Wehrmacht Heer Foto, Generalfeldmarschall Fedor von Bock
Die vorliegende Fotografie in Postkartengröße zeigt Generalfeldmarschall Fedor von Bock, einen der prominentesten und kontroversesten Heeresführer der Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Solche fotografischen Dokumente waren zwischen 1939 und 1945 sowohl als Propagandamaterial als auch als Sammelobjekte weit verbreitet.
Fedor von Bock (1880-1945) stammte aus einer traditionsreichen preußischen Militärfamilie und machte bereits im Ersten Weltkrieg Karriere. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 stieg er rasch in der Hierarchie der neu aufgebauten Wehrmacht auf. Im Jahr 1938 wurde er zum Generaloberst befördert und erhielt 1940 nach den erfolgreichen Feldzügen in Polen und Frankreich den Feldmarschallstab.
Fotografien von hochrangigen Offizieren wie von Bock erfüllten mehrere Funktionen im Dritten Reich. Sie dienten der Propaganda, um militärische Erfolge zu personifizieren und die Bevölkerung zu motivieren. Das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) und das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unter Joseph Goebbels kontrollierten streng, welche Bilder veröffentlicht wurden. Fotografien in Postkartengröße waren besonders praktisch für die Massenverbreitung und wurden häufig in Zeitschriften abgedruckt, als Postkarten verkauft oder als Beilagen in Sammelalben verwendet.
Von Bock kommandierte während des Polenfeldzugs 1939 die Heeresgruppe Nord und während des Westfeldzugs 1940 die Heeresgruppe B, die entscheidend am Durchbruch durch die Ardennen beteiligt war. Sein größtes Kommando erhielt er 1941 während des Unternehmens Barbarossa, des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion, als er die Heeresgruppe Mitte führte, die auf Moskau vorstoßen sollte.
Die fotografische Darstellung von Generalfeldmarschällen folgte bestimmten Konventionen. Sie zeigten die Offiziere typischerweise in Uniform mit ihren Auszeichnungen, oft in einer Pose, die Autorität und Kompetenz vermitteln sollte. Der Feldmarschallstab, ein traditionelles Symbol höchsten militärischen Ranges seit den Zeiten Friedrichs des Großen, wurde häufig prominent dargestellt. Die Fotografien wurden professionell in Studios oder von Kriegsberichterstattern der Propagandakompanien angefertigt.
Von Bock geriet mehrfach in Konflikt mit Hitler, insbesondere während der Schlacht um Moskau im Winter 1941/42, als er für einen taktischen Rückzug plädierte, während Hitler den Haltebefehl ausgab. Im Dezember 1941 wurde er seines Kommandos enthoben, jedoch im Januar 1942 reaktiviert und erhielt das Kommando über die Heeresgruppe Süd. Nach erneuten Meinungsverschiedenheiten mit Hitler wurde er im Juli 1942 endgültig von seinem Kommando entbunden und nie wieder eingesetzt.
Der gebrauchte Zustand der vorliegenden Fotografie deutet darauf hin, dass sie tatsächlich während der Kriegsjahre im Umlauf war und nicht nur als unberührtes Sammlerstück aufbewahrt wurde. Solche Gebrauchsspuren können durch häufiges Betrachten, Aufbewahrung in Alben oder auch durch den Versand per Post entstanden sein. Nach dem Krieg wurden viele solcher Fotografien aus Angst vor den Alliierten vernichtet, was überlebende Exemplare zu historisch wertvollen Dokumenten macht.
Aus militärhistorischer Perspektive sind solche Fotografien wichtige Quellen für die Untersuchung der Propagandaästhetik des Dritten Reichs und der Personalisierung militärischer Führung. Sie dokumentieren auch, wie die Wehrmacht versuchte, an preußisch-deutsche Militärtraditionen anzuknüpfen und gleichzeitig nationalsozialistisches Gedankengut zu verbreiten.
Fedor von Bock starb am 4. Mai 1945 bei einem alliierten Luftangriff in Schleswig-Holstein, nur wenige Tage vor der deutschen Kapitulation. Seine militärische Kompetenz war unbestritten, seine Rolle im verbrecherischen Angriffskrieg des nationalsozialistischen Deutschlands bleibt historisch belastet. Heute werden solche Fotografien vor allem als historische Dokumente für die Forschung und Ausstellungen über die Wehrmacht und den Zweiten Weltkrieg geschätzt, wobei stets der historische Kontext kritisch reflektiert werden muss.