Preußen 1. Weltkrieg Einzel Schulterklappe feldgrau für Mannschaften im Feldartillerie-Regiment Nr. 402

Um 1916. Zustand 2.

Das Regiment wurde 1916 als "Feldartillerie Regiment Zossen" aufgestellt und war der 201. Infanterie-Division beigeordnet. Diese kämpfte kämpfte an der Ostfront und ab 1918 an der Westfront.
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Preußen 1. Weltkrieg Einzel Schulterklappe feldgrau für Mannschaften im Feldartillerie-Regiment Nr. 402

Die einzelne feldgraue Schulterklappe für Mannschaften des Feldartillerie-Regiments Nr. 402 repräsentiert ein bedeutendes Ausrüstungsstück der deutschen Militärgeschichte im Ersten Weltkrieg. Diese unscheinbare Stoffklappe erzählt die Geschichte einer Militäreinheit, die in den letzten Kriegsjahren aufgestellt wurde und an den entscheidenden Schlachten an Ost- und Westfront teilnahm.

Das Feldartillerie-Regiment Nr. 402 wurde im Jahr 1916 zunächst als “Feldartillerie-Regiment Zossen” aufgestellt. Die Benennung nach dem Garnisonsort Zossen, südlich von Berlin gelegen, war in den Anfangsjahren des Regiments üblich, bevor es seine offizielle Nummer erhielt. Das Regiment wurde der 201. Infanterie-Division zugeordnet, einer Formation, die ebenfalls 1916 im Zuge der massiven Truppenaufstellungen des Deutschen Kaiserreichs geschaffen wurde.

Die Aufstellung neuer Artillerieregimenter im Jahr 1916 war eine direkte Folge der Materialschlachten von Verdun und an der Somme, die deutlich gemacht hatten, dass der Erste Weltkrieg durch Artilleriekraft entschieden würde. Die deutsche Heeresleitung erkannte die Notwendigkeit, die Artilleriekapazitäten massiv auszubauen, um den Anforderungen des modernen Stellungskrieges gerecht zu werden.

Die Schulterklappe selbst war ein essentieller Bestandteil der deutschen Militäruniform und diente primär der Identifikation von Truppenzugehörigkeit und Rang. Während Offiziere aufwendig gestickte Schulterstücke trugen, waren die Schulterklappen der Mannschaften aus praktischen feldgrauen Stoff gefertigt. Die Regimentsnummer wurde in der Regel in roter Farbe aufgebracht, was für Artillerieeinheiten charakteristisch war. Die feldgraue Grundfarbe entsprach der ab 1907/1910 eingeführten einheitlichen Felduniform des deutschen Heeres, die die zuvor verwendeten bunten Paradeuniformen für den Feldeinsatz ablöste.

Die 201. Infanterie-Division, der das Regiment angehörte, wurde zunächst an der Ostfront eingesetzt. Hier kämpfte sie in den ausgedehnten Operationen gegen die russische Armee, die sich über die weiten Ebenen Osteuropas erstreckten. Die Beweglichkeit und Feuerkraft der zugeordneten Feldartillerie waren in diesem Kriegsschauplatz von entscheidender Bedeutung, wo offene Gefechte und größere Truppenbewegungen noch möglich waren – im Gegensatz zum starren Grabenkrieg im Westen.

Mit dem Zusammenbruch Russlands und dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk im März 1918 wurden massive Truppenkontingente von der Ostfront abgezogen und für die geplante deutsche Frühjahrsoffensive im Westen konzentriert. Die 201. Infanterie-Division und ihr Artillerieregiment 402 gehörten zu diesen verlegten Einheiten. Ab 1918 kämpfte das Regiment an der Westfront, wo es in die letzten verzweifelten deutschen Offensivoperationen und die anschließenden Rückzugsgefechte verwickelt wurde.

Die deutsche Frühjahrsoffensive 1918, auch als “Kaiserschlacht” oder “Operation Michael” bekannt, sollte die Entscheidung im Westen bringen, bevor amerikanische Truppen in voller Stärke eingreifen konnten. Die Artillerie spielte in dieser Operation eine zentrale Rolle. Neue Taktiken wie das Feuerwalzen und der Einsatz von Gasgranaten sollten den Durchbruch ermöglichen. Trotz anfänglicher Erfolge scheiterte die Offensive letztlich an logistischen Problemen und der zahlenmäßigen Überlegenheit der Alliierten.

Die Feldartillerie im Ersten Weltkrieg umfasste typischerweise leichte Feldhaubitzen und Feldkanonen, hauptsächlich die bewährte 7,7-cm-Feldkanone 96 n.A. und die 10,5-cm-leichte Feldhaubitze 98/09. Ein Regiment bestand gewöhnlich aus mehreren Abteilungen mit jeweils mehreren Batterien. Die Mannschaften, die diese Schulterklappen trugen, versahen Dienst als Kanoniere, Munitionsträger, Fahrer und Hilfspersonal.

Der Erhaltungszustand dieser Schulterklappe – mit “Zustand 2” bewertet – deutet auf ein gut erhaltenes Sammlerstück hin, das die Strapazen der Zeit überstanden hat. Dass es sich um eine Einzelklappe handelt, ist nicht ungewöhnlich; viele Militaria-Objekte aus dem Ersten Weltkrieg sind durch Verlust, Beschädigung oder separate Aufbewahrung unvollständig überliefert.

Solche Schulterklappen sind heute wichtige militärhistorische Quellen, die es ermöglichen, die Organisation, Ausrüstung und Geschichte einzelner Einheiten nachzuvollziehen. Sie verbinden uns materiell mit den Soldaten, die diese Uniformteile trugen und deren Schicksal untrennbar mit den großen historischen Ereignissen des Ersten Weltkriegs verbunden war.