Wehrmacht schwarze Panzerjacke für einen Gefreiten 

Es handelt sich hierbei um ein Kammerstück, Fertigung um 1943/44. Herstellung aus schwerem schwarzen Tuch, Bevo gewebter Brustadler grau auf schwarz, Kragenspiegel mit Totenköpfe aus Zink. Die schwarzen Schulterstücke zum Schlaufen. Schwarze Bakelit Knöpfe. Am linken Oberarm mit Gefreiten-Winkel. Innen graubraunes Tuchfutter, mit RB-Nr. Stempel. Ärmellänge 65, Brustumfang ca.90 cm, Länge 59 cm. Stark getragenes Stück, die schwarze Färbung ist durch langes tragen zum Teil verblichen, die Kragenspiegel und Brustadler sind original jedoch neu vernäht, Zustand 3
482593
€ 6.800,00

Wehrmacht Schwarze Panzerjacke für einen Gefreiten – Ein Zeugnis der deutschen Panzerwaffe

Die schwarze Panzerjacke zählt zu den ikonischsten Uniformstücken des Zweiten Weltkriegs. Das hier vorliegende Exemplar, ein Kammerstück aus der Fertigung um 1943/44, erzählt die Geschichte einer Truppengattung, die das moderne Kriegsbild grundlegend veränderte – und deren Träger sich durch eine einzigartige, unverwechselbare Uniform von allen anderen Waffengattungen der Wehrmacht abhoben.

Die Entstehung der Panzertruppe und ihrer Uniform

Die Vorgeschichte dieser Jacke reicht bis in das Jahr 1935 zurück, als Deutschland offen begann, die militärischen Beschränkungen des Versailler Vertrages zu missachten. Am 16. März 1935 wurde die deutsche Wiederaufrüstung öffentlich verkündet, und am 21. Mai 1935 erhielt die Reichswehr offiziell den Namen Wehrmacht. Am 15. Oktober 1935 wurden die ersten drei Panzerdivisionen aufgestellt: die 1. Panzerdivision in Weimar unter dem Kommando von Maximilian von Weichs, die 2. Panzerdivision in Würzburg unter Guderian und die 3. Panzerdivision in Berlin unter Ernst Feßmann.

Mit der Aufstellung der Panzertruppe im Jahr 1935 erhielten die Besatzungen eine eigene, unverwechselbare schwarze Uniform. Die Wahl der Farbe Schwarz war dabei höchst praktisch: Sie verbarg die unvermeidlichen Öl- und Schmutzflecken, die zum Alltag der Panzerbesatzungen gehörten. Zugleich wurde die schwarze Uniform zum ikonischen Symbol dieser neuen, modernen Waffengattung. Als Waffenfarbe führte die Panzertruppe von 1935 an das charakteristische Rosarot – eine Farbwahl, die ihre Wurzeln in den Traditionen der vormotrisierten Kavallerie hatte und nun die schnelle, gepanzerte Beweglichkeit der Panzer repräsentierte.

Konstruktion und praktische Merkmale

Die Panzerjacke, auch als “Panzer-Wickeljacke” bekannt, war doppelreihig geschnitten und reichte bis zur Hüfte. Der enge Schnitt war bewusst gewählt, damit sich der Träger im beengten Inneren eines Panzers nicht verfangen konnte. Verstärkte Ellbogen und zahlreiche Taschen waren auf die praktischen Bedürfnisse der Panzerbesatzungen zugeschnitten. Die Jacke musste ausreichend Bewegungsfreiheit in den beengten Räumen eines Panzers bieten und gleichzeitig Schutz gewähren.

Das vorliegende Exemplar besteht aus schwerem schwarzen Tuch und ist innen mit graubraunem Tuchfutter versehen. Die Knöpfe sind aus schwarzem Bakelit gefertigt. An der Brust befindet sich ein BeVo-gewebter Brustadler in grau auf schwarzem Grund – typisch für die Heerespanzereinheiten. Die Kragenspiegel tragen den charakteristischen Totenkopf, jenes markante Abzeichen, das die Panzertruppe unverwechselbar machte. Die schwarzen Schulterklappen für Mannschaften und Unteroffiziere waren aus schwerem Stoff gefertigt und wurden häufig vollständig auf die Schultern aufgenäht, damit sich der Träger im engen Panzerinneren nirgends verfangen konnte.

Im Inneren der Jacke findet sich ein RB-Nr. Stempel (Reichsbekleidungsamtsnummer) sowie ein Kammerstempel, die auf die Ausgabe aus einem militärischen Depot hinweisen.

Der Dienstgrad des Gefreiten

Der Rang des Gefreiten wurde in der Wehrmacht offiziell am 1. Oktober 1936 eingeführt. Es handelte sich um den ersten Mannschaftsdienstgrad mit erhöhter Verantwortung, der über dem einfachen Schützen stand. Die Beförderung zum Gefreiten erforderte in der Regel mindestens sechs Monate bis ein Jahr Dienstzeit sowie den Nachweis von Zuverlässigkeit und militärischen Fähigkeiten. Die Beförderung war häufig der erste Schritt auf der militärischen Karriereleiter. Am vorliegenden Stück zeigt der Gefreiten-Winkel am linken Oberarm diesen Rang an.

Einsatz und Tragepraxis

Die schwarze Wolluniform war ausschließlich den Besatzungen von Panzern, Jagdpanzern und Panzerspähwagen vorbehalten, ob sie nun zum Heer oder zu Waffen-SS-Einheiten gehörten. Sie unterschied die Panzerbesatzungen deutlich von der Infanterie und anderen Waffengattungen. Offiziell war die Panzerjacke als Arbeits- und Felduniform vorgesehen, die nur im oder in der Nähe des Fahrzeugs getragen werden sollte. Diese Vorschrift wurde jedoch allgemein ignoriert – die Angehörigen der Panzertruppe trugen selten die Standarduniform und bevorzugten bei weitem ihre einzigartigen Jacken.

Ab 1940 wurden zudem feldgraue Versionen für die Besatzungen von Sturmgeschützen ausgegeben. Später im Krieg wurde auch eine schwarze Ausführung der M43-Feldmütze getragen. Offiziere ließen sich häufig privat geschneiderte Versionen von höherer Qualität anfertigen.

Historischer Kontext: 1943/44

Während des Zweiten Weltkriegs spielte die Panzerwaffe eine entscheidende Rolle in der deutschen Kriegführung – von den frühen Blitzkrieg-Feldzügen in Polen (1939) und Frankreich (1940) über den Afrikafeldzug bis hin zu den gewaltigen Panzerschlachten an der Ostfront, wie etwa bei Kursk im Juli 1943. Die hier beschriebene Jacke stammt aus den Jahren 1943/44, einer Periode intensivierter Produktion und gleichzeitig zunehmender Abnutzung an mehreren Fronten. Die Produktion erfolgte während des gesamten Krieges durch verschiedene Militärauftragnehmer.

Dieses stark getragene Stück, dessen schwarze Färbung durch langen Gebrauch teilweise verblichen ist, zeugt eindrucksvoll von den Strapazen des Dienstes in der Panzerwaffe. Kragenspiegel und Brustadler sind original, wurden jedoch neu vernäht. Nach Kriegsende 1945 wurde die Wehrmacht aufgelöst, und ihre Abzeichen und Insignien wurden in Deutschland verboten. Uniformen und Abzeichen der Wehrmacht wurden in der Folge zu begehrten historischen Sammlerstücken – ein Schicksal, das auch dieses eindrucksvolle Zeugnis der deutschen Panzerwaffe teilt.