Reichsarbeitsdienst der weiblichen Jugend ( RAD/wJ ) - Brosche für Maidenoberführerin

silberfarben, Aluminium, Hersteller : Assmann 39 RADJ, an Nadel, Zustand 2.
291592
180,00

Reichsarbeitsdienst der weiblichen Jugend ( RAD/wJ ) - Brosche für Maidenoberführerin

Die vorliegende Brosche für eine Maidenführerin (korrekte Bezeichnung: Mädelführerin) des Reichsarbeitsdienstes der weiblichen Jugend (RAD/wJ) stellt ein bedeutendes Zeugnis der nationalsozialistischen Organisationsstruktur während des Dritten Reiches dar. Hergestellt von der renommierten Firma Assmann in Lüdenscheid, trägt dieses Abzeichen die charakteristische Herstellermarkierung “Assmann 39 RADJ”, was auf das Produktionsjahr 1939 und die spezifische Bestimmung für den weiblichen Reichsarbeitsdienst hinweist.

Der Reichsarbeitsdienst (RAD) wurde am 26. Juni 1935 durch das Reichsarbeitsdienstgesetz als Pflichtdienst für alle jungen Deutschen eingeführt. Während der männliche RAD bereits früher militarisiert wurde, entwickelte sich der weibliche Zweig parallel dazu mit eigenen Strukturen und Zielsetzungen. Ab 1939 wurde der Arbeitsdienst auch für junge Frauen verpflichtend, die ein sogenanntes “Pflichtjahr” ableisten mussten, bevor sie eine Berufsausbildung beginnen oder heiraten konnten.

Die Rangabzeichen und Auszeichnungen des RAD/wJ folgten einem streng hierarchischen System. Die Mädeloberführerin befand sich in der mittleren Führungsebene der Organisation. Die silberfarbene Aluminiumbrosche diente als Rangabzeichen und war Teil der offiziellen Dienstuniform. Das Design dieser Abzeichen war in den Dienstvorschriften genau festgelegt und durfte nur von autorisierten Herstellern produziert werden.

Die Firma Assmann, vollständiger Name “August Assmann & Söhne”, war einer der bedeutendsten Hersteller von militärischen Auszeichnungen, Abzeichen und Orden während der Zeit des Nationalsozialismus. Das Unternehmen mit Sitz in Lüdenscheid, dem traditionellen Zentrum der deutschen Metallwarenproduktion, hatte sich bereits vor 1933 einen Namen in der Herstellung hochwertiger militärischer Insignien gemacht. Die Qualität der Assmann-Produkte war allgemein anerkannt, und das Unternehmen belieferte sowohl Wehrmacht als auch verschiedene Parteigliederungen.

Der weibliche Reichsarbeitsdienst hatte primär die Aufgabe, junge Frauen im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie zu erziehen und sie auf ihre künftige Rolle als Mütter und Hausfrauen vorzubereiten. Die Arbeitsmaiden, wie die Dienstleistenden genannt wurden, arbeiteten hauptsächlich in der Landwirtschaft, in kinderreichen Familien oder in hauswirtschaftlichen Betrieben. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges verschob sich der Schwerpunkt zunehmend auf kriegswichtige Aufgaben.

Die Führerinnen des RAD/wJ trugen eine eigene Uniform, die an die Arbeitskleidung angelehnt war, aber durch Rangabzeichen wie die beschriebene Brosche ergänzt wurde. Diese Abzeichen waren nicht nur funktionale Rangkennzeichnung, sondern auch Ausdruck des hierarchischen Prinzips, das alle nationalsozialistischen Organisationen durchzog. Die Verleihung und das Tragen solcher Abzeichen war streng reglementiert und an bestimmte Dienstgrade und Funktionen gebunden.

Das Material Aluminium war für solche Abzeichen typisch, da es leicht, korrosionsbeständig und kostengünstig zu verarbeiten war. Die silberne Farbe entsprach den farblichen Kodierungen der RAD-Rangabzeichen. Die Befestigung mittels Nadel auf der Rückseite ermöglichte das sichere Anbringen an der Uniform.

Nach 1945 wurden alle Organisationen des NS-Regimes, einschließlich des Reichsarbeitsdienstes, von den Alliierten aufgelöst. Das Tragen solcher Abzeichen wurde verboten, und viele wurden vernichtet oder von Sammlern aufbewahrt. Heute sind solche Objekte wichtige historische Quellen für die Erforschung der Alltagsgeschichte des Nationalsozialismus und der Rolle von Frauen in den NS-Organisationen.

Der Erhaltungszustand “Zustand 2” weist auf ein gut erhaltenes Exemplar mit nur geringen Gebrauchsspuren hin, was bei Aluminiumobjekten aus dieser Zeit bemerkenswert ist. Die erhaltene Herstellermarkierung macht das Stück besonders wertvoll für die historische Forschung, da sie eine präzise Datierung und Zuordnung ermöglicht.