Preußen Orden Pour le Mérite für Kunst und Wissenschaft

Es handelt sich hierbei um eine Fertigung aus der Weimarer Republik. Hergestellt von der Firma Godet, Berlin, um 1925/30. Gold. Rundes, durchbrochenes Medaillon, an den Seiten vier durchbrochene, goldene Kronen, dunkelblau emaillierter Schriftreif mit goldener Umschrift "POUR LE MERITE", oben eine fünfblättrige Blüte. Innerhalb des Reifs in Gold kleines, rundes Medaillon mit reliefiertem, preußischem Adler und Spiegelmonogramm "F II", die glatte Rückseite gestempelt "750". Mit Bandring. Maße 55 x 52 mm. Gewicht 30 g. Komplett im original Verleihungsetui, innen mit Hersteller "Gebr. Godet, Berlin W.2 Charlottenstr. 35". Komplett mit original konfektioniertem Halstrageband. Nur minimal getragen in hervorragendem Zustand.

Alexander von Humboldt regte 1842 Friedrich Wilhelm IV. dazu an, eine „Friedensklasse“ des Ordens unter der Bezeichnung Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste für die drei Abteilungen Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften und Medizin sowie Schöne Künste zu stiften.
In der Weimarer Republik wurden zwischen 1924 und 1933 insgesamt nur 30 Orden verliehen; die erste Verleihung fand 1924 an Albert Einstein statt.
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Preußen Orden Pour le Mérite für Kunst und Wissenschaft

Der Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste stellt eine der bedeutendsten Auszeichnungen dar, die jemals im deutschsprachigen Raum für herausragende Leistungen in den Bereichen der Wissenschaft und Kunst verliehen wurde. Seine Entstehung geht auf das Jahr 1842 zurück, als König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen am 31. Mai auf Anregung des berühmten Naturforschers Alexander von Humboldt die sogenannte Friedensklasse des militärischen Pour le Mérite stiftete. Während der ursprüngliche, von Friedrich dem Großen im Jahr 1740 eingeführte Orden ausschließlich militärische Verdienste würdigte, sollte diese neue Klasse die Errungenschaften in drei gleichberechtigten Abteilungen honorieren: Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften und Schöne Künste. Theologische Wissenschaften waren ausdrücklich von der Vergabe ausgeschlossen.

Die Auszeichnung wurde an Männer und Frauen verliehen, die sich durch weithin anerkannte Verdienste in Wissenschaft oder Kunst einen herausragenden Ruf erworben hatten. Zu den ersten Empfängern im Jahr 1842 zählten bedeutende Persönlichkeiten wie der Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph Schelling und der Jurist Friedrich Carl von Savigny. In den Jahrzehnten der preußischen Monarchie wurde der Orden an eine beeindruckende Reihe von Geistesgrößen verliehen, darunter der Komponist Johannes Brahms, der Naturforscher Charles Darwin, der italienische Komponist Giuseppe Verdi und der Industriepionier Werner von Siemens.

Das Ende des Ersten Weltkriegs und der Zusammenbruch der Monarchie im Jahr 1918 markierten einen entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte des Ordens. Die neue Weimarer Verfassung verbot in Artikel 109 vom 31. Juli 1919 staatliche Orden, was das Fortbestehen dieser traditionsreichen Auszeichnung gefährdete. Um sie zu retten, wurde der Orden in eine freie Vereinigung von Gelehrten und Künstlern umgewandelt. Das preußische Staatsministerium genehmigte am 4. März 1924 die neuen Statuten, doch bereits 1923 wurden wieder erste Auszeichnungen vorgenommen. Die konstitutionellen Beschränkungen hatten jedoch weitreichende Folgen: Der Orden konnte nun nur noch den Status eines "Abzeichens" haben und ausschließlich an deutsche Staatsangehörige vergeben werden, während in der Kaiserzeit auch ausländische Würdenträger geehrt werden konnten.

Eine bemerkenswerte Besonderheit des Ordens bestand darin, dass nur 30 historische Ordensinsignien existierten, die im Besitz des preußischen Staates verblieben. Diese wurden nach dem Tod eines Trägers zurückgegeben und an neue Mitglieder weitervergeben. Die Herstellung dieser kostbaren Insignien lag in den Händen renommierter Berliner Juweliere. Frühe Stücke wurden von Hossauer gefertigt, später übernahmen verschiedene Manufakturen die Produktion, darunter Gebr. Godet und J. Wagner & Sohn. Die militärischen Stücke wurden bis 1916 in Gold hergestellt, danach per Dekret in vergoldetem Silber. Die nach 1924 gefertigten zivilen Exemplare wurden wieder in Gold ausgeführt und trugen die Punzierung "750" für 18-karätiges Gold.

In der Weimarer Republik wurde die Auszeichnung äußerst restriktiv verliehen. Zu den ersten Empfängern im Jahr 1923 gehörten Albert Einstein, der Dichter Gerhart Hauptmann und der Bildhauer Hugo Lederer. Der Komponist Richard Strauss wurde 1924 ausgezeichnet. Ein historischer Meilenstein war die Aufnahme von Käthe Kollwitz im Jahr 1929 als erster Frau in den Orden. Weitere bedeutende Mitglieder waren der Dirigent Wilhelm Furtwängler, der 1929 aufgenommen wurde, und der Bildhauer Ernst Barlach, der 1933 geehrt wurde.

Mit der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 begann eine dunkle Phase für den Orden. Das NS-Regime untersagte jegliche Neuwahlen mit dem erklärten Ziel, die Auszeichnung aussterben zu lassen. Mitglieder wie Einstein, Kollwitz und Barlach galten dem Regime als politisch unerwünscht. Der Orden blieb während der gesamten NS-Zeit und der unmittelbaren Nachkriegsjahre bis 1952 inaktiv.

Am 31. Mai 1952, genau 110 Jahre nach seiner Gründung, erfolgte die Neugründung auf Initiative von Bundespräsident Theodor Heuss. Der Orden wurde als unabhängige Organisation mit staatlicher Anerkennung wiederbelebt, wobei der Bundespräsident die Schirmherrschaft übernahm. Die neuen Statuten erlaubten maximal 40 deutsche und 40 ausländische Mitglieder. Zu den frühen Mitgliedern der Nachkriegszeit zählten der Biochemiker Otto Heinrich Warburg, der Physiker Otto Hahn, der Komponist Paul Hindemith und der Maler Emil Nolde, die alle 1952 aufgenommen wurden. Auch Thomas Mann gehörte zu den Geehrten. Albert Einstein wurde eingeladen, seine Mitgliedschaft zu erneuern, lehnte jedoch ab.

Die Mitgliedschaft im Orden basiert auf einem besonderen Prinzip: Neue Mitglieder werden von den bestehenden Mitgliedern kooptiert, eine Selbstbewerbung ist nicht möglich. Heute gilt der Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste als eine der prestigeträchtigsten nicht-staatlichen Auszeichnungen Deutschlands und wird vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien verwaltet. Eine jährliche öffentliche Sitzung findet in Berlin in Anwesenheit des Bundespräsidenten statt, während die 30 historischen Ordensinsignien weiterhin nach dem Tod der Träger zurückgegeben und erneut verliehen werden.

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