Luftwaffe - Nachlass mit Ehrenpokal für besondere Leistungen im Luftkrieg für Leutnant Fritz Wappler, 16. Kampfgruppe z.b.V. 1, später 4. KG z.V. 600

Der Ehrenpokal Alpaka - Ausführung mit Gravur "Leutnant Fritz Wappler am 22.5.42", auf der Unterseite im Boden gestempelt "Joh. Wagner & Sohn Alpaka - Feinsilber Auflage". Ungereinigt, mit schöner dunkler Patina.
Erinnerungsurkunde des LW Regt. zu Fuß beim Reichsparteitag 1938 für die Teilnahme bei der Reichsparteitags-Kompanie 1938. Flugausweis, ausgestellt 12.1.1939. Verleihungsurkunde zum Flugzeugführerabzeichen, ausgestellt 5. April 1940. Verleihungsurkunde zum Eisernen Kreuz 1939 2. Klasse, ausgestellt 3. Juni 1941, original Unterschrift "v. Richthofen" General der Flieger. Verleihungszeugnis für das bulgarische Flugzeugführerabzeichen, 2-sprachig bulgarisch/deutsch, ausgestellt Juni 1941. Beförderung um Leutnant /Auszug aus Personalveränderungen, datiert 1. September 1941.   Verleihungsurkunde zum Eisernen Kreuz 1939 1. Klasse, ausgestellt 16. September 1941, original Unterschrift "Keller" Generaloberst.  Verleihungsurkunde zur Frontflugspange für Transportflieger in Gold, ausgestellt 15.6.1942. Verleihungsurkunde zum Ehrenpokal für besondere Leistungen im Luftkrieg "in Anerkennung seiner hervorragender Tapferkeit und der besonderen Erfolge als Transportflieger", ausgestellt 22. Mai 1942. Verleihungsurkunde zur Winterschlachtmedaille, ausgestellt 12. März 1943. Urkunde für die Erinnerungsmedaille an den deutsch-italienischen Feldzug in Afrika, ausgestellt 145. Juli 1943. Verleihungsurkunde zum Deutschen Kreuz in Gold, ausgestellt 31. August 1943, 1 x gefaltet, dazu eine Abschrift der Ehrenliste der Deutschen Luftwaffe mit der Verleihung an Wappler. Ein schönes Portraitfoto von Wappler als Leutnant in Tropenuniform mit EK 1. 4 Flugbücher von 1938 bis 12. März 1943, randvoll mit allen Eintragungen und Feindflügen, insgesamt 2068 bestätigte Flüge. 3 Auszüge der Frontflüge nach den Bestimmungen für die Verleihung der Frontflugspange, von 1942, und 1943, bis zum 24.3.1943 insgesamt 229 Frontflüge, unter anderem Smolensk, Cholm, Demjansk, Malemes, Tobruk, Marsa-Matruk, Tunis. Wehrpaß der Luftwaffe, ausgestellt 1937, randvoll mit allen Eintragungen, Beförderungen und Auszeichnungen. Letzter Eintrag: "9.10.43bei Blankenstaddt mit Flugzeug Ju 52 (1Z+BB" abgestürzt, Tödlich verunglückt.." . Innenliegend Übersendungsschreiben an die Mutter, Zeitungsausschnitte mit der Gefallenenanzeige etc. Dazu noch weitere handschriftliche Auszüge von Wappler. Große Gefallenenurkunde "Am 9. Oktober 1943 gab der Leutnant Fritz Wappler... auf dem Flugfeld der Ehre sein Leben für Führer, Volk und Vaterland.." .  

Ein großer schöner Nachlaß eines tapferen Fliegers.

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Luftwaffe - Nachlass mit Ehrenpokal für besondere Leistungen im Luftkrieg für Leutnant Fritz Wappler, 16. Kampfgruppe z.b.V. 1, später 4. KG z.V. 600

Der Ehrenpokal für besondere Leistung im Luftkrieg gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen der deutschen Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs. Am 27. Februar 1940 von Reichsmarschall Hermann Göring, dem Reichsluftfahrtminister und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, gestiftet, stellte diese Ehrung eine besondere Anerkennung für fliegendes Personal dar, deren Leistungen über das Eiserne Kreuz Erster Klasse hinausgingen, jedoch noch nicht die Verleihung des Deutschen Kreuzes oder des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes rechtfertigten.

Die Finanzierung der Herstellung erfolgte durch die Nationalvereinigung der deutschen Luftfahrt, die Göring zu seinem Geburtstag am 12. Januar 1940 einen Betrag von 50.000 Reichsmark überreichte. Als alleiniger Hersteller wurde die Berliner Firma Johann Wagner & Sohn bestimmt, die für die Produktion sämtlicher Exemplare verantwortlich zeichnete. Der Ehrenpokal knüpfte an eine Tradition aus dem Ersten Weltkrieg an, den Ehrenbecher für den Sieger im Luftkampf, der bereits an legendäre Flieger wie Hermann Göring selbst (15. April 1916), Manfred von Richthofen und Ernst Udet (17. August 1916) verliehen worden war.

Der erste Empfänger des neu geschaffenen Ehrenpokals war Oberstleutnant Johann Schalk am 21. August 1940. Die deutschen Archive verzeichnen, dass etwa 58.000 Verleihungen “auf dem Papier” erfolgten, jedoch nur zwischen 13.000 und 15.000 tatsächliche Pokale hergestellt wurden. Diese Diskrepanz zwischen Verleihungsurkunden und physischen Exemplaren verstärkte sich insbesondere im Jahr 1944, als Fabriken durch Bombenangriffe beeinträchtigt waren und erhebliche Rohstoffdefizite herrschten.

Der Pokal selbst wurde in zwei verschiedenen Materialvarianten produziert. Die frühen Exemplare von 1940 bis etwa Mitte 1942 bestanden aus Feinsilber der Güte 835 und trugen auf der Unterseite die Silberpunze “835” mit Halbmond und Krone. Etwa 4.000 Pokale wurden aus diesem Silber gefertigt. Ab dem frühen bis mittleren Jahr 1942 erfolgte die Umstellung auf versilbertes Alpaka, eine Neusilberlegierung, die auf der Unterseite die Kennzeichnung “Feinsilber Auflage, Alpaka” sowie den Herstellerstempel “Joh. Wagner & Sohn” trug. Der Pokal erreichte eine Höhe von etwa 200 bis 228 Millimeter bei einem Durchmesser von 100 Millimeter und bestand aus drei Teilen: Kelch, Schaft und Sockel.

Die Gestaltung des Ehrenpokals war reich an Symbolik. Auf der Vorderseite waren zwei Adler im tödlichen Kampf dargestellt, während die Rückseite ein hochreliefiertes Eisernes Kreuz zeigte. Eichenlaub und Eicheln schmückten den Schaft, und die Inschrift “Für Besondere Leistung im Luftkrieg” war in den Sockel eingearbeitet. Auf dem Schaft wurde der Rang, Name und das Verleihungsdatum des Empfängers eingraviert. Die dreiteilige Struktur wurde aus Metallstreifen geformt, die Motive wurden gestanzt, und die Oberfläche des Kelchs wies eine gehämmerte Textur auf.

Der hier vorliegende Ehrenpokal wurde Leutnant Fritz Wappler am 22. Mai 1942 verliehen. Die Verleihungsurkunde würdigt seine “hervorragende Tapferkeit und besonderen Erfolge als Transportflieger”. Wappler diente zunächst bei der 16. Kampfgruppe z.b.V. 1 und später bei der 4. KG z.V. 600. Sein militärischer Werdegang ist durch umfangreiche Dokumente belegt, darunter vier Flugbücher von 1938 bis zum 12. März 1943, die insgesamt 2.068 bestätigte Flüge verzeichnen. Seine Einsätze umfassten 229 Frontflüge an Brennpunkten wie Smolensk, Cholm, Demjansk, Malemes, Tobruk, Marsa-Matruk und Tunis. Wappler erhielt neben dem Ehrenpokal zahlreiche weitere Auszeichnungen, darunter das Eiserne Kreuz Zweiter und Erster Klasse, die Frontflugspange für Transportflieger in Gold und das Deutsche Kreuz in Gold (31. August 1943). Sein tragisches Ende fand er am 9. Oktober 1943 bei einem Absturz mit einer Junkers Ju 52 bei Blankenstaddt.

Ab Juni 1943 erhielten Empfänger zunehmend nur noch die Verleihungsurkunden ohne den physischen Pokal aufgrund von Materialknappheit. Im Januar 1944 wurde der Ehrenpokal durch die Luftwaffe-Ehrenrang-Spange ersetzt. Eine Anordnung vom 10. Dezember 1944 von Generaloberst Bruno Loerzer stellte klar, dass der Ehrenpokal nicht mehr verliehen werden sollte. Die Namen der Empfänger wurden in der Zeitschrift Ehrenliste der Deutschen Luftwaffe veröffentlicht, was der Auszeichnung zusätzliche öffentliche Anerkennung verlieh.