Große Bandschnalle eines Kämpfer der Kriege 1866 und 1870/71

mit 4 aufgelegten großen Gefechtsspangen Spicheren, Gravelotte-St.Privat, Vionville-Mars la Tour und Metz. Rückseitig Haken zum einhängen der Auszeichnungen, die Tragespange fehlt.
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350,00

Große Bandschnalle eines Kämpfer der Kriege 1866 und 1870/71

Die hier vorliegende große Bandschnalle stellt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Militärgeschichte des 19. Jahrhunderts dar und dokumentiert die Teilnahme eines Soldaten an den Einigungskriegen von 1866 und 1870/71, die zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs führten.

Diese Art von Bandschnalle wurde nach den preußischen Ordensstatuten eingeführt, um Soldaten die Möglichkeit zu geben, ihre Kriegsauszeichnungen in Form von Einzelspangen an einer tragbaren Montierung zu präsentieren. Die vorliegende Schnalle trägt vier Gefechtsspangen, die jeweils bedeutende Schlachten des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 repräsentieren: Spicheren, Gravelotte-St.Privat, Vionville-Mars la Tour und Metz.

Die Schlacht bei Spicheren fand am 6. August 1870 statt und war eine der ersten größeren Auseinandersetzungen des Krieges. Preußische Truppen errangen hier einen wichtigen Sieg gegen die französische Armee, der den Weg für weitere Operationen ins französische Kernland ebnete. Die Schlacht forderte auf beiden Seiten erhebliche Verluste und zeigte bereits die Härte des bevorstehenden Konflikts.

Die Schlacht von Vionville-Mars la Tour am 16. August 1870 war eine der blutigsten Auseinandersetzungen des gesamten Krieges. Hier versuchten preußische und verbündete deutsche Truppen, die französische Rheinarmee unter Marschall Bazaine von ihrem Rückzug nach Verdun abzuschneiden. Die Schlacht endete unentschieden, aber strategisch verhinderte sie den französischen Rückzug nach Westen.

Die Schlacht bei Gravelotte-St.Privat am 18. August 1870 gilt als die größte Schlacht des Deutsch-Französischen Krieges. Etwa 300.000 Soldaten standen sich in dieser gewaltigen Auseinandersetzung gegenüber. Die deutschen Truppen unter König Wilhelm I. und Generalstabschef Helmuth von Moltke errangen einen entscheidenden Sieg, der die französische Rheinarmee zur Einschließung in Metz zwang. Die preußische Garde erlitt jedoch enorme Verluste bei ihren frontalen Angriffen.

Die Spange Metz bezieht sich auf die Belagerung und Kapitulation der Festung Metz, in der Marschall Bazaine mit etwa 173.000 Mann eingeschlossen wurde. Die Kapitulation am 27. Oktober 1870 war ein schwerer Schlag für Frankreich und band erhebliche deutsche Truppen, die sonst an anderen Fronten hätten eingesetzt werden können.

Die Tatsache, dass der Träger dieser Bandschnalle an beiden Kriegen von 1866 und 1870/71 teilnahm, weist auf einen erfahrenen Soldaten hin, der möglicherweise bereits im Deutschen Krieg gegen Österreich gedient hatte. Der Krieg von 1866 dauerte nur sieben Wochen und endete mit dem preußischen Sieg bei Königgrätz, der die preußische Vorherrschaft in Deutschland etablierte.

Gemäß den preußischen Bestimmungen wurden Gefechtsspangen zu verschiedenen Kriegsdenkmünzen ausgegeben. Die Kriegsdenkmünze 1870/71 wurde in verschiedenen Ausführungen für Kämpfer und Nichtkämpfer verliehen. Gefechtsspangen wurden nur an Soldaten vergeben, die tatsächlich an den entsprechenden Schlachten teilgenommen hatten. Die genaue Vergabepraxis wurde durch königliche Kabinettsordern geregelt.

Die rückseitige Konstruktion mit Haken zum Einhängen der Auszeichnungen war typisch für diese Epoche. Soldaten konnten ihre verschiedenen Orden und Ehrenzeichen an der Bandschnalle befestigen und so bei offiziellen Anlässen oder in Uniform tragen. Das Fehlen der Tragespange ist bei historischen Objekten dieser Art nicht ungewöhnlich, da diese Stoffteile anfällig für Verschleiß und Verlust waren.

Solche Bandschnallen wurden häufig von spezialisierten Handwerkern oder Juwelieren gefertigt, manchmal auf private Kosten der Soldaten. Die Qualität und Ausführung konnte daher variieren. Die Bezeichnung “große Bandschnalle” deutet auf eine repräsentative Ausführung hin, die möglicherweise für besondere Anlässe oder die Galauniform bestimmt war.

Diese Art von militärischen Erinnerungsstücken gewann nach 1871 große Bedeutung für Veteranenvereinigungen und die Erinnerungskultur des neugegründeten Deutschen Kaiserreichs. Die Einigungskriege wurden als Gründungsmythos des Reiches verklärt, und Veteranen genossen hohes gesellschaftliches Ansehen.