Nahkampfspange in Bronze - F&BL

Fertigung der Fa. Funke & Brüninghaus Lüdenscheid, Feinzink bronziert, das Plättchen und die Nadel magnetisch, Zustand 2-3
504695
450,00

Nahkampfspange in Bronze - F&BL

Die Nahkampfspange in Bronze gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Diese besondere Kampfauszeichnung wurde durch Stiftungserlass vom 25. November 1942 von Adolf Hitler persönlich eingeführt und sollte die Tapferkeit und den persönlichen Einsatz der Soldaten im direkten Nahkampf würdigen.

Das vorliegende Exemplar wurde von der Firma Funke & Brüninghaus aus Lüdenscheid gefertigt, einem der bedeutenden Hersteller militärischer Auszeichnungen während des Krieges. Die Fertigung erfolgte in Feinzink bronziert, wobei das Plättchen und die Nadel magnetisch sind, was auf die kriegsbedingte Materialknappheit und die damit verbundene Verwendung von Ersatzmaterialien hinweist. Gegen Kriegsende wurde zunehmend Zink anstelle von Bronze verwendet, da strategisch wichtige Metalle für die Rüstungsproduktion benötigt wurden.

Die Nahkampfspange wurde in drei Stufen verliehen: Bronze, Silber und Gold. Die Bronzestufe, wie hier vorliegend, wurde für die Teilnahme an 15 Nahkampftagen verliehen. Als Nahkampftag galt ein Tag, an dem der Soldat in direkten, unmittelbaren Feindkontakt geraten war, sei es im Häuserkampf, bei Stellungskämpfen oder bei anderen Kampfhandlungen auf kürzeste Distanz. Die Silberstufe erforderte 30, die Goldstufe 50 Nahkampftage.

Die Verleihungskriterien wurden in den Bestimmungen über die Stiftung der Nahkampfspange genau definiert. Die Empfehlung zur Verleihung musste vom Kompaniechef oder einer gleichgestellten Dienststelle ausgesprochen und vom Regimentskommandeur oder einer entsprechenden Stelle bestätigt werden. Die Dokumentation erfolgte im Soldbuch und in den Personalakten des Soldaten.

Das Design der Nahkampfspange zeigt charakteristische Merkmale: einen Eichenlaubkranz, in dessen Mitte sich gekreuzte Waffen befinden - typischerweise ein Seitengewehr und eine Handgranate, die symbolisch für den Nahkampf stehen. Über dem Kranz befindet sich ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen. Die Spange ist etwa 48-52 mm breit und wird horizontal auf der linken Brustseite der Uniform getragen, über der Brusttasche.

Die Firma Funke & Brüninghaus verwendete üblicherweise die Herstellermarkierung F&BL, die auf der Rückseite der Spange angebracht wurde. Das Unternehmen aus Lüdenscheid, einem traditionellen Zentrum der Metallverarbeitung im Sauerland, gehörte zu den etablierten Produzenten militärischer Auszeichnungen und produzierte während des Krieges verschiedene Orden und Ehrenzeichen.

Die Trageweise war in der Anzugsordnung für die Soldaten des Heeres genau geregelt. Die Nahkampfspange wurde oberhalb aller anderen Spangen getragen und genoss damit einen hohen Stellenwert in der Hierarchie der Auszeichnungen. Dies unterstreicht die besondere Wertschätzung, die dem Nahkampf und den damit verbundenen Gefahren beigemessen wurde.

Der Erhaltungszustand dieses Exemplars wird mit 2-3 angegeben, was auf ein gut erhaltenes Stück mit leichten Gebrauchsspuren hinweist. Die Bronzierung zeigt wahrscheinlich altersbedingte Patina, die Nadel und das Nadelplättchen sind noch funktionsfähig. Solche authentischen Stücke sind heute wichtige Zeugnisse der Militärgeschichte und werden von Sammlern und Museen zur Dokumentation dieser Epoche bewahrt.

Die Nahkampfspange dokumentiert einen der gefährlichsten Aspekte des Zweiten Weltkriegs - den direkten Kampf Mann gegen Mann. Besonders an der Ostfront, aber auch in Italien und während der Kämpfe in Frankreich nach der Invasion 1944, kam es zu zahlreichen Nahkampfsituationen. Die Spange wurde bis zum Kriegsende 1945 verliehen, wobei die genaue Anzahl der Verleihungen nicht mehr vollständig dokumentiert ist.

Aus heutiger Sicht sind solche Auszeichnungen wichtige historische Artefakte, die uns helfen, die militärische Kultur und Organisation dieser Zeit zu verstehen. Sie sind Bestandteil der Erinnerungskultur und dienen in Museen und Sammlungen der historischen Bildung und Forschung.