Lineol - Schweiz General im Mantel mit Fernglas und Karte stehend

7 cm. Zustand 2.
259195
€ 50,00

Lineol - Schweiz General im Mantel mit Fernglas und Karte stehend

Lineol Schweizer General im Mantel: Militärische Spielzeugfiguren im Kontext der Zwischenkriegszeit

Die vorliegende Lineol-Figur eines schweizerischen Generals im Mantel mit Fernglas und Karte stellt ein charakteristisches Beispiel der deutschen Spielzeugproduktion der 1930er und 1940er Jahre dar. Mit einer Höhe von 7 cm gehört sie zu den typischen Massesoldat-Figuren, die das Nürnberger Unternehmen Lineol (gegründet 1906 von Oskar Wiederholt) in großer Vielfalt herstellte.

Die Firma Lineol und ihre Bedeutung

Lineol etablierte sich in der Zwischenkriegszeit als einer der führenden Hersteller von Spielzeugsoldaten in Deutschland. Im Gegensatz zu den traditionellen Bleifiguren verwendete Lineol eine innovative Masse-Komposition aus Kasein, Kreide, Kaolin und Leinöl. Diese Technik ermöglichte die Herstellung detaillierter, leichter und kostengünstigerer Figuren als die klassischen Zinnfiguren. Die Figuren wurden in Formen gegossen, getrocknet und anschließend handbemalt, wobei besonderer Wert auf historische Genauigkeit der Uniformen gelegt wurde.

Schweizerische Militäruniformen der Epoche

Die Darstellung eines schweizerischen Generals mit Mantel, Fernglas und Karte reflektiert die militärische Ausrüstung und Uniform der Schweizer Armee in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Mantel, vermutlich in der charakteristischen graugrünen Farbe der schweizerischen Armee, entsprach den Uniformvorschriften, die in der Schweiz zwischen den 1920er und 1940er Jahren galten. Das Fernglas und die Karte als Attribute kennzeichnen die Figur eindeutig als Offizier im Generalrang und unterstreichen die Führungsfunktion.

Die Schweiz unterhielt während der beiden Weltkriege ihre bewaffnete Neutralität durch eine starke Milizarmee. Besonders während des Zweiten Weltkriegs spielte die schweizerische Generalität unter General Henri Guisan (1874-1960), der von 1939 bis 1945 Oberbefehlshaber der Schweizer Armee war, eine zentrale Rolle bei der Verteidigung der nationalen Souveränität.

Sammlerkontext und Produktionsperiode

Lineol produzierte Figuren verschiedener Nationen und Epochen. Neben deutschen Wehrmachtssoldaten fertigte das Unternehmen auch Darstellungen ausländischer Armeen, darunter französische, italienische, britische und eben auch schweizerische Einheiten. Diese internationale Ausrichtung ermöglichte es Sammlern und Kindern, komplexe militärische Szenarien nachzustellen.

Die Produktionszeit dieser Schweizer Generalsfigur lässt sich aufgrund der Stilistik und der verwendeten Uniformdetails wahrscheinlich auf die 1930er bis frühe 1940er Jahre datieren. Diese Periode markiert die Hochphase der Lineol-Produktion, bevor kriegsbedingte Material- und Produktionsengpässe die Herstellung zunehmend einschränkten. Nach 1945 wurde die Produktion unter veränderten Bedingungen fortgesetzt, bis das Unternehmen 1983 endgültig geschlossen wurde.

Zustandsbewertung und Sammlerwert

Der angegebene Zustand 2 entspricht in der gängigen Sammlerskala einem sehr guten bis guten Erhaltungszustand. Dies bedeutet, dass die Figur nahezu vollständig erhalten ist, möglicherweise mit leichten Gebrauchsspuren, minimalen Farbabrieben oder kleinen Retuschen. Für Massefiguren, die aufgrund ihres Materials empfindlicher als Metallfiguren sind, stellt dies einen bemerkenswert guten Zustand dar. Risse, Brüche oder größere Farbverluste wären in dieser Zustandskategorie nicht zu erwarten.

Historische und kulturelle Bedeutung

Solche Spielzeugfiguren sind heute nicht nur Sammlerobjekte, sondern auch kulturhistorische Dokumente. Sie spiegeln die militärische Ästhetik, die gesellschaftliche Wahrnehmung von Militär und die Spielkultur ihrer Entstehungszeit wider. Die Tatsache, dass Lineol auch neutrale Armeen wie die schweizerische darstellte, zeigt das breite Interesse an militärischer Vielfalt und die Anerkennung der Schweizer Armee als bedeutende europäische Streitmacht.

Die Darstellung mit Fernglas und Karte betont die strategische und taktische Dimension militärischer Führung – Attribute, die den intellektuellen Aspekt des Offiziersberufs unterstreichen und über die reine Kampfdarstellung hinausgehen. Dies verleiht der Figur eine besondere pädagogische Dimension im Kontext des historischen Spielzeugs.

Heute sind gut erhaltene Lineol-Figuren gesuchte Sammlerstücke, die einen wichtigen Platz in der Geschichte des deutschen Spielzeugs und der militärhistorischen Miniaturendarstellung einnehmen.