Ordenschnalle eines Badischen Offiziers im 1. Weltkrieg

6 Auszeichnungen: Eisernes Kreuz 1914 2. Klasse. Königlicher Hausorden von Hohenzollern Kreuz der Ritter mit Schwertern (938 markiert), Dienstauszeichnungs-Kreuz für 25 Dienstjahre der Offiziere, Militärischer Karl-Friedrich-Verdienstorden, Baden Orden vom Zähringer Löwen Ritterkreuz 2.Klasse mit Eichenlaub und Schwertern, bronzene Regierungsjubiläums Medaille 1902.
Aufgrund schlechter Lagerung sind die Ordensbänder und die Stoffabdeckung etwas schmutzig, die Tragenadel korrodiert. Etikett von Frankenberg & Ilse Berlin WS Potsdamer Str. 8a. Breite ca. 16,5 cm.
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5.500,00

Ordenschnalle eines Badischen Offiziers im 1. Weltkrieg

Diese Ordenschnalle repräsentiert die militärische Laufbahn eines badischen Offiziers während des Ersten Weltkriegs und dokumentiert eindrucksvoll die Auszeichnungspraxis im Großherzogtum Baden und im Deutschen Kaiserreich. Die Zusammenstellung der sechs Dekorationen erlaubt Rückschlüsse auf Dienstdauer, Verdienste und den Werdegang ihres Trägers.

Das Eiserne Kreuz 1914 2. Klasse bildete die häufigste Kriegsauszeichnung des Ersten Weltkriegs. Kaiser Wilhelm II. erneuerte diese ursprünglich 1813 von König Friedrich Wilhelm III. gestiftete Auszeichnung durch Stiftungserlass vom 5. August 1914. Das Eiserne Kreuz wurde für Tapferkeit vor dem Feind oder herausragende militärische Leistungen verliehen. Die 2. Klasse wurde am Band getragen, das durch das Knopfloch gezogen wurde, während auf der Ordenschnalle nur das Band erschien.

Das Königliche Hausorden von Hohenzollern, Kreuz der Ritter mit Schwertern, war eine der bedeutendsten preußischen Auszeichnungen. Der Orden wurde 1851 von König Friedrich Wilhelm IV. gestiftet und stand zwischen dem Eisernen Kreuz und dem Pour le Mérite. Die Verleihung mit Schwertern deutete auf Kriegsverdienste hin. Die Nummerierung (938) ermöglichte die eindeutige Identifikation in den Ordenslisten. Diese Auszeichnung wurde nur an Offiziere verliehen und setzte bereits erhebliche militärische Verdienste voraus.

Das Dienstauszeichnungskreuz für 25 Dienstjahre der Offiziere dokumentiert eine außergewöhnlich lange Dienstzeit. Diese 1913 von Kaiser Wilhelm II. gestiftete Auszeichnung wurde an Offiziere verliehen, die ein Vierteljahrhundert tadellos gedient hatten. Das silberne Kreuz mit der Krone und dem Monogramm des Kaisers war eine reine Dienstaltersauszeichnung und zeugt von einer Karriere, die vermutlich in den 1890er Jahren begann.

Der Militärische Karl-Friedrich-Verdienstorden war die höchste badische Militärauszeichnung. Großherzog Karl Friedrich stiftete ihn 1807, und er wurde in mehreren Klassen verliehen. Diese Dekoration würdigte besondere militärische Verdienste und stand in der badischen Ordenspyramide sehr hoch. Die Verleihung dieses Ordens an einen Offizier unterstreicht dessen bedeutende Leistungen für das Großherzogtum Baden.

Der Orden vom Zähringer Löwen, Ritterkreuz 2. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern, war die wichtigste badische Auszeichnung, gestiftet 1812 von Großherzog Karl. Der Orden war nach dem Geschlecht der Zähringer benannt, dem die badischen Großherzöge entstammten. Das Eichenlaub kennzeichnete höhere Stufen innerhalb der Klassen, während die Schwerter auf Kriegsverdienste hinwiesen. Diese Kombination aus ziviler und militärischer Verdienstwürdigkeit war typisch für höhere Offiziere.

Die bronzene Regierungsjubiläums-Medaille 1902 wurde anlässlich des 50-jährigen Regierungsjubiläums von Großherzog Friedrich I. von Baden verliehen. Diese Erinnerungsmedaille erhielten Angehörige der badischen Streitkräfte und Staatsdiener. Sie ergänzt das Bild eines Offiziers, der dem badischen Herrscherhaus über Jahrzehnte treu diente.

Die Ordenschnalle trägt das Etikett von Frankenberg & Ilse Berlin, Potsdamer Straße 8a. Diese renommierte Firma gehörte zu den führenden Herstellern militärischer Ausrüstung und Orden im Kaiserreich. Die Kennzeichnung “W8” verweist auf den Berliner Postbezirk. Frankenberg & Ilse belieferten Offiziere mit hochwertigen Uniformteilen und Dekorationen.

Die Anordnung der Orden auf der Schnalle folgte strengen Regeln der Ordensrangfolge. Preußische Auszeichnungen hatten in der Regel Vorrang, gefolgt von Orden anderer deutscher Bundesstaaten. Die erhaltene Reihenfolge entspricht weitgehend den gültigen Tragebestimmungen der kaiserlichen Armee.

Der Erhaltungszustand mit verschmutzten Bändern und korrodierter Tragenadel ist typisch für viele Ordenschnallen aus Privatbesitz. Die Stoffe und Metalle litten unter unsachgemäßer Lagerung über mehr als ein Jahrhundert. Dennoch bleibt die Schnalle ein authentisches Zeugnis deutscher Militärgeschichte.

Diese Ordenschnalle dokumentiert die Karriere eines verdienten badischen Offiziers, der mindestens seit den 1890er Jahren diente, im Ersten Weltkrieg kämpfte und sowohl für Tapferkeit als auch für langjährige treue Dienste ausgezeichnet wurde. Sie verkörpert die enge Verbindung zwischen den deutschen Einzelstaaten und dem preußisch dominierten Kaiserreich im militärischen Bereich.

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