Preußen Knopflochdekoration mit 2 Auszeichnungen 

Roter Adler Orden 3.Klasse, Kronen-Orden 3.Klasse. Beide in Buntmetall vergoldet, Zustand 2.
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350,00

Preußische Knopflochdekoration mit Miniaturen des Roten Adler-Ordens 3. Klasse und des Kronen-Ordens 3. Klasse

Diese Knopflochdekoration vereint die Miniaturen zweier bedeutender preußischer Auszeichnungen auf einer gemeinsamen Bandschleife mit Trageknopf: den Roten Adler-Orden 3. Klasse und den Kronen-Orden 3. Klasse. Als reduzierte Trageform für den zivilen Anzug oder weniger formelle Anlässe konzipiert, dokumentiert dieses Stück die Ordenspraxis des Königreichs Preußen und des Deutschen Kaiserreichs in eindrucksvoller Weise.

Der Rote Adler-Orden: Ursprung und Entwicklung

Die Geschichte des Roten Adler-Ordens reicht bis ins Jahr 1705 zurück, als Markgraf Georg Wilhelm von Brandenburg-Bayreuth den Ordre de la Sincérité stiftete. Nach einer Wiederbelebung im Jahr 1734 wurde der Orden am 12. Juni 1792 durch König Friedrich Wilhelm II. als preußischer königlicher Orden neu begründet. Zunächst in einer einzigen Klasse verliehen, erweiterte König Friedrich Wilhelm III. am 18. Januar 1810 das System um eine 2. und 3. Klasse. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Orden zu einer der differenziertesten preußischen Auszeichnungen mit den Klassen Großkreuz (ab 1861), 1. Klasse, 2. Klasse (mit oder ohne Stern), 3. Klasse und 4. Klasse.

Die 3. Klasse des Roten Adler-Ordens wurde an Offiziere und Zivilisten gleichwertigen Ranges für zivile und militärische Verdienste verliehen. Empfänger, die zuvor die 4. Klasse erhalten hatten oder die 3. Klasse bereits seit zehn Jahren besaßen, konnten die Schleife als Zusatz erhalten. Für militärische Verdienste konnte der Orden mit Schwertern verliehen werden, ab 1892 auch mit Krone und in diversen Kombinationen. Insgesamt wurden etwa 2.960 Verleihungen der 3. Klasse in allen Varianten vorgenommen. Während der Befreiungskriege erhielten 1813 nur 22, 1814 insgesamt 52 und 1815 etwa 45 Personen diese Klasse. Im Ersten Weltkrieg wurden die 3. und 4. Klasse zusammen lediglich 116 Mal verliehen – ein bewusster Schritt zur Wahrung der Exklusivität des Ordens.

Zu den bekannten Empfängern der 3. Klasse zählten unter anderem der Hofprediger Ludwig Wilhelm Brüggemann (April 1815), Graf von Roon (vor seiner Beförderung zum Großkreuz um 1866), Ernst von Pfuel (1827) sowie Franz von Hipper (mit Schleife) und Generalleutnant Nikolaus von Endres (mit Schwertern).

Der Kronen-Orden: Erinnerung an die Krönung Wilhelms I.

Der Kronen-Orden wurde am 18. Oktober 1861 von König Wilhelm I. anlässlich seiner Krönung gestiftet. Er war offiziell dem Roten Adler-Orden im Rang gleichgestellt, wurde jedoch häufig dann eingesetzt, wenn die Regierung eine Belohnung aussprechen wollte, ohne den älteren und prestigeträchtigeren Roten Adler-Orden zu verwenden. Der Orden umfasste die Stufen Großkreuz, 1. Klasse, 2. Klasse (mit oder ohne Stern), 3. Klasse, 4. Klasse sowie eine Medaille. Er konnte mit Schwertern für militärische Verdienste, mit Eichenlaub, Rotem Kreuz, Malteserkreuz, Jubiläumszahlen (50 oder 60) und Brillanten verliehen werden.

Die 3. Klasse des Kronen-Ordens richtete sich ebenfalls an Offiziere und Zivilisten entsprechenden Ranges und wurde für zivile wie militärische Verdienste vergeben. Der Orden wurde auch häufig an ausländische Staatsangehörige zu diplomatischen Zwecken verliehen. Zu den prominenten Empfängern des Kronen-Ordens gehörten Mustafa Kemal Atatürk (1. Klasse, 27. März 1918), Robert James Lindsay (3. Klasse mit Genfer Kreuz nach dem Deutsch-Französischen Krieg) und der chilenische General Sofanor Parra (um 1900).

Materialbeschaffenheit und Tragepraxis

Die vorliegende Dekoration besteht aus Buntmetall vergoldet. Die Originalkreuze in voller Größe wurden bis 1916 aus Gold gefertigt; ab dem 10. Oktober 1916 wurden kriegsbedingte Materialengpässe durch die Verwendung von vergoldetem Silber (938/1000) mit entsprechenden Inhalts- und Herstellermarken kompensiert. Bekannte Hersteller waren Johann Wagner & Sohn, Hermann Julius Wilm sowie Hanff & Zimmermann, sämtlich in Berlin ansässig.

Knopflochdekorationen wie diese entwickelten sich, als Offiziere und Beamte immer mehr Auszeichnungen ansammelten. Sie wurden bei gesellschaftlichen Anlässen im Zivilanzug oder Abendkleidung getragen und am Revers befestigt. Ab 1915 wurden Ordensspangen eingeführt, da die Knopflochbänder bei zunehmender Anzahl von Auszeichnungen unpraktisch wurden.

Das Ende einer Epoche

Sowohl der Rote Adler-Orden als auch der Kronen-Orden wurden bis zum 9. November 1918 verliehen, dem Tag der Abdankung Kaiser Wilhelms II. und der Ausrufung der Weimarer Republik. Die neue Regierung stand allen kaiserlichen Auszeichnungen ablehnend gegenüber, und es dauerte Jahre, bis überhaupt wieder zivile Ehrungen etabliert wurden.

Ein wesentlicher Aspekt für die heutige Sammlerlandschaft ist die Tatsache, dass alle preußischen Orden nach dem Tod des Empfängers an die Generalordenskommission zurückgegeben werden mussten. Dies macht überlebende Exemplare deutlich seltener, als die reinen Verleihungszahlen vermuten lassen. Die vorliegende Knopflochdekoration im Zustand 2 (getragen, aber in gutem Erhaltungszustand) stellt somit ein wertvolles Zeugnis preußischer Phaleristik dar, das die hierarchische Gesellschaftsordnung des Kaiserreichs und das System königlicher Gunstbezeugungen auf eindrucksvolle Weise dokumentiert.

Sammler sollten beachten, dass moderne Reproduktionen existieren und sorgfältig von Originalstücken unterschieden werden müssen.