Kaiserliche Marine Paar silberner Knöpfe für den Kollani
Preis pro Paar:
Die Kaiserliche Marine, die zwischen 1871 und 1918 als Kriegsmarine des Deutschen Kaiserreichs diente, entwickelte im Laufe ihrer Existenz ein komplexes System von Uniformen und Abzeichen, das die verschiedenen Ränge, Funktionen und Einheiten kennzeichnete. Die hier vorliegenden silbernen Knöpfe für den Kragen, hergestellt um 1900 von Jul. C. Schneider in Kiel, repräsentieren ein authentisches Beispiel der Uniformausstattung dieser bedeutenden maritimen Streitmacht.
Die Firma Julius C. Schneider in Kiel gehörte zu den etablierten Herstellern von Marineeffekten und Uniformzubehör während der wilhelminischen Ära. Kiel, als Hauptstützpunkt der Kaiserlichen Marine und Sitz der Marinestation der Ostsee, war ein natürliches Zentrum für die Produktion von Marineausrüstung. Die Stadt beherbergte zahlreiche Zulieferer, die die wachsende Flotte mit allem Notwendigen versorgten, von großen Ausrüstungsgegenständen bis hin zu kleinsten Uniformdetails wie Knöpfen.
Die Zeit um 1900 markierte eine Phase intensiver Expansion der Kaiserlichen Marine unter der Ägide von Admiral Alfred von Tirpitz und Kaiser Wilhelm II. Die Flottengesetze von 1898 und 1900 führten zu einem massiven Aufbau der deutschen Seestreitkräfte, der nicht nur neue Schiffe, sondern auch Tausende neuer Mannschaften und Offiziere erforderte. Dieser Ausbau schuf eine entsprechende Nachfrage nach Uniformteilen und Effekten.
Kragenknöpfe aus Silber waren typischerweise Bestandteil der Offiziersuniformen. Die Marine-Bekleidungsvorschriften, die detailliert die Ausstattung der verschiedenen Ränge regelten, unterschieden genau zwischen den Materialien und Ausführungen für Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften. Während einfache Mannschaften in der Regel mit Messingknöpfen ausgestattet wurden, trugen Offiziere feinere Knöpfe aus Silber oder versilbertem Material. Der Durchmesser von etwa 2,6 cm entspricht den standardisierten Maßen für Kragenknöpfe dieser Zeit.
Die Knöpfe der Kaiserlichen Marine zeigten typischerweise das kaiserliche Hoheitszeichen – den Reichsadler mit der Kaiserkrone – oder den Anker als Symbol der Seestreitkräfte. Die genaue Ausführung variierte je nach Rang und Verwendungszweck. Die Rückseite trug häufig die Herstellermarke, wie in diesem Fall “Jul. C. Schneider Kiel”, was die Authentizität und Herkunft des Stücks dokumentierte.
Die Uniformierung der Kaiserlichen Marine folgte strengen Vorschriften, die regelmäßig aktualisiert wurden. Die Allerhöchste Kabinettsorder vom 1. September 1848 hatte erstmals einheitliche Uniformen für die preußische Marine festgelegt, und diese Tradition setzte sich im Kaiserreich fort. Die Uniformen sollten nicht nur funktional sein, sondern auch den Stolz und die Würde der aufstrebenden deutschen Seemacht repräsentieren.
Kragenknöpfe waren mehr als nur funktionale Verschlüsse; sie waren Bestandteil der militärischen Identität und des Korpsgeistes. Jeder Matrose und Offizier wurde angehalten, seine Uniform stets in tadellosem Zustand zu halten, wobei auch glänzende, gut gepflegte Knöpfe zur äußeren Erscheinung gehörten. Die Materialwahl – Silber für Offiziere – unterstrich auch die soziale Hierarchie innerhalb der Marine.
Die Erhaltung solcher Knöpfe als Paar ist bemerkenswert, da viele Uniformteile nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Untergang der Kaiserlichen Marine 1918 verloren gingen, zerstört oder einzeln verstreut wurden. Die Matrosenaufstände von 1918 in Kiel und anderen Marinestützpunkten markierten das dramatische Ende der kaiserlichen Seestreitkräfte. Viele Uniformen wurden abgelegt, zerstört oder ihrer Abzeichen beraubt.
Für Sammler und Historiker bieten solche authentischen Stücke wertvolle Einblicke in die materielle Kultur der Kaiserlichen Marine. Sie dokumentieren nicht nur die handwerkliche Qualität der damaligen Fertigung, sondern auch die Liebe zum Detail, mit der die Uniformvorschriften umgesetzt wurden. Die Herstellermarke ermöglicht zudem die Zuordnung zu spezifischen Produktionsstätten und Zeiträumen, was für die historische Forschung von Bedeutung ist.