III. Reich - Der Deutsche Automobil Club ( D.D.A.C. ) - nichttragbare Teilnehmerplakette - " DDAC früher Schwäb. Autom. Club Ortsgr. Augsburg - Für sportliche Leistungen im Olympiajahr 1936 "

Eisen vergoldet, teilweise emailliert, 78 x 81 mm, mit 3 Bohrungen, Zustand 2.
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380,00

III. Reich - Der Deutsche Automobil Club ( D.D.A.C. ) - nichttragbare Teilnehmerplakette - " DDAC früher Schwäb. Autom. Club Ortsgr. Augsburg - Für sportliche Leistungen im Olympiajahr 1936 "

Die vorliegende nichttragbare Teilnehmerplakette des Deutschen Automobil-Clubs (DDAC) aus dem Olympiajahr 1936 stellt ein faszinierendes Zeugnis der deutschen Automobilgeschichte und des organisierten Motorsports während der nationalsozialistischen Herrschaft dar. Diese Plakette wurde von der Ortsgruppe Augsburg verliehen, die ihre Wurzeln im Schwäbischen Automobil-Club hatte, einer der regionalen Automobilvereinigungen, die in den DDAC integriert wurden.

Der Deutsche Automobil-Club entstand 1933 durch die Gleichschaltung verschiedener regionaler Automobilclubs im Deutschen Reich. Unter der nationalsozialistischen Herrschaft wurden alle bestehenden Automobilvereinigungen, darunter auch der traditionsreiche Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) und regionale Clubs wie der Schwäbische Automobil-Club, aufgelöst und im DDAC zusammengefasst. Diese Konsolidierung entsprach der nationalsozialistischen Politik der Vereinheitlichung aller gesellschaftlichen Organisationen unter der Kontrolle der NSDAP.

Das Jahr 1936 hatte für das nationalsozialistische Deutschland eine besondere propagandistische Bedeutung. Die Olympischen Sommerspiele fanden vom 1. bis 16. August 1936 in Berlin statt und dienten dem Regime als internationale Bühne zur Selbstdarstellung. Das gesamte Jahr wurde als “Olympiajahr” zelebriert, und zahlreiche Organisationen nutzten diesen Anlass für besondere Veranstaltungen und Ehrungen. Der Motorsport spielte in der nationalsozialistischen Propaganda eine wichtige Rolle, da sportliche Erfolge deutscher Rennfahrer und die technologische Überlegenheit deutscher Automobilhersteller als Beweis für die vermeintliche Überlegenheit des “deutschen Volkes” instrumentalisiert wurden.

Die Stadt Augsburg besaß eine lange Tradition im Automobilwesen. Der Schwäbische Automobil-Club, dessen Nachfolge die DDAC-Ortsgruppe Augsburg antrat, war eine der etablierten regionalen Organisationen, die sich der Förderung des Automobilsports und der Motorisierung widmete. Nach der Eingliederung in den DDAC behielten die lokalen Organisationen oft ihre regionalen Strukturen und Aktivitäten bei, agierten nun jedoch unter dem Dach der gleichgeschalteten Reichsorganisation.

Die technische Ausführung der Plakette ist charakteristisch für derartige Auszeichnungen der 1930er Jahre. Das Material vergoldetes Eisen war kostengünstiger als Edelmetalle, erlaubte aber dennoch eine repräsentative Optik. Die partielle Emaillierung war eine gängige Technik zur Herstellung farbiger Akzente, wobei besonders die Symbole des DDAC – das charakteristische Zahnrad mit dem Hakenkreuz – häufig in Emaille ausgeführt wurden. Die drei Bohrungen dienten der permanenten Befestigung der Plakette, typischerweise an Wänden von Clubräumen, Geschäftsstellen oder bei den Preisträgern selbst.

Die Auszeichnung “Für sportliche Leistungen” deutet darauf hin, dass diese Plakette an Teilnehmer von Motorsportveranstaltungen vergeben wurde. Der DDAC organisierte auf lokaler und regionaler Ebene zahlreiche Veranstaltungen, darunter Zuverlässigkeitsfahrten, Orientierungsfahrten, Bergrennen und andere motorsportliche Wettbewerbe. Diese Ereignisse dienten nicht nur der Förderung des Motorsports, sondern auch der Gemeinschaftsbildung unter den Mitgliedern und der Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts.

Die nichttragbare Form der Plakette unterscheidet sie von Anstecknadeln oder Medaillen. Solche Wandplaketten wurden typischerweise in größerer Ausführung gefertigt und sollten einen dauerhaften Erinnerungswert besitzen. Mit ihren Maßen von 78 x 81 mm war diese Plakette ein substanzielles Objekt, das deutlich sichtbar angebracht werden konnte.

Im historischen Kontext dokumentiert diese Plakette die Durchdringung des zivilen Vereinslebens durch nationalsozialistische Strukturen. Der DDAC war nicht nur ein Automobilclub, sondern auch ein Instrument der politischen Kontrolle und Propaganda. Die Organisation wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 von den Alliierten aufgelöst. In der Nachkriegszeit wurde 1946 in der amerikanischen Besatzungszone der ADAC neu gegründet, der bis heute als größter Automobilclub Europas besteht.

Für Sammler und Historiker sind solche Plaketten wichtige Quellen zum Verständnis der Alltagskultur und des Vereinslebens im Dritten Reich. Sie zeigen, wie sport­liche und technische Interessen mit politischer Ideologie verwoben wurden und wie lokale Traditionen in das zentralistische System des nationalsozialistischen Staates eingegliedert wurden.