Kriegsmarine Schiffchen für Mannschaften 

Kammerstück, um 1941. Dunkelblaues Tuch, komplett mit Bevo-gewebtem Schiffchenadler und Kokarde. Auf der linken Seite ein aufgenähtes handgefertigtes Herz, als Talisman/Glücksbringer. Innen schwarzes Tuchfutter, Größe ca. 57. Deutlich getragen, Zustand 2.


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700,00

Kriegsmarine Schiffchen für Mannschaften 

Das Kriegsmarine Schiffchen für Mannschaften repräsentiert ein grundlegendes Element der deutschen Marineuniform während des Zweiten Weltkriegs. Diese Kopfbedeckung, auch als Feldmütze in den meisten Organisationen bezeichnet, erhielt ihren Spitznamen Schiffchen – wörtlich “kleines Schiff” – aufgrund ihrer charakteristischen Form, die einem umgedrehten Ruderboot ähnelte. Das vorliegende Exemplar stammt aus der Zeit um 1941 und dokumentiert die Standardausrüstung der deutschen Kriegsmarine während der Hochphase der maritimen Operationen des Zweiten Weltkriegs.

Die Kriegsmarine wurde offiziell am 1. Juni 1935 gegründet und stellte den Seekriegsführungszweig der Wehrmacht dar. Sie ersetzte die Reichsmarine der Weimarer Republik (1919-1935), die ihrerseits der Kaiserlichen Marine des Deutschen Kaiserreichs (1871-1918) nachgefolgt war. Als einer von drei offiziellen Zweigen neben Heer und Luftwaffe bildete die Kriegsmarine einen integralen Bestandteil der deutschen Streitkräfte von 1935 bis zur Niederlage Deutschlands 1945. Die Uniformen und Abzeichen der Kriegsmarine umfassten die standardisierte Kleidung, Kopfbedeckungen und rangunterscheidenden Merkmale, die für das Personal der deutschen Marine von ihrer Umbenennung 1935 bis zum Ende des Krieges vorgeschrieben waren. Diese Elemente orientierten sich an den Konventionen der Kaiserlichen Marine und der Reichsmarine der Weimarer Zeit.

Das Schiffchen diente als Bordmütze der Kriegsmarine für Mannschaften und Unteroffiziere. Diese Seitenmütze war die Standard-Kopfbedeckung für Mannschaftsdienstgrade der Wehrmacht während des Landdiensts. In der Kriegsmarine wurde sie zum Arbeitsanzug und bestimmten Landdienstuniformen getragen. Einfache Matrosen, die keine Rangabzeichen trugen, wurden mit dem allgemeinen Begriff Matrose bezeichnet. Die Dienstuniform für einen einfachen Matrosen bestand aus einer Jacke, einer Hose, einem weißen und einem blauen Hemd, passenden Kragen mit drei Streifen, einem Seidentuch, grauen Handschuhen und einer Mütze mit zwei Bändern. Die Mannschaftsmütze war mit dem Schriftzug “Kriegsmarine” verziert. Marineblaue Schiffchen waren Standard für Schiffs- und Landdienst. Varianten existierten in Feldgrau für Kriegsmarinepersonal, das dauerhaft an Landstationen einschließlich Küstenartillerie stationiert war, sowie in tropischem Khaki für den Dienst in heißen Klimazonen.

Das vorliegende Exemplar ist aus marineblauem Feldtuch gefertigt und verfügt über ein gewebtes Hoheitsabzeichen und eine Kokarde. Der Innenraum ist mit schwarzem Futterstoff ausgekleidet. Sowohl der Adler als auch die Kokarde sind im Bevo-Stil maschinengewebt. Die BEVO-Webtechnik bezieht sich auf ein spezielles Herstellungsverfahren, benannt nach der Bandfabrik Ewald Vorsteher aus Wuppertal. Dieses Unternehmen war einer der Hauptlieferanten von gewebten Abzeichen für die Wehrmacht. Die BEVO-Technik ermöglichte die mechanische Produktion hochdetaillierter Abzeichen in großen Stückzahlen. Der Begriff Kammerstück in der Objektbeschreibung bezieht sich auf einen persönlich ausgegebenen oder kasernenausgegebenen Gegenstand im Gegensatz zu privat erworbenen Stücken.

Mehrere Hersteller produzierten zwischen 1935 und 1945 Schiffchen-Mützen für die Kriegsmarine, darunter dokumentierte Hersteller wie Heinrich Balka Mützenfabrik (1943), W. Schafstaedt sowie französische Hersteller wie Chapelière Parisienne in besetzten Gebieten. Die Größe dieses Exemplars beträgt etwa 57, was der deutschen Kopfgrößenmessung in Zentimetern entspricht. Die Objektbeschreibung erwähnt ein handgenähtes Herz, das auf der linken Seite als Talisman oder Glücksbringer befestigt ist.

Nach 1945 endete die Produktion von Kriegsmarine-Uniformen und -Abzeichen mit Deutschlands Niederlage und der Auflösung der Kriegsmarine. Originale Stücke wurden zu sammelbaren militärischen Erinnerungsstücken. Moderne Reproduktionen werden für Sammler und historische Darsteller hergestellt.