Ehrenkreuz der Deutschen Mutter in Bronze - Miniatur

22 mm, an Bandschleife mit Nadel.
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70,00

Ehrenkreuz der Deutschen Mutter in Bronze - Miniatur

Das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter, umgangssprachlich auch als Mutterkreuz bezeichnet, gehörte zu den bedeutendsten Auszeichnungen des nationalsozialistischen Deutschlands und verkörperte die ideologische Familienpolitik des Regimes. Die hier beschriebene Miniaturausführung in Bronze mit 22 mm Durchmesser an einer Bandschleife mit Nadel stellt eine tragbare Variante dieser Auszeichnung dar, die im Alltag oder bei weniger formellen Anlässen getragen werden konnte.

Die Stiftung des Mutterkreuzes erfolgte durch Adolf Hitler am 16. Dezember 1938, am Vorabend des Geburtstages seiner eigenen Mutter Klara Hitler. Die offizielle Verleihung begann am Muttertag 1939, dem 21. Mai. Das Ehrenkreuz wurde in drei Stufen verliehen: in Gold für Mütter mit acht oder mehr Kindern, in Silber für Mütter mit sechs oder sieben Kindern und in Bronze für Mütter mit vier oder fünf Kindern. Die Bronzestufe, zu der diese Miniatur gehört, war somit die am häufigsten verliehene Variante.

Die Auszeichnung war Teil der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik, die auf eine Steigerung der Geburtenrate und die Förderung kinderreicher Familien abzielte. Sie sollte die Rolle der Frau als Mutter hervorheben und dem Regime politisch genehme Frauen würdigen. Die Verleihungskriterien waren jedoch ideologisch geprägt: Nur “arische” Frauen “deutschen Blutes” mit “erbgesunden” Kindern kamen in Betracht. Frauen, die politisch missliebig waren oder deren Kinder nicht den rassistischen Kriterien entsprachen, wurden ausgeschlossen.

Das Design des Kreuzes stammte von Franz Breithaupt aus München. Es zeigte ein emailliertes blaues Kreuz mit den Worten “Der deutschen Mutter” auf dem horizontalen Balken und dem Datum “16. Dezember 1938” auf dem vertikalen Balken. In der Mitte befand sich das Hakenkreuz, umgeben von den Worten “Das Kind adelt die Mutter”. Das Band war weiß mit hellblauen Randstreifen, angelehnt an die bayerischen Farben.

Die Miniaturausführung, wie sie hier beschrieben wird, hatte praktische Bedeutung. Während die reguläre Ausführung des Mutterkreuzes etwa 35-40 mm maß und an einem breiten Band getragen wurde, erlaubte die kleinere Miniatur mit nur 22 mm Durchmesser ein diskretes Tragen im Alltag. Diese wurde typischerweise als Bandspange mit Nadel an der Zivilkleidung befestigt und konnte bei weniger formellen Gelegenheiten oder im Berufsleben getragen werden. Die Herstellung von Miniaturen war bei vielen deutschen Orden und Ehrenzeichen üblich und ermöglichte den Trägerinnen, ihre Auszeichnung dauerhaft zu präsentieren, ohne die große Ordensausführung tragen zu müssen.

Bis 1944 wurden etwa 4,7 Millionen Mutterkreuze verliehen, wobei die Bronzestufe den größten Anteil ausmachte. Die Verleihung erfolgte meist am Muttertag durch lokale Parteifunktionäre oder staatliche Stellen. Trägerinnen des Mutterkreuzes erhielten bestimmte Privilegien, wie Ehrenplätze bei öffentlichen Veranstaltungen, bevorzugte Behandlung in Geschäften und Ämtern sowie den sogenannten “Ehrengruß” der Hitlerjugend.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde das Tragen des Mutterkreuzes durch das Kontrollratsgesetz Nr. 1 vom 20. September 1945 verboten, da es NS-Symbolik enthielt. Im Gegensatz zu anderen deutschen Orden wurde keine “entnazifizierte” Version geschaffen. Die historische Bewertung des Mutterkreuzes ist bis heute kontrovers, da es einerseits die Leistungen kinderreicher Mütter würdigte, andererseits aber untrennbar mit der menschenverachtenden Ideologie und Rassenpolitik des Nationalsozialismus verbunden war.

Heute sind Mutterkreuze und ihre Miniaturen begehrte Sammlerstücke im Bereich der Militaria und Phaleristik. Sie dienen als Anschauungsmaterial für die Erforschung der nationalsozialistischen Sozialpolitik und Propaganda. Der Umgang mit solchen Objekten erfordert historische Sensibilität und ein Bewusstsein für den ideologischen Kontext ihrer Entstehung.