Verleihungsurkunde - Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern/Oberkommando des Heeres
1 X gelocht, sonst Zustand 2
Die vorliegende Verleihungsurkunde zum Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern dokumentiert eine bedeutende Auszeichnung aus dem Zweiten Weltkrieg. Ausgestellt am 8. Februar 1941 in Berlin durch das Oberkommando des Heeres (OKH), Personalabteilung 2, wurde sie einem Hauptmann der Reserve verliehen. Die Urkunde trägt die Unterschrift von Generalleutnant Bodewin Keitel, einer Persönlichkeit, die später im Zusammenhang mit dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 eine wichtige Rolle spielen sollte.
Das Kriegsverdienstkreuz (KVK) wurde durch Erlass vom 18. Oktober 1939 von Adolf Hitler gestiftet und war eine der bedeutendsten Auszeichnungen des Deutschen Reiches während des Zweiten Weltkriegs. Es sollte Verdienste im Kriege würdigen, die nicht unmittelbar im Kampfeinsatz erbracht wurden. Die Verleihung erfolgte in zwei Klassen, wobei die 2. Klasse die erste Stufe darstellte. Die Variante “mit Schwertern” wurde an Militärpersonen verliehen, während die Version “ohne Schwerter” für Zivilpersonen und nicht-militärische Verdienste vorgesehen war.
Die Personalabteilung 2 des OKH war für Personalangelegenheiten der Offiziere zuständig und spielte eine zentrale Rolle in der Verwaltung der Wehrmacht. Verleihungsurkunden wie diese wurden nach strengen Richtlinien ausgestellt und mussten die Unterschrift eines autorisierten Offiziers tragen. Im Februar 1941 befand sich das Deutsche Reich in einer Phase militärischer Expansion. Der Westfeldzug war erfolgreich abgeschlossen, und die Planungen für das Unternehmen Barbarossa, den Angriff auf die Sowjetunion, liefen auf Hochtouren.
Generalleutnant Bodewin Keitel (1888-1953), nicht zu verwechseln mit Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, war Chef des Heerespersonalamtes. Er war Träger des Deutschen Kreuzes in Silber, einer Auszeichnung, die am 28. September 1941 gestiftet wurde und für hervorragende Leistungen in der Truppenführung oder im Generalstabsdienst verliehen wurde. Seine Verbindung zum 20. Juli 1944 ergibt sich aus seiner Position im Heerespersonalamt, wo er mit den personellen Konsequenzen des gescheiterten Attentats befasst war. Nach dem Attentat war er an der Überprüfung und teilweise Säuberung des Offizierskorps beteiligt.
Die vorliegende Urkunde zeigt die typischen Merkmale der damaligen militärischen Dokumentation. Sie wurde auf hochwertigem Papier gedruckt und enthielt üblicherweise das Hoheitszeichen des Deutschen Reiches sowie präzise Angaben über den Empfänger und den Verleihungsgrund. Der Zustand “1 x gelocht” deutet darauf hin, dass die Urkunde in einem Aktenordner oder einer Personalakte abgeheftet wurde, was bei militärischen Dokumenten üblich war.
Verleihungsurkunden zum Kriegsverdienstkreuz sind heute wichtige historische Dokumente, die Einblicke in die Anerkennungspraxis der Wehrmacht geben. Sie dokumentieren nicht nur individuelle militärische Karrieren, sondern auch die bürokratischen Strukturen des NS-Regimes. Die Tatsache, dass diese Urkunde von Bodewin Keitel unterzeichnet wurde, verleiht ihr zusätzliche historische Bedeutung, da sie mit einer Person verbunden ist, die in die dramatischen Ereignisse des Jahres 1944 involviert war.
Für Sammler und Historiker sind solche Dokumente von beträchtlichem Wert. Sie ermöglichen die Rekonstruktion von Karrierewegen, die Nachvollziehbarkeit von Verleihungspraktiken und bieten authentische Zeitdokumente aus einer der dunkelsten Perioden der deutschen Geschichte. Der gute Erhaltungszustand trotz der Lochung macht diese Urkunde zu einem wertvollen Beispiel militärischer Verwaltungsdokumentation aus dem Zweiten Weltkrieg.