NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " 26.7.1936 Orientierungs- und Gelände-Fahrt M 21 "
NSKK-Teilnehmerplakette zur Orientierungs- und Geländefahrt M 21 vom 26. Juli 1936
Die vorliegende nichttragbare Teilnehmerplakette aus vergoldetem Buntmetall dokumentiert ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK), einer paramilitärischen Organisation des nationalsozialistischen Deutschlands. Mit ihren Abmessungen von 40 x 60 mm repräsentiert sie einen typischen Vertreter der zahlreichen Veranstaltungsplaketten, die das NSKK zur Dokumentation und Auszeichnung seiner motorsportlichen Aktivitäten ausgab.
Das NSKK und seine Funktion
Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps wurde am 1. April 1930 zunächst als Unterorganisation der SA gegründet und am 23. August 1934 unter der Führung von Korpsführer Adolf Hühnlein zu einer eigenständigen Formation der NSDAP erhoben. Die Hauptaufgabe des NSKK bestand in der kraftfahrtechnischen Ausbildung und der Förderung des Motorsports im Deutschen Reich. Unter dem Deckmantel sportlicher Veranstaltungen diente die Organisation der vormilitärischen Ausbildung und der Vorbereitung auf einen möglichen Kriegseinsatz.
Bis 1945 wuchs das NSKK auf etwa 500.000 Mitglieder an und unterhielt ein umfangreiches Netz von Motorschulen, Werkstätten und Ausbildungseinrichtungen. Die Organisation war in Motorgruppen, Motorbrigaden und Motorstandarten gegliedert und deckte das gesamte Reichsgebiet ab.
Orientierungs- und Geländefahrten
Orientierungs- und Geländefahrten gehörten zu den Kernaktivitäten des NSKK und dienten mehreren Zwecken gleichzeitig. Diese Veranstaltungen waren keine klassischen Rennen im sportlichen Sinne, sondern prüften die Fähigkeiten der Teilnehmer in Navigation, Geländebeurteilung, technischem Verständnis und fahrerischem Können unter erschwerten Bedingungen.
Die Teilnehmer mussten eine vorgegebene Strecke unter Beachtung genauer Zeitvorgaben zurücklegen, wobei die Navigation mit Karte und Kompass erfolgte. Besondere Herausforderungen stellten Geländeabschnitte dar, die abseits befestigter Straßen verliefen. Diese Fähigkeiten waren für militärische Zwecke von erheblicher Bedeutung, da sie die Grundlagen für den Einsatz als Kraftfahrer, Melder oder Transportführer in der Wehrmacht bildeten.
Die Bezeichnung “M 21” in der Inschrift der Plakette verweist wahrscheinlich auf die zuständige Motorgruppe oder den regionalen Bereich, in dem die Veranstaltung stattfand. Das NSKK organisierte seine Aktivitäten streng hierarchisch und regional strukturiert.
Die Bedeutung nichttragbarer Plaketten
Im Gegensatz zu tragbaren Auszeichnungen und Abzeichen, die an der Uniform befestigt werden konnten, handelte es sich bei nichttragbaren Plaketten um Erinnerungsstücke, die zur persönlichen Aufbewahrung bestimmt waren. Sie wurden typischerweise in speziellen Etuis oder Kästen aufbewahrt und dienten als Dokumentation der sportlichen Leistungen ihres Besitzers.
Diese Plaketten wurden meist aus Buntmetall (einer Kupferlegierung) gefertigt und anschließend vergoldet, versilbert oder bronziert. Die Herstellung erfolgte durch spezialisierte Firmen, die für NS-Organisationen arbeiteten. Bekannte Hersteller waren unter anderem die Firmen Deschler & Sohn aus München oder die Preußische Staatsmünze in Berlin.
Das Jahr 1936
Das Datum 26. Juli 1936 fällt in eine bedeutsame Periode der NS-Geschichte. Wenige Wochen zuvor, vom 1. bis 16. August 1936, fanden in Berlin die Olympischen Sommerspiele statt, die das NS-Regime als Propagandaplattform nutzte. Das Jahr 1936 markierte auch den Beginn verstärkter Aufrüstungsanstrengungen und die Remilitarisierung des Rheinlands im März desselben Jahres.
Für das NSKK war 1936 ein Jahr intensiver Aktivität. Die Organisation hatte ihre Strukturen konsolidiert und führte reichsweit zahlreiche Veranstaltungen durch, um ihre Mitglieder auszubilden und die Bedeutung der Motorisierung für das Deutsche Reich zu demonstrieren.
Sammlergeschichtliche Bedeutung
Heute sind solche NSKK-Plaketten begehrte Objekte für Sammler militärhistorischer Memorabilia. Sie dokumentieren einen spezifischen Aspekt der NS-Organisation und bieten Einblicke in die alltäglichen Aktivitäten dieser paramilitärischen Formation. Der Erhaltungszustand “2” (nach der üblichen Sammlerskala von 1-6, wobei 1 den besten Zustand bezeichnet) weist auf ein gut erhaltenes Exemplar mit möglicherweise leichten Gebrauchsspuren hin.
Die wissenschaftliche Beschäftigung mit solchen Objekten ermöglicht es Historikern, die Funktionsweise und Organisationsstruktur des NSKK besser zu verstehen und die Verzahnung von Sport, Propaganda und militärischer Vorbereitung im nationalsozialistischen Deutschland zu analysieren.