Preußen Eigentums-Troddel für einen Angehörigen einer 1 Kompanie .

Band und Quaste weiß, sonst weiß/weiß/weiß, leicht getragen, sehr gut erhalten. Zustand 2
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100,00

Preußen Eigentums-Troddel für einen Angehörigen einer 1 Kompanie .

Die preußische Eigentums-Troddel für Angehörige der 1. Kompanie repräsentiert ein faszinierendes Element des komplexen Abzeichensystems der kaiserlichen deutschen Armee. Als Eigentumsstück wurde diese Troddel nicht von staatlichen Arsenalen ausgegeben, sondern privat von Soldaten bei zivilen Herstellern erworben. Dies steht im Gegensatz zum Kammerstück, der staatlich ausgegebenen Arsenalware. Privatgekaufte Troddeln waren häufig aufwendiger verarbeitet als die Ausgabestücke und zeugen von der Bereitschaft der Soldaten, in ihre Ausrüstung zu investieren.

Die Troddel wurde von Mannschaften und Unteroffizieren ohne Portepee (bis zum Rang des Sergeanten bzw. Unterfeldwebels) getragen. Sie wurde am Seitengewehrfrosch befestigt und diente der Identifizierung der Bataillons- und Kompaniezugehörigkeit des Trägers. Offiziere und höhere Unteroffiziere (Portepee-Unteroffiziere) trugen keine Troddeln, sondern führten stattdessen ein Portepee am Säbel.

Das Farbfolgesystem wurde durch die preußische Armeekabinettsorder vom 8. Mai 1818 eingeführt und blieb bis 1918/19 in Kraft. Die komplett weiße Farbgebung dieser Troddel – weißer Stengel für das 1. Bataillon, weißer Kranz und weißer Schieber für die 1. Kompanie – identifiziert sie eindeutig als Abzeichen der 1. Kompanie. Die preußische Farbfolge verwendete die Farben Weiß (1), Rot (2), Gelb (3) und Blau (4), später ergänzt durch Grün und Schwarz für zusätzliche Kompanien.

Die historischen Wurzeln der Troddel liegen im Säbelknoten, der dazu diente, den Säbel im Kampf an der Hand des Soldaten zu sichern. Bis zum Ersten Weltkrieg hatte sie sich jedoch zu einem rein dekorativen Bestandteil des Identifizierungssystems entwickelt. Das Modell 1873 der Mannschaftstroddel wurde für Mannschaftsdienstgrade eingeführt. Die Farbkodierung ermöglichte eine schnelle Identifizierung der Kompanie- und Bataillonszugehörigkeit von Soldaten, was besonders wichtig für die Identifizierung Gefallener war, bevor Erkennungsmarken ab 1870 teilweise und danach universell eingeführt wurden.

In der Vorkriegszeit war die deutsche Infanterie in zwölf Kompanien pro Regiment organisiert, die durch Troddeln und die Knopfnummern auf den Schulterstücken identifiziert wurden. 1913 wurden die 13. und 14. Kompanie (Maschinengewehrkompanien) hinzugefügt, Ende 1914 folgten die 15. und 16. Kompanie. Das System brach jedoch bereits Ende 1914 aufgrund von Versorgungsproblemen und Truppentransfers zusammen.

Die Produktion von Troddeln wurde im Januar 1917 aufgrund von Materialknappheit vollständig eingestellt, eine direkte Folge der alliierten Seeblockade. Die verbleibenden Lagerbestände wurden bis zu ihrer Erschöpfung ausgegeben, was etwa im März oder April 1917 der Fall war. Ab Ende 1916 machte die Blockade Materialien knapp, und die lokale Produktion konnte nicht fortgesetzt werden.

Das preußische Farbfolgesystem wurde 1918/19 mit dem Ende der kaiserlichen deutschen Armee offiziell abgeschafft. Während der Reichswehrperiode (1919-1935) trugen Unteroffiziere ohne Portepee und höhere Mannschaftsdienstgrade Troddeln in Grün und Silber anstelle von Kompaniefarben. Die Wehrmacht (1935-1945) verwendete weiterhin Troddeln, jedoch mit modifizierten Mustern und Materialien – ab 1937 wurde Kunstseide anstelle von Wolle verwendet.

Diese Troddel besteht aus Wollmaterial in weißer Farbe und umfasst die charakteristischen Bestandteile: Band, Schieber, Stengel, Kranz und Quaste. Die komplett weiße Farbkombination und die Tatsache, dass es sich um ein Eigentumsstück handelt, deuten auf eine Produktion vor 1917 hin, bevor Materialengpässe die Herstellung von Troddeln zum Erliegen brachten. Das vorliegende Exemplar wird als leicht getragen und sehr gut erhalten beschrieben, mit der Zustandsbewertung 2.