Kriegsmarine 2 Matrosen in weißer Uniform marschierend
Die vorliegende Figur stellt zwei Matrosen der Kriegsmarine in weißer Uniform dar, die in Marschformation präsentiert werden. Mit einer Höhe von 7 cm handelt es sich um eine typische Miniatur- oder Sammelfigur, die wahrscheinlich in den 1930er oder 1940er Jahren hergestellt wurde, um die deutsche Marine des Zweiten Weltkriegs darzustellen.
Die Kriegsmarine war die offizielle Bezeichnung der deutschen Marine von 1935 bis 1945, nachdem sie aus der Reichsmarine der Weimarer Republik hervorgegangen war. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 und der schrittweisen Aufhebung der Beschränkungen des Versailler Vertrags wurde die Marine 1935 in Kriegsmarine umbenannt. Unter dem Oberbefehl von Großadmiral Erich Raeder (1935-1943) und später Karl Dönitz (1943-1945) entwickelte sich die Kriegsmarine zu einer bedeutenden Seestreitmacht.
Die weiße Uniform, die auf dieser Figur dargestellt ist, war die charakteristische Sommeruniform der deutschen Marinesoldaten. Diese Uniform, auch als "Weißer Drillich" oder "Weiße Ausgehuniform" bekannt, wurde in den wärmeren Monaten und in tropischen Einsatzgebieten getragen. Die weiße Uniform bestand typischerweise aus einer Jacke mit geschlossenem Kragen, einer Hose und der charakteristischen Matrosenmütze mit Mützenband, auf dem der Schiffsname oder die Einheitenbezeichnung stand.
Die Uniformordnung der Kriegsmarine war streng geregelt und basierte auf einer langen Tradition der deutschen Marine. Das Matrosenhemd mit seinem charakteristischen Matrosenkragen, der auf die britische Royal Navy zurückging, blieb ein Erkennungsmerkmal. Die weiße Uniform symbolisierte Sauberkeit und Disziplin und wurde besonders bei Paraden, offiziellen Anlässen und Landgängen in südlichen Häfen getragen.
Solche Miniaturdarstellungen von Militärangehörigen waren im Dritten Reich weit verbreitet. Sie dienten mehreren Zwecken: als Propagandamittel zur Verherrlichung der Wehrmacht und ihrer Teilstreitkräfte, als Sammelobjekte für patriotische Bürger und als Spielzeug für Kinder, um militärische Werte zu vermitteln. Herstellerfirmen wie Elastolin und Lineol produzierten Tausende solcher Figuren in verschiedenen Maßstäben.
Die Darstellung marschierender Matrosen reflektiert die militärische Ordnung und Disziplin, die in der Kriegsmarine großen Wert hatte. Der Parademarsch war ein wichtiger Bestandteil der militärischen Ausbildung und wurde bei offiziellen Anlässen, wie etwa dem Stapellauf neuer Kriegsschiffe oder bei Staatsbesuchen, demonstriert.
Die Kriegsmarine umfasste zur Zeit des Zweiten Weltkriegs etwa 810.000 Angehörige. Die Matrosen bildeten dabei das Rückgrat der Besatzungen auf den verschiedenen Schiffstypen, von den großen Schlachtschiffen wie der Bismarck und Tirpitz bis zu den U-Booten, die unter Dönitz' Führung im Atlantik operierten.
Aus heutiger Sicht sind solche Figuren wichtige zeitgeschichtliche Dokumente, die Einblick in die Propaganda und Selbstdarstellung des NS-Regimes geben. Sie zeigen, wie militärische Symbole und Uniformen zur Schaffung einer bestimmten Ästhetik und Ideologie eingesetzt wurden. Für Sammler und Historiker sind sie wertvolle Studienobjekte, um die materielle Kultur der Zeit zu verstehen.
Der angegebene Zustand 2 deutet auf eine gut erhaltene Figur hin, was bei Objekten dieser Art und Alters bemerkenswert ist. Viele dieser Figuren wurden durch Spiel und Zeit beschädigt oder gingen verloren, weshalb gut erhaltene Exemplare heute von besonderem historischem und sammlerischem Wert sind.