Wehrmacht Heer - Erinnerungskrug " Zur Erinnerung an unsere Dienstzeit 1935 - E.Batl.Hof. 3.M.G.K. Heinz Seidel "

Bierkrug aus glasiertem Porzellan 0,5 l mit farbigem Aufdruck Stahlhelm mit Hakenkreuz, Hersteller im Boden, Zustand 2.
359492
300,00

Wehrmacht Heer - Erinnerungskrug " Zur Erinnerung an unsere Dienstzeit 1935 - E.Batl.Hof. 3.M.G.K. Heinz Seidel "

Der vorliegende Erinnerungskrug repräsentiert eine bedeutende Kategorie militärischer Memorabilien aus der Zeit des Dritten Reiches, speziell aus der Epoche zwischen 1935 und 1937. Solche Krüge wurden von Soldaten der Wehrmacht in Auftrag gegeben, um ihre Dienstzeit zu dokumentieren und als persönliche Erinnerungsstücke an ihre militärische Laufbahn zu bewahren.

Die Inschrift “Zur Erinnerung an unsere Dienstzeit 1935 - E.Batl.Hof. 3.M.G.K.” verweist auf die Ersatz-Bataillon (E.Batl.) in Hof, eine bayerische Garnisonsstadt, sowie auf die 3. Maschinengewehr-Kompanie (3.M.G.K.). Das Jahr 1935 ist von besonderer historischer Bedeutung, da in diesem Jahr die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland wiedereingeführt wurde, was einen eklatanten Bruch des Versailler Vertrages darstellte. Am 16. März 1935 verkündete Adolf Hitler offiziell die Wiederaufrüstung und den Aufbau einer Friedensstärke von 36 Divisionen.

Die Tradition der militärischen Erinnerungskrüge reicht in Deutschland bis ins 19. Jahrhundert zurück und war besonders in der Kaiserzeit verbreitet. Soldaten ließen diese Krüge oft bei lokalen Porzellanmanufakturen oder spezialisierten Werkstätten anfertigen. Die Krüge dienten nicht nur als persönliche Andenken, sondern auch als Ausdruck von Kameradschaft und Regimentsstolz. Nach der Machtübernahme 1933 und besonders nach 1935 wurden diese Traditionen in die neuen militärischen Strukturen der Wehrmacht übernommen.

Der auf diesem Krug abgebildete Stahlhelm mit Hakenkreuz war das offizielle Symbol der Wehrmacht. Der Stahlhelm M35, eingeführt im Jahr 1935, war eine Weiterentwicklung des bewährten M16/18 aus dem Ersten Weltkrieg. Das Hakenkreuz als nationales Emblem wurde gemäß der Verordnung vom 17. Februar 1934 auf der rechten Seite des Helmes angebracht. Diese Symbolik auf Erinnerungskrügen spiegelte die ideologische Durchdringung der Wehrmacht wider.

Ersatz-Bataillone spielten eine zentrale Rolle im militärischen Aufbau der Wehrmacht. Sie waren für die Grundausbildung der Rekruten, die militärische Schulung und die Bereitstellung von Ersatzpersonal für die aktiven Truppenteile zuständig. In Hof, einer Stadt mit langer Garnisonstradition, befanden sich mehrere solcher Ausbildungseinrichtungen. Die Maschinengewehr-Kompanien waren spezialisierte Einheiten, die für den Einsatz schwerer und leichter Maschinengewehre ausgebildet wurden - ein entscheidender Bestandteil der taktischen Doktrin der Wehrmacht.

Die Personalisierung mit dem Namen “Heinz Seidel” war typisch für diese Erinnerungsstücke. Sie dokumentiert die individuelle Dienstzeit eines einzelnen Soldaten und macht den Krug zu einem persönlichen Zeugnis. Solche Krüge wurden oft bei der Entlassung aus dem aktiven Dienst oder nach Abschluss der Grundausbildung erworben.

Die Herstellung erfolgte in der Regel bei regionalen Porzellanmanufakturen, die sich auf militärische Memorabilien spezialisiert hatten. Der Herstellerstempel im Boden des Kruges ermöglicht oft eine genaue Datierung und Zuordnung. Das glasierte Porzellan mit farbigem Aufdruck war die gängige Produktionsmethode, wobei die Motive meist mittels Abziehbildern (Lithografien) aufgebracht wurden.

Aus historischer Perspektive sind solche Objekte wichtige Quellen für die Militär- und Alltagsgeschichte. Sie dokumentieren nicht nur die organisatorischen Strukturen der Wehrmacht, sondern auch die Selbstwahrnehmung der Soldaten und die Fortführung militärischer Traditionen. Gleichzeitig sind sie Zeugnisse der ideologischen Vereinnahmung durch das NS-Regime, sichtbar in der prominenten Darstellung nationalsozialistischer Symbole.

Die Bewahrung solcher Objekte in Sammlungen dient ausschließlich historischen und wissenschaftlichen Zwecken. Sie ermöglichen ein besseres Verständnis der militärischen Alltagskultur und der Propaganda des Dritten Reiches. Der Handel und die Sammlung solcher Gegenstände unterliegen in Deutschland und anderen Ländern strengen gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere bezüglich der Darstellung verfassungsfeindlicher Symbole gemäß § 86a StGB, wobei die Verwendung zu Bildungs- und Aufklärungszwecken ausdrücklich zulässig ist.

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