einer besonderen Form mit Widmung des kommandierenden Generals "Maraffa".
415992

Faschistisches Italien Geschenkdolch der PAI Polizia dell`Africa Italiana an den deutschen Generalleutnant Enno von Rintelen, 1941

Dieser prachtvolle Ehrendolch der Polizia dell'Africa Italiana (PAI) in der Ausführung für Generale stellt ein außergewöhnliches Zeugnis der militärischen Zusammenarbeit zwischen dem faschistischen Italien und dem nationalsozialistischen Deutschland dar. Am 12. Januar 1941 überreichten die Offiziere des zweiten Ausbildungslehrgangs der Kolonialpolizei in Rom diesen Dolch an Generalleutnant Enno von Rintelen, der zu diesem Zeitpunkt eine Schlüsselrolle als deutscher Verbindungsoffizier beim italienischen Militär innehatte.

Die PAI wurde im Dezember 1936 als Corpo di Polizia Coloniale gegründet, nachdem Italien Äthiopien erobert und das Imperium Italienisch-Ostafrika geschaffen hatte. Im Mai 1939 erfolgte die Umbenennung in Polizia dell'Africa Italiana. Diese Kolonialpolizei diente in Italienisch-Nordafrika (Libyen) sowie in Italienisch-Ostafrika (Eritrea, Äthiopien und Somalia) und unterstand dem Kolonialministerium in Rom. Die Organisation umfasste 6.344 Mann, darunter 87 Offiziere, 368 Unteroffiziere, 1.475 italienische Mannschaften, 4.064 eritreische Askari und 350 somalische Angehörige. Trotz ihrer zivilen Verwaltungsstruktur war die PAI militärisch organisiert und erfüllte Aufgaben der öffentlichen Sicherheit, Gerichtspolizei, Verwaltungspolizei sowie Kampfeinsätze.

Gegründet und befehligt wurde die PAI von General Riccardo Maraffa (1890-1943), der die Truppe von 1936 bis 1943 führte. Maraffa genoss hohes Ansehen für die Ausbildungsstandards seiner Kolonialpolizei. Die zentrale Polizeischule befand sich in Tivoli bei Rom, wo ab 1939 auch Lehrgänge für deutsche Angehörige der Polizei und der SS abgehalten wurden. Diese Kooperation entstand nach positiven Berichten deutscher Konsularbehörden aus Italienisch-Ostafrika über die Qualität der PAI-Ausbildung. General Ritter Von Epp von der Deutschen Polizei besuchte 1939 die Schule in Tivoli und beantragte daraufhin Ausbildungskurse für 180 deutsche Polizisten. Im Zeitraum von 1940 bis 1942 nahmen etwa 400 deutsche Offiziere und Mannschaften an diesen Lehrgängen teil.

Enno Emil von Rintelen (1891-1971) entstammte einem alten Herforder Ratsgeschlecht. Sein Vater, der preußische Generalleutnant Wilhelm Rintelen, wurde 1913 in den preußischen Adelsstand erhoben. Enno von Rintelen diente im Ersten Weltkrieg und erhielt das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse. Ab 1. Oktober 1936 war er als Militärattaché in Rom eingesetzt. Diese Position machte ihn zum idealen Vermittler zwischen den Achsenmächten. Am 20. April 1940 wurde er im Rang eines Generalmajors zusätzlich zum Bevollmächtigten Deutschen General beim Hauptquartier der italienischen Wehrmacht ernannt. Die Überreichung dieses prächtigen Dolches erfolgte am 12. Januar 1941, fünf Monate bevor Rintelen am 1. Juni 1941 zum Generalleutnant befördert wurde. Am 1. Juli 1942 folgte bereits die Beförderung zum General der Infanterie. Nach dem italienischen Waffenstillstand mit den Alliierten wurde Rintelen am 1. September 1943 in die Führerreserve versetzt und am 31. Dezember 1944 unter Verleihung des Deutschen Kreuzes in Silber in den Ruhestand verabschiedet.

Der Dolch selbst zeigt die außergewöhnliche Wertschätzung, die diesem hochrangigen deutschen Offizier entgegengebracht wurde. Mit einer Klingenlänge von 30,5 cm ist er aus feinstem Damaststahl gefertigt. Die Griffschalen bestehen aus Elfenbein und tragen ein eingelegtes vergoldetes Medaillon mit dem italienischen Adler, dem Hoheitszeichen der PAI. Der hölzerne Präsentationskasten (12 x 40 cm, Höhe 7,5 cm) ist innen mit blauem Samt ausgekleidet. Auf dem Deckel befinden sich ein handgeschnitzter deutscher Polizeiadler sowie der italienische Hoheitsadler der PAI. In der Mitte ist eine silberne Platte mit der Widmungsgravur eingelassen, deren Kleinschreibung der Hauptwörter die Handschrift eines italienischen Graveurs verrät, der italienische Schreibkonventionen anwendete.

Das Schicksal der PAI und ihrer Protagonisten verlief tragisch. Nach dem Waffenstillstand vom 8. September 1943 beteiligte sich die PAI unter General Maraffa an der Verteidigung Roms gegen die deutsche Besatzung. Maraffa wurde am 23. September 1943 von den Nationalsozialisten gefangen genommen und starb am 11. Dezember 1943 im Konzentrationslager Dachau. Von Rintelen arbeitete nach dem Krieg 1946-1947 für die Historische Abteilung der US-Armee und veröffentlichte 1951 seine Memoiren “Mussolini als Bundesgenosse”. Er verstarb am 7. August 1971 in Heidelberg. Dieser Ehrendolch dokumentiert somit eine kurze Periode militärischer Zusammenarbeit, die in Tragödie und Zusammenbruch endete.

r