NS Marinebund Satz Adler, Eichelaubkranz und Kokarde für die dunkelblaue Schirmmütze

Aluminium vergoldet, das EK schwarz emailliert, Zustand 2+.
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250,00

NS Marinebund Satz Adler, Eichelaubkranz und Kokarde für die dunkelblaue Schirmmütze

Die hier beschriebenen Insignien gehören zu den Kopfbedeckungsabzeichen des NS-Marinebundes, einer Organisation, die während der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland existierte. Der Satz besteht aus drei wesentlichen Komponenten: einem Adler, einem Eichelaubkranz und einer Kokarde, die alle für die dunkelblaue Schirmmütze bestimmt waren.

Der NS-Marinebund (auch bekannt als Deutscher Marinebund) wurde als Nachfolgeorganisation des traditionellen Deutschen Flottenvereins gegründet und diente der Förderung maritimer Interessen sowie der Verbindung ehemaliger und aktiver Marineangehöriger. Nach der Machtübernahme 1933 wurde die Organisation zunehmend in die nationalsozialistische Strukturen integriert und gleichgeschaltet.

Die Materialausführung dieser Abzeichen ist bezeichnend für die damalige Zeit: Das verwendete Aluminium wurde vergoldet, was eine kostengünstigere Alternative zu echtem Gold darstellte, aber dennoch einen repräsentativen Eindruck vermittelte. Das Eichenlaub (EK) zeigt schwarze Emaillierung, eine Technik, die sowohl ästhetische als auch symbolische Bedeutung hatte. Die Farbe Schwarz war neben Weiß und Rot eine der traditionellen deutschen Nationalfarben und spielte in der NS-Symbolik eine wichtige Rolle.

Der Adler als heraldisches Symbol hatte in der deutschen Marine eine lange Tradition, die weit über die NS-Zeit hinausreichte. Bereits in der Kaiserlichen Marine war der Adler ein zentrales Symbol der staatlichen Autorität. In der NS-Zeit wurde die Darstellung des Adlers jedoch spezifisch modifiziert: Der nationalsozialistische Adler blickte charakteristischerweise über seine linke Schwinge und hielt häufig ein Hakenkreuz in seinen Fängen.

Der Eichelaubkranz symbolisierte Stärke, Beständigkeit und Ehre – Attribute, die der Eiche seit Jahrhunderten in der deutschen Symbolik zugeschrieben wurden. Die Verwendung von Eichenlaub in militärischen und paramilitärischen Kontexten reicht in Deutschland bis in die Befreiungskriege gegen Napoleon zurück und wurde in verschiedenen Epochen der deutschen Militärgeschichte fortgeführt.

Die Kokarde als kreisförmiges Abzeichen hatte ihre Ursprünge im 18. Jahrhundert und diente der Kennzeichnung der nationalen Zugehörigkeit. In der deutschen Marinetradition waren Kokarden fester Bestandteil der Kopfbedeckungen und durchliefen verschiedene Farbgestaltungen je nach politischem System: von Schwarz-Weiß-Rot in der Kaiserzeit über Schwarz-Rot-Gold in der Weimarer Republik bis zu den NS-Farben.

Die dunkelblaue Schirmmütze, für die diese Abzeichen bestimmt waren, entsprach der traditionellen Marineuniform-Farbgebung. Marineblau war international die charakteristische Farbe für Marineuniformen und unterschied Marineangehörige von anderen Waffengattungen. Die Schirmmütze selbst war ein Rangabzeichen und Ausdruck militärischer bzw. paramilitärischer Zugehörigkeit.

Der Zustand 2+ in der Beschreibung entspricht einem sammlertechnischen Bewertungssystem, das den Erhaltungsgrad militärischer Antiquitäten klassifiziert. Diese Bewertung deutet auf einen sehr guten Erhaltungszustand mit nur minimalen Gebrauchsspuren hin, was bei Objekten aus dieser Epoche bemerkenswert ist.

Im historischen Kontext müssen solche Objekte differenziert betrachtet werden. Sie sind Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte und dienen heute primär der historischen Forschung und Dokumentation. Der Umgang mit NS-Devotionalien unterliegt in Deutschland strengen gesetzlichen Regelungen, insbesondere dem Strafgesetzbuch §86a, der die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen unter Strafe stellt. Ausnahmen gelten für Kunst, Wissenschaft, Forschung, Lehre und Berichterstattung.

Für Militärhistoriker und Museen sind solche Objekte wichtige Studienobjekte, um die Entwicklung militärischer Symbolik, Herstellungstechniken und organisatorischer Strukturen zu verstehen. Sie dokumentieren die Gleichschaltung der deutschen Gesellschaft und die Durchdringung aller Lebensbereiche mit nationalsozialistischer Ideologie.