Wehrmacht schwarzes Schiffchen für einen Soldaten bei der 16.Panzerdivision (Lago Berlin)

Kammerstück, schwarzes Tuch, mit Bevo-gewebten Schiffchenadler und Kokarde, Lüftungslöcher vorhanden. Seitlich mit vernähten Blechabzeichen der 16. Panzerdivision. Innen mit braunem Tuchfutter und Herstellerstempel "Lago Berlin", ca. 54, Zustand 2-.
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Wehrmacht schwarzes Schiffchen für einen Soldaten bei der 16.Panzerdivision (Lago Berlin)

Das hier beschriebene schwarze Schiffchen der Wehrmacht stellt ein interessantes Beispiel für die Kopfbedeckungen der deutschen Panzertruppen während des Zweiten Weltkriegs dar. Dieses spezifische Exemplar gehörte einem Soldaten der 16. Panzerdivision und wurde von der Berliner Firma Lago hergestellt.

Das Schiffchen, auch als Feldmütze oder im militärischen Sprachgebrauch als “Lagermütze” bezeichnet, war eine der Standardkopfbedeckungen der Wehrmacht. Anders als die feldgrauen Varianten der meisten Heereseinheiten trugen Angehörige der Panzertruppen sowie der Artillerie traditionell schwarze Uniformen, die auf die historischen Vorbilder der preußischen und deutschen Militärtradition zurückgingen. Diese schwarze Farbe sollte die Verschmutzung durch Öl, Fett und Ruß, die bei der Arbeit mit gepanzerten Fahrzeugen unvermeidlich war, weniger sichtbar machen.

Die auf dem Schiffchen befindliche Bevo-gewebte Kokarde und der Adler entsprechen den Vorschriften der Wehrmacht. Die Firma Bevo (Barmer Bandwirkerei Ewald Vorsteher) war einer der Haupthersteller von gewebten Abzeichen und Insignien für die deutschen Streitkräfte. Diese gewebten Abzeichen waren qualitativ hochwertiger und haltbarer als gestickte oder gedruckte Varianten und wurden besonders bei Offiziersuniformen und hochwertigen Ausrüstungsgegenständen verwendet.

Die 16. Panzerdivision wurde am 1. November 1940 durch Umbenennung der 16. Infanterie-Division (mot.) aufgestellt. Die Division nahm an wichtigen Operationen an der Ostfront teil, darunter das Unternehmen Barbarossa 1941, wo sie der Heeresgruppe Mitte zugeteilt war. Die Division kämpfte in den Schlachten um Smolensk, an der Schlacht um Moskau und später in zahlreichen weiteren Operationen bis zum Kriegsende. Das Divisionsabzeichen, das seitlich auf dem Schiffchen vernäht ist, war ein wichtiges Erkennungsmerkmal und förderte den Korpsgeist innerhalb der Einheit.

Der Hersteller “Lago Berlin” war eine von vielen Firmen, die während des Krieges Uniformteile und Ausrüstung für die Wehrmacht produzierten. Die Herstellerstempel im Inneren von Kopfbedeckungen waren vorgeschrieben und dienten der Qualitätskontrolle sowie der Nachverfolgbarkeit. Die Größenangabe von etwa 54 entspricht einem Kopfumfang von 54 Zentimetern, was einer durchschnittlichen Erwachsenengröße entspricht.

Das braune Tuchfutter im Inneren des Schiffchens war Standard bei Kopfbedeckungen dieser Zeit und diente dem Tragekomfort sowie der Aufnahme von Schweiß. Die vorhandenen Lüftungslöcher waren ein praktisches Detail, das besonders in den heißen Innenräumen von Panzern oder während körperlicher Anstrengung wichtig war.

Die Konstruktion des Schiffchens folgte den Heeresdienstvorschriften (HDv), die detaillierte Vorgaben für Uniformierung und Ausrüstung enthielten. Das schwarze Tuch, aus dem das Schiffchen gefertigt wurde, war ein strapazierfähiges Wollgewebe, das den Anforderungen des Militärdienstes entsprechen musste. Die Qualität und Verarbeitung variierte im Laufe des Krieges erheblich, da mit zunehmender Dauer Materialknappheit und Produktionsdruck die Standards beeinträchtigten.

Für Sammler und Historiker sind solche Objekte von besonderem Wert, da sie authentische Zeugnisse der Militärgeschichte darstellen. Der Zustand 2- (gut bis sehr gut) deutet darauf hin, dass das Stück trotz seines Alters gut erhalten ist. Die Kombination aus dem Grundstück, den Bevo-Insignien und dem spezifischen Divisionsabzeichen macht dieses Schiffchen zu einem dokumentarisch wertvollen Objekt, das einen direkten Bezug zu einer konkreten militärischen Einheit und deren Geschichte aufweist.

Es ist wichtig zu betonen, dass solche militärhistorischen Objekte heute ausschließlich im Kontext der historischen Forschung, Bildung und musealen Dokumentation betrachtet werden sollten. Sie dienen als materielle Quellen zum Verständnis der Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts und der Erfahrungen der Menschen, die diese Uniformen trugen.