Zaristisches Russland bronzene Erinnerungsmedaille 1828 Nikolaus I. (1825-1855) - auf die Kriegserklärung an die Türkei

Bronze, Durchmesser 40 mm, Zustand 2.


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300,00

Zaristisches Russland bronzene Erinnerungsmedaille 1828 Nikolaus I. (1825-1855) - auf die Kriegserklärung an die Türkei

Die bronzene Erinnerungsmedaille von 1828 aus dem zaristischen Russland stellt ein bedeutendes historisches Zeugnis der Regierungszeit Kaiser Nikolaus I. (1825-1855) dar. Diese Medaille wurde anlässlich der Kriegserklärung an das Osmanische Reich im Jahr 1828 geprägt, einem Ereignis, das den Beginn des Russisch-Türkischen Krieges von 1828-1829 markierte.

Historischer Kontext: Als Nikolaus I. 1825 den russischen Thron bestieg, erbte er eine komplexe außenpolitische Situation. Die Orientalische Frage – die Auseinandersetzung um das schwindende Osmanische Reich und dessen europäische Territorien – dominierte die internationale Politik. Der griechische Unabhängigkeitskampf gegen die osmanische Herrschaft, der 1821 begonnen hatte, zwang die europäischen Großmächte zum Handeln. Nach der Seeschlacht von Navarino im Oktober 1827, bei der die vereinte russisch-britisch-französische Flotte die türkisch-ägyptische Flotte vernichtete, verschärften sich die Spannungen zwischen Russland und der Hohen Pforte dramatisch.

Am 26. April 1828 erklärte Zar Nikolaus I. dem Osmanischen Reich offiziell den Krieg. Die Gründe waren vielfältig: die Unterstützung der orthodoxen Glaubensbrüder in Griechenland, strategische Interessen auf dem Balkan und am Schwarzen Meer sowie die Durchsetzung russischer Ansprüche gemäß früherer Verträge. Die Kriegserklärung erfolgte nach dem Ultimatum Russlands an die Pforte, die Bestimmungen des Vertrages von Akkerman (1826) umzusetzen, was der Sultan ablehnte.

Militärische Bedeutung: Der Krieg wurde auf zwei Hauptfronten geführt. Im Kaukasus eroberten russische Truppen unter General Paskewitsch wichtige osmanische Festungen wie Kars und Erzurum. Auf dem Balkan überquerten russische Armeen die Donau und drangen nach Bulgarien vor. Die Belagerung und Eroberung von Warna und später die Überquerung des Balkangebirges führten russische Truppen bis nach Edirne (Adrianopel), gefährlich nahe an Konstantinopel.

Numismatische Bedeutung: Erinnerungsmedaillen dieser Art waren ein wesentlicher Bestandteil des zaristischen Auszeichnungssystems. Die Prägung von Bronzemedaillen zur Kriegserklärung war Teil einer langen Tradition russischer Herrschaftsrepräsentation. Mit einem Durchmesser von 40 mm entspricht diese Medaille dem Standardformat für bedeutende Staatsmedaillen dieser Epoche. Bronze wurde bewusst gewählt, da solche Medaillen oft an eine größere Anzahl von Empfängern verteilt wurden – nicht nur an militärische Teilnehmer, sondern auch an Würdenträger, Unterstützer und zur Dokumentation bedeutender Staatsereignisse.

Die Medaille trägt typischerweise auf der Vorderseite das Porträt Nikolaus I. mit den entsprechenden Titeln und Insignien. Die Rückseite würde gewöhnlich auf das spezifische Ereignis – die Kriegserklärung von 1828 – hinweisen, möglicherweise mit allegorischen Darstellungen oder Inschriften, die den Anlass würdigen. Die handwerkliche Ausführung solcher Medaillen erfolgte in den staatlichen Münzprägeanstalten, primär in der Sankt Petersburger Münze.

Kriegsausgang und Folgen: Der Krieg endete mit dem Frieden von Adrianopel am 14. September 1829, einem entscheidenden russischen Sieg. Russland gewann territoriale Zugeständnisse im Kaukasus und an der Donaumündung. Wichtiger noch: Das Abkommen sicherte die Autonomie der Donaufürstentümer und trug wesentlich zur griechischen Unabhängigkeit bei, die 1830 international anerkannt wurde.

Sammlerwert und Erhaltung: Medaillen wie diese sind heute wichtige Sammelobjekte für Militaria-Enthusiasten und Historiker. Der angegebene Erhaltungszustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, das nur leichte Gebrauchsspuren aufweist – ein bedeutender Faktor für den historischen und monetären Wert. Solche Stücke dokumentieren nicht nur militärische Ereignisse, sondern auch die Selbstdarstellung des zaristischen Staates und seine Erinnerungskultur.

Diese Medaille verkörpert einen Wendepunkt in der europäischen Geschichte: den Aufstieg Russlands zur dominierenden Macht im östlichen Mittelmeerraum und auf dem Balkan, eine Position, die das Reich bis zum Krimkrieg (1853-1856) behaupten sollte.