Deutscher Jägerbund ( DJB ) - Ehrenzeichen 2. Klasse " Für Jägertreue " 2. Form mit Hakenkreuz

an langer Nadel, Zustand 2.
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€ 250,00

Deutscher Jägerbund (DJB) – Ehrenzeichen 2. Klasse “Für Jägertreue” – 2. Form mit Hakenkreuz

Das hier vorliegende Stück gehört zu den bemerkenswerten Zeugnissen der deutschen Veteranenkultur der Zwischenkriegszeit und steht an der Schnittstelle zwischen der Weimarer Republik und dem nationalsozialistischen Regime. Es handelt sich um das Ehrenzeichen 2. Klasse “Für Jägertreue” des Deutschen Jägerbundes (DJB) in der sogenannten 2. Form mit Hakenkreuz, montiert an langer Nadel und in gutem bis sehr gutem Zustand (Zustand 2).

Der Deutsche Jägerbund e.V. – Gründung und Zweck

Der Deutsche Jägerbund e.V. wurde 1922 als Dachverband verschiedener Krieger- und Veteranenverbände der militärischen Jäger-Einheiten (leichte Infanterie) gegründet. Diese Verbände existierten bereits seit der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und waren typischerweise in Garnisonsstädten angesiedelt. An der Spitze des Bundes stand Generalleutnant a.D. Graf Finck von Finckenstein als Präsident. Der DJB vereinte jene Veteranen, die in den traditionsreichen Jäger-Formationen des Kaiserreichs und des Ersten Weltkrieges gedient hatten, und pflegte deren kameradschaftliche Bindungen sowie das Andenken an ihre militärische Dienstzeit.

Das Ehrenzeichen – Stiftung und Varianten

Der Deutsche Jägerbund stiftete sein Ehrenzeichen in zwei Klassen. Die 1. Klasse stellte die höchste Auszeichnung des Verbandes dar und war außerordentlich selten – laut dem Standardwerk von Nimmergut sind lediglich 20 Verleihungen dokumentiert. Sie wurde vermutlich ausschließlich an besonders verdiente Mitglieder, Vorstandsmitglieder und Ehrenmitglieder des Deutschen Jägerbundes verliehen. Die 2. Klasse fand eine breitere Verleihung, wobei es auch Varianten mit und ohne Eichenlaub gab. Darüber hinaus gab der Verband Ehrennadeln in Gold und Silber aus.

Chronologisch unterscheidet man zwei Formen des Ehrenzeichens: Die 1. Form, die während der Weimarer Republik verliehen wurde und eine Kaiserkrone als zentrales Gestaltungselement trug, sowie die 2. Form, bei der das Hakenkreuz die Kaiserkrone ersetzte. Diese zweite Form entstand im Zuge der nationalsozialistischen Machtübernahme und der damit verbundenen Gleichschaltung und wurde vermutlich um 1934 eingeführt.

Physische Beschreibung

Das Ehrenzeichen der 2. Klasse in der 2. Form präsentiert sich als Kreuz mit der umlaufenden Inschrift “FÜR JÄGERTREUE” auf den Kreuzarmen. Unterhalb des Kreuzes befindet sich ein Stern. Das zentrale Feld zeigt eine aufgelegte Hirschtrophäe mit Hubertuskreuz, wobei in der 2. Form das Hakenkreuz an die Stelle der ursprünglichen Kaiserkrone tritt. Im Gegensatz zur 1. Klasse, deren Mittelfeld mit grüner Emaille ausgestattet war, weist die 2. Klasse ein strukturiertes bzw. gekörntes Mittelfeld ohne Emaille auf. Als Material diente Buntmetall (unedle Metalllegierung) mit Vergoldung oder Versilberung. Die Rückseite ist glatt, vergoldet oder versilbert, mit vertikaler Nadel und zwei sichtbaren Nieten der aufgelegten Mittelembleme. Das vorliegende Exemplar ist “an langer Nadel” gefertigt, was auf ein Ansteckabzeichen-Format hinweist.

Historischer Kontext – Gleichschaltung und Auflösung

Die Geschichte des Deutschen Jägerbundes endete abrupt mit der nationalsozialistischen Gleichschaltung. Im Jahr 1934 erließ das NS-Regime das Reichsjagdgesetz, das die Auflösung sämtlicher bestehender Jagd- und Veteranengesellschaften anordnete. Die Mitglieder wurden zwangsweise in die neu geschaffene Deutsche Jägerschaft überführt, eine staatlich kontrollierte Organisation unter der Leitung von Hermann Göring als Reichsjägermeister. Der DJB hörte damit auf zu existieren.

Die 2. Form des Ehrenzeichens mit Hakenkreuz repräsentiert genau diese Übergangsperiode um 1934, als der DJB bereits in den Prozess der Absorption durch die nationalsozialistische Organisationsstruktur eingetreten war. Die Ersetzung der Kaiserkrone durch das Hakenkreuz symbolisiert den ideologischen Wandel, der den deutschen Vereinswesen in dieser Zeit aufgezwungen wurde – auch traditionsreiche Veteranenverbände mussten sich den neuen Machtverhältnissen beugen und ihre Insignien entsprechend anpassen, bevor sie schließlich vollständig aufgelöst wurden.

Nachkriegsrechtliche Einordnung

Nach 1945 wurden nationalsozialistische Symbole, einschließlich des Hakenkreuzes, in Deutschland verboten. Das Ordensgesetz von 1957 gestattet zwar das Tragen von Auszeichnungen aus der Weimarer Zeit, verlangt jedoch die Entfernung nationalsozialistischer Symbole. Dies macht die 2. Form des DJB-Ehrenzeichens mit Hakenkreuz zu einem reinen Sammlerstück von historischem Interesse, das nicht öffentlich getragen werden darf.

Sammlerwürdigung

Das vorliegende Ehrenzeichen der 2. Klasse in der 2. Form mit Hakenkreuz vereint mehrere Aspekte, die es für den spezialisierten Sammler besonders interessant machen: Es dokumentiert die kurze und turbulente Schlussphase eines traditionsreichen Veteranenverbandes, verkörpert den Prozess der Gleichschaltung in materieller Form und stellt aufgrund des begrenzten Zeitfensters seiner Entstehung – vermutlich nur wenige Monate im Jahr 1934 – ein vergleichsweise seltenes Zeugnis dar. Der gute bis sehr gute Erhaltungszustand (Zustand 2) unterstreicht den Sammlerwert dieses historisch bedeutsamen Stückes.