III. Reich Fotos, Geschenkbuch zum fünfzigsten Geburtstag an Adolf Hitler vom Jahrgang 1889 aus Lambrecht-Saarpfalz 

7 Fotos, Maße ca. 8,5 x 11,5 cm. Zustand 2.
484095
60,00

III. Reich Fotos, Geschenkbuch zum fünfzigsten Geburtstag an Adolf Hitler vom Jahrgang 1889 aus Lambrecht-Saarpfalz 

Das vorliegende Objekt - ein Geschenkbuch zum fünfzigsten Geburtstag Adolf Hitlers vom Jahrgang 1889 aus Lambrecht in der Saarpfalz - repräsentiert eine charakteristische Form der politischen Huldigung im Dritten Reich. Solche Geburtstagsgeschenke an den Führer waren Ausdruck des systematisch organisierten Personenkults, der das nationalsozialistische Regime prägte.

Adolf Hitler wurde am 20. April 1889 in Braunau am Inn geboren. Sein fünfzigster Geburtstag am 20. April 1939 wurde im gesamten Deutschen Reich mit außerordentlichem Pomp begangen. Dieser Geburtstag fiel in eine Zeit zunehmender außenpolitischer Spannungen - nur fünf Monate vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs. Die Feierlichkeiten wurden von der NS-Propaganda als Demonstration nationaler Einheit und Stärke inszeniert.

Die Praxis, Geschenkbücher und Glückwunschalben an Hitler zu übersenden, war im nationalsozialistischen Deutschland weit verbreitet. Gemeinden, Betriebe, Vereine, Schulklassen und andere Organisationen fertigten solche Präsente an, um ihre Loyalität zum Regime und zum Führer zu demonstrieren. Diese Geschenke enthielten typischerweise Fotografien lokaler Ereignisse, Porträts von Parteimitgliedern oder Hitlerjugend-Angehörigen, Ansichten der jeweiligen Ortschaft sowie handschriftliche oder gedruckte Widmungen und Treuebekundungen.

Lambrecht in der Saarpfalz war eine kleine Stadt in der damaligen Bayerischen Pfalz, die nach der Rückgliederung des Saargebiets 1935 besondere Bedeutung für die nationalsozialistische Propaganda hatte. Die Saarabstimmung vom 13. Januar 1935, bei der über 90 Prozent der Bevölkerung für die Rückkehr zum Deutschen Reich stimmten, wurde von den Nationalsozialisten als großer Propagandaerfolg gefeiert. Geschenke aus dieser Region trugen daher eine besondere symbolische Bedeutung der “Heimkehr ins Reich”.

Die sieben Fotografien in diesem Album, mit den Maßen von etwa 8,5 x 11,5 cm, repräsentieren das damals übliche Format für dokumentarische Aufnahmen. Solche Fotoalben dokumentierten oft den Jahrgang 1889 - also alle Personen aus der Gemeinde, die im selben Geburtsjahr wie Hitler geboren wurden. Diese Praxis unterstrich die propagandistische Vorstellung einer volksgemeinschaftlichen Verbundenheit über Generationen hinweg.

Der Führerkult im Nationalsozialismus war zentral für die Herrschaftsausübung des Regimes. Hitler wurde nicht nur als politischer Führer, sondern als quasi-religiöse Erlösergestalt inszeniert. Sein Geburtstag war neben dem 30. Januar (Tag der Machtergreifung) und dem 9. November (Gedenktag an den Hitlerputsch 1923) einer der wichtigsten Feiertage im NS-Kalender. An diesem Tag wurden im gesamten Reich Fackelzüge, Aufmärsche und Feierstunden veranstaltet.

Die Reichskanzlei erhielt zu jedem Führergeburtstag Tausende solcher Geschenke aus allen Teilen des Reiches und später auch aus besetzten Gebieten. Die Verwaltung dieser Geschenke erforderte einen erheblichen bürokratischen Aufwand. Viele wurden registriert, fotografiert und archiviert, wobei Dankschreiben an die Absender versandt wurden, meist mit faksimilierter Unterschrift Hitlers.

Aus historischer Perspektive sind solche Objekte heute bedeutsame Quellen zur Sozialgeschichte des Nationalsozialismus. Sie dokumentieren die Durchdringung des Alltagslebens durch die NS-Ideologie und zeigen, wie lokale Gemeinschaften ihre Loyalität zum Regime ausdrückten - sei es aus Überzeugung, sozialem Druck oder opportunistischen Motiven. Die Fertigung solcher Geschenkalben war oft das Ergebnis kollektiver Anstrengungen, bei denen Fotografen, Buchbinder und andere Handwerker zusammenarbeiteten.

Der Erhaltungszustand solcher historischer Dokumente variiert erheblich. Viele wurden nach 1945 zerstört, da ihre Besitzer Kompromittierung fürchteten. Überlebende Exemplare befinden sich heute in Archiven, Museen und Privatsammlungen. Sie dienen der historischen Forschung und musealen Bildungsarbeit zur Aufklärung über die Mechanismen totalitärer Herrschaft.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit solchen Objekten erfordert kritische Kontextualisierung. Sie sind keine neutralen Dokumente, sondern Produkte eines verbrecherischen Regimes, das für den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust verantwortlich war. Ihre Aufbewahrung und Präsentation muss daher stets im Kontext der Aufklärung über die NS-Diktatur und ihrer Verbrechen erfolgen.

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