Infanteriesturmabzeichen in Silber - Miniatur

16 mm, an Nadel, Zustand 2.
491594
40,00

Infanteriesturmabzeichen in Silber - Miniatur

Das Infanterie-Sturmabzeichen in Silber gehört zu den bedeutendsten Kampfauszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Die hier vorliegende Miniaturversion mit einer Breite von 16 mm an Nadel repräsentiert eine besondere Form dieser Auszeichnung, die für das zivile Tragen oder an der Gesellschaftsuniform gedacht war.

Das Infanterie-Sturmabzeichen wurde durch Verordnung vom 20. Dezember 1939 von Adolf Hitler gestiftet und sollte die besonderen Leistungen der Infanterie im Fronteinsatz würdigen. Die silberne Ausführung war die Grundstufe dieser Auszeichnung und konnte nach drei Teilnahmen an Infanterieangriffen an verschiedenen Tagen oder nach Verwundung während eines Angriffs verliehen werden. Später wurde das System erweitert um eine bronzene Stufe für leichtere Voraussetzungen und eine goldene Stufe für 25, 50, 75 und 100 Kampftage.

Das Abzeichen zeigt in seiner Gestaltung ein aufrecht stehendes Gewehr mit aufgepflanztem Bajonett, umgeben von einem Eichenblätterkranz. Diese Symbolik verkörpert den Infanteriekampf in seiner traditionellsten Form. Der Entwurf stammt vom Berliner Bildhauer und Grafiker Ernst Peekhaus, der mehrere militärische Auszeichnungen des Dritten Reiches gestaltete.

Die Miniaturausführungen militärischer Orden und Ehrenzeichen haben eine lange Tradition in der deutschen Militärgeschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Sie dienten dem Zweck, bei zivilen Anlässen oder an der kleinen Uniform die erhaltenen Auszeichnungen in dezenterer Form tragen zu können. Während die reguläre Ausführung des Infanterie-Sturmabzeichens etwa 48-50 mm breit war und an der Felduniform auf der linken Brustseite getragen wurde, waren Miniaturen wie die vorliegende mit 16 mm deutlich kleiner dimensioniert.

Die Herstellung erfolgte durch verschiedene private Hersteller, die nach Vergabe durch das Oberkommando der Wehrmacht produzieren durften. Die Miniaturen wurden meist aus Buntmetall gefertigt und anschließend versilbert. Die Befestigung erfolgte standardmäßig über eine rückseitig angelötete Nadel, wie auch bei diesem Exemplar. Die Qualität und Ausführung konnte je nach Hersteller und Produktionszeitpunkt variieren, wobei frühere Stücke generell eine höhere Materialqualität und feinere Detailarbeit aufwiesen als spätere Kriegsfertigungen.

Der angegebene Zustand 2 entspricht in der militärhistorischen Sammlerkategorisierung einem gut erhaltenen Stück mit leichten Gebrauchsspuren. Dies ist bei Miniaturen durchaus üblich, da sie getragen wurden und im Gegensatz zu den regulären Kampfabzeichen häufiger angefasst und bewegt wurden.

Die rechtliche und ethische Einordnung solcher Objekte ist heute komplex. Als historische Dokumente einer verbrecherischen Diktatur und eines Angriffskrieges sind sie wichtige Zeugnisse für Forschung und Bildung. Ihre Sammlung und Aufbewahrung dient dem historischen Verständnis, wobei stets der Kontext ihrer Entstehung und Verwendung kritisch reflektiert werden muss. In Deutschland ist das Tragen solcher Auszeichnungen seit 1945 nur in modifizierter Form ohne NS-Symbolik erlaubt.

Für Militärhistoriker und Sammlungen sind Miniaturen wie diese wichtige Studienobjekte, da sie Aufschluss über Tragegewohnheiten, Herstellungstechniken und die Alltagskultur der Auszeichnungen geben. Sie dokumentieren, wie militärische Ehrenzeichen auch jenseits des direkten Kampfeinsatzes im gesellschaftlichen Leben präsent waren.