Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Bronze
Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser (DRKB) - Schießauszeichnung in Bronze
Die Schießauszeichnung in Bronze des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser repräsentiert ein wichtiges Kapitel der deutschen Veteranen- und Schießsportgeschichte zwischen 1933 und 1943. Diese Auszeichnung in ihrer zweiten Form, erkennbar an der langen Nadel, dokumentiert die militärische Tradition der Weimarer Republik und des Dritten Reiches.
Der Deutsche Reichskriegerbund Kyffhäuser
Der DRKB entstand 1922 durch die Vereinigung verschiedener deutscher Veteranenverbände und benannte sich nach dem symbolträchtigen Kyffhäuser-Denkmal in Thüringen. Der Bund verstand sich als Dachorganisation für ehemalige Soldaten und Kriegsteilnehmer und erreichte in den 1920er Jahren eine Mitgliederzahl von über 2,8 Millionen. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 wurde der Verband gleichgeschaltet und in das NS-System eingegliedert. 1938 erfolgte die Umbenennung in NS-Reichskriegerbund (Kyffhäuserbund).
Schießwesen und Auszeichnungen
Das Schießwesen spielte im Reichskriegerbund eine zentrale Rolle. Es diente nicht nur der sportlichen Betätigung, sondern auch der wehrsportlichen Ertüchtigung der Mitglieder. Die Organisation führte regelmäßige Schießwettbewerbe durch, bei denen verschiedene Leistungsstufen erreicht werden konnten. Für besondere Leistungen im Schießsport verlieh der DRKB spezielle Auszeichnungen in drei Stufen: Bronze, Silber und Gold.
Die Schießauszeichnung in Bronze stellte die Einstiegsstufe dar und wurde für grundlegende Schießleistungen verliehen. Die genauen Bedingungen waren in den Schießordnungen des Bundes festgelegt und umfassten bestimmte Mindestpunktzahlen bei standardisierten Schießübungen. Die Auszeichnungen wurden auf Ortsgruppen- oder Kreisebene verliehen und im Kriegerbund-Ausweis dokumentiert.
Gestaltung und Formen
Die Schießauszeichnungen des DRKB wurden in verschiedenen Ausführungsformen hergestellt. Die vorliegende zweite Form mit langer Nadel unterscheidet sich von der ersten Form, die üblicherweise mit einer kürzeren Nadel oder anderen Befestigungsmechanismen ausgestattet war. Die Abzeichen zeigten typischerweise das Kyffhäuser-Denkmal oder andere Symbole des Bundes, kombiniert mit Schießsport-Attributen wie gekreuzten Gewehren oder Zielscheiben.
Die Bronzeausführung wurde durch entsprechende Metalllegierung oder Bronzierung hergestellt. Die lange Nadel ermöglichte das Tragen der Auszeichnung an der Zivilkleidung oder der Veteranenuniform. Die Nadel war meist mit einem Hakenverschluss oder einer ähnlichen Sicherung versehen.
Historischer Kontext
Die Schießauszeichnungen des DRKB müssen im Kontext der deutschen Zwischenkriegszeit betrachtet werden. Nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages von 1919 war Deutschland in seiner militärischen Stärke stark beschränkt. Veteranenverbände und ihre Aktivitäten gewannen dadurch eine besondere Bedeutung. Das Schießwesen diente offiziell sportlichen Zwecken, hatte jedoch auch eine wehrsportliche Komponente.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden alle Veteranenverbände dem Führerprinzip unterworfen. Der Reichskriegerbund wurde zu einem Instrument der NS-Ideologie und der Vorbereitung auf den kommenden Krieg. Die Schießausbildung erhielt einen stärker militärischen Charakter. 1943 wurde der NS-Reichskriegerbund aufgelöst, da die meisten wehrfähigen Mitglieder zum Kriegsdienst eingezogen waren.
Sammlerwert und Erhaltung
Heute sind die Schießauszeichnungen des DRKB gesuchte militärhistorische Sammlerobjekte. Der Zustand 2 (sehr gut) deutet auf eine Auszeichnung hin, die nur geringe Gebrauchsspuren aufweist und deren Details gut erhalten sind. Die lange Nadel sollte noch vollständig und funktionstüchtig sein, die Oberfläche der Bronze sollte eine gleichmäßige Patina aufweisen.
Die zweite Form der Auszeichnung ist bei Sammlern besonders interessant, da sie Rückschlüsse auf Herstellungszeitraum und Verleihungspraxis erlaubt. Die Dokumentation verschiedener Formen hilft, die organisatorische Entwicklung des Bundes nachzuvollziehen.
Bedeutung für die Geschichtsforschung
Diese Auszeichnungen sind wichtige Zeugnisse der deutschen Veteranenkultur und des Vereinswesens der 1920er bis 1940er Jahre. Sie dokumentieren die Entwicklung von der demokratischen Weimarer Republik über die Gleichschaltung bis zur vollständigen Militarisierung der Gesellschaft im Zweiten Weltkrieg. Für die Militärgeschichte bieten sie Einblicke in die Ausbildungspraxis und die Bedeutung des Schießsports in der deutschen Gesellschaft dieser Epoche.