Spanienkreuz in Bronze mit Schwertern 

Buntmetall bronziert. Getragener Zustand.
515196
1.350,00

Das Spanienkreuz in Bronze mit Schwertern

Das Spanienkreuz in Bronze mit Schwertern zählt zu den markantesten Auszeichnungen des Dritten Reiches und steht als historisches Zeugnis für die deutsche Beteiligung am Spanischen Bürgerkrieg (Juli 1936 – März 1939). Diese Dekoration verbindet die Funktion eines Kampfabzeichens mit der eines Einsatzmedaillons und wurde geschaffen, um jene deutschen Freiwilligen zu ehren, die auf Seiten der nationalistischen Truppen unter General Francisco Franco gegen die sowjetisch unterstützten republikanischen Kräfte kämpften.

Historischer Hintergrund

Deutschland entsandte die Legion Condor – vornehmlich Luftwaffenverbände und unterstützende Bodentruppen – nach Spanien, um Francos nationalistische Bewegung zu unterstützen. Über 25.000 deutsche Soldaten dienten während des Konflikts auf der Iberischen Halbinsel. Der Spanische Bürgerkrieg diente dem deutschen Militär als Testfeld für Taktiken und Ausrüstung, die später im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kommen sollten, darunter die Blitzkrieg-Doktrin sowie koordinierte Luft-Boden-Operationen. Da die deutsche Beteiligung am Krieg offiziell nicht eingestanden wurde und somit halboffiziellen Charakter trug, existierten während des Konflikts selbst keine offiziellen Auszeichnungen für die Freiwilligen.

Stiftung und Klassifikation

Das Spanienkreuz wurde am 14. April 1939 durch Erlass Adolf Hitlers gestiftet – also erst nach Beendigung der Kampfhandlungen in Spanien. Die Auszeichnung wurde in drei Hauptklassen verliehen: Bronze, Silber und Gold, ergänzt durch eine Sonderklasse in Gold mit Brillanten. Die Bronze- und Silberstufen existierten jeweils in zwei Ausführungen: mit Schwertern für Frontkämpfer und ohne Schwerter für Nichtkombattanten. Die Goldstufe wurde ausschließlich mit Schwertern verliehen. Insgesamt gab es somit sechs verschiedene Varianten.

Verleihungskriterien

Das Spanienkreuz in Bronze mit Schwertern wurde an alle Freiwilligen der Legion Condor und an deutsches Personal verliehen, das an Frontkampfhandlungen während des Spanischen Bürgerkriegs teilgenommen hatte. Dies schloss auch Besatzungen der Luftwaffe und der Kriegsmarine ein, die an Kampfhandlungen beteiligt waren – selbst wenn diese Beteiligung indirekter Natur war, etwa bei Kriegsschiff- und Flugzeugbesatzungen. Voraussetzung war eine aktive Teilnahme am Kampf oder Feindberührung. Die Variante ohne Schwerter hingegen wurde an Personal verliehen, das mindestens drei Monate in Spanien in unterstützender Funktion ohne direkten Kampfeinsatz gedient hatte.

Verleihungszahlen

Insgesamt wurden 26.116 Spanienkreuze in allen Stufen verliehen. Das Spanienkreuz in Bronze mit Schwertern stellt mit 8.462 Verleihungen die am häufigsten vergebene Stufe dar. Zum Vergleich: Das Bronzekreuz ohne Schwerter wurde 7.869 Mal verliehen, das Silberkreuz mit Schwertern 8.304 Mal, und das Goldkreuz mit Schwertern 1.126 Mal. Die seltenste Stufe, Gold mit Brillanten, wurde lediglich 28 Mal verliehen.

Physische Beschreibung

Das Spanienkreuz in Bronze mit Schwertern besteht aus bronziertem Buntmetall (Tombak). Es hat die Form eines Malteserkreuzes, zwischen dessen Armen vier nach rechts blickende Luftwaffe-Adler angebracht sind, die Hakenkreuze in ihren Fängen halten. Zwei gekreuzte Schwerter durchstoßen das Zentrum hinter den Adlern. Ein kreisförmiges Medaillon mit einem Durchmesser von 16 mm bildet das Zentrum und zeigt ein Hakenkreuz auf gekörntem Hintergrund, umgeben von erhabenen Ringen. Die Kreuzarme weisen glatte, polierte, erhabene Randleisten mit fein gekörnten Innenflächen auf. Das Medaillon und die vier Adler wurden separat gefertigt und auf den Kreuzkörper gelötet. Die Gesamtmaße betragen etwa 55–57 mm in Höhe und Breite bei einem Gewicht von ungefähr 31–33 Gramm. Die Rückseite ist glatt mit einer vertikalen Nadelanordnung (Blockscharnier und Gegenhaken). Herstellermarkierungen, sofern vorhanden, finden sich auf der Rückseite – beispielsweise L/13 für Paul Meybauer, Berlin.

Das Kreuz wurde als Ansteckabzeichen an der rechten Brusttasche getragen, unterhalb des Blutordens, falls dieser verliehen worden war. Die Bronzestufe wurde in einem grünen Präsentationsetui ausgehändigt. Zu den bekannten Herstellern zählen Paul Meybauer (Berlin), C.E. Juncker, Godet und Deschler.

Verleihungszeremonien und bedeutende Träger

Die Verleihungen fanden im Jahr 1939 statt, wobei eine besonders bemerkenswerte Zeremonie die Siegesparade am 6. Juni 1939 am Brandenburger Tor in Berlin war. Die Sonderklasse Gold mit Brillanten wurde von Hermann Göring am 31. Mai 1939 in Hamburg überreicht, wobei das Datum auf den 6. Juni zurückdatiert wurde. Zu den namhaften Trägern der höchsten Stufe mit Brillanten gehörten die Jagdflieger-Asse Adolf Galland, Werner Mölders, Günther Lützow, Walter Oesau und Wilhelm Balthasar sowie Generalfeldmarschall Hugo Sperrle. Die überwiegende Mehrheit der Brillantenträger waren Luftwaffenpiloten, die sich durch herausragende Kampfleistungen ausgezeichnet hatten.

Nachgeschichte

Nach dem Tod des Trägers verblieb das Spanienkreuz als Andenken bei den nächsten Angehörigen. Mit der deutschen Niederlage 1945 wurde das Tragen sämtlicher Auszeichnungen der NS-Zeit untersagt. Das Spanienkreuz gehörte nicht zu jenen Dekorationen, die durch das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 der Bundesrepublik Deutschland zum offiziellen Tragen wieder zugelassen wurden. Das Tragen in jeglicher Form bleibt in Deutschland bis heute verboten.

Das hier vorliegende Exemplar aus bronziertem Buntmetall in getragenem Zustand ist ein materielles Zeugnis dieser historisch bedeutsamen Epoche und der deutschen militärischen Involvierung in den Spanischen Bürgerkrieg.