HJ Teilnehmerabzeichen zum 10jährigen Bestehen "1923-1933 Hitler-Jugend München - und ihr habt doch gesiegt "
Das HJ Teilnehmerabzeichen zum 10jährigen Bestehen "1923-1933 Hitler-Jugend München - und ihr habt doch gesiegt" stellt ein faszinierendes Zeugnis der frühen nationalsozialistischen Jugendbewegung dar. Dieses Blechabzeichen wurde speziell für das 1. Gebietstreffen der Hitlerjugend "Hochland" in München vom 19. bis 21. August 1933 hergestellt und in der Münchner Zeitung als offizielles Veranstaltungsabzeichen angekündigt.
Als Festabzeichen diente das Abzeichen den üblichen Zwecken solcher Veranstaltungsorden: Es war ein Mittel zur Spendensammlung und zugleich ein äußeres Zeichen der Teilnahme, das den Stolz Münchens auf seine Rolle beim Aufstieg der NSDAP demonstrierte. Die Datumsangabe 1923-1933 markiert die gesamte Periode der sogenannten "Kampfzeit", jener Jahre des Kampfes der Nationalsozialisten um die Macht.
Der historische Kontext dieser Datierung ist von besonderer Bedeutung. Das Jahr 1923 verweist auf den Hitlerputsch, den gescheiterten Putschversuch Adolf Hitlers in München am 8. und 9. November 1923. Bei diesem Ereignis marschierten etwa zweitausend Nationalsozialisten ins Stadtzentrum, wurden jedoch von der Polizei gestellt, was zum Tod von 14 Parteimitgliedern führte. Nach der Machtübernahme 1933 erklärte Hitler den 9. November zum Reichstrauertag. Die Inschrift "Und ihr habt doch gesiegt" erschien auch auf dem Blutorden, einer der höchsten NS-Auszeichnungen.
Bemerkenswert ist, dass die Verwendung von 1923 als Anfangsdatum ungewöhnlich war, da die Hitlerjugend offiziell erst am 3. und 4. Juni 1926 beim 2. Reichsparteitag in Weimar gegründet wurde. Dies deutet darauf hin, dass dieses Abzeichen nicht ausschließlich eine HJ-Jubiläumsauszeichnung war, sondern vielmehr eine Verbindung der Jugendorganisation mit der gesamten nationalsozialistischen Bewegung und ihrer Geschichte herstellte. Es ist wichtig zu verstehen, dass dieses Abzeichen nicht mit den Gedenkfeiern zum 10. Jahrestag des Putsches am 9. November 1933 zusammenfiel, sondern bereits im August 1933 ausgegeben wurde.
Das Abzeichen wurde vom Hersteller H. Wittmann München produziert und existiert in mehreren Varianten. Die Standard-Teilnehmerversion besteht aus bronziertem Blech (auch als Tombak, einer Messinglegierung, bekannt) und wurde entweder mit hohlem oder solidem Rücken gefertigt. Die Version mit solidem Rücken trägt auf einer angelöteten runden Platte die Herstellermarke "H. Wittmann München". Das Abzeichen ist hohlgeprägt und misst 50 mm in der Höhe. Die Vorderseite zeigt einen deutschen Reichsadler mit Hakenkreuz, die Legende "Und Ihr Habt Doch Gesiegt!", die Feldherrnhalle und am unteren Rand die Inschrift "Hitler-Jugend 1923-1933 München".
Neben der Standard-Bronzeversion existiert eine besondere Ehrenausführung für geladene Ehrengäste. Diese wurde aus 990er Silber massiv geprägt und ist auf der Vorderseite teilweise versilbert und teilweise vergoldet. Auf der Rückseite ist die Silberpunzierung "990" angebracht. Die gleiche Inschrift "und ihr habt doch gesiegt" wurde auch auf anderen Gedenkabzeichen verwendet, einschließlich NSDAP-Abzeichen von Deschler & Sohn, die manchmal fälschlicherweise als "Gau-Ehrenzeichen München" bezeichnet werden.
Die Träger dieses Abzeichens waren Teilnehmer am regionalen Treffen des HJ Gebiet 19 "Hochland" in München vom 19. bis 21. August 1933. Das Gebiet "Hochland" umfasste die Jugend aus den Gauen München-Oberbayern und Schwaben. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Hitlerjugend im April/Mai 1945 faktisch aufgelöst und am 10. Oktober 1945 durch das Kontrollratsgesetz Nr. 2 der Alliierten zusammen mit allen NSDAP-Organisationen offiziell verboten, ihr Vermögen wurde beschlagnahmt. Nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland ist die HJ mit allen Untergliederungen als verfassungsfeindliche Organisation nach § 86 StGB eingestuft. Alle NS-zeitlichen Gedenkstücke, einschließlich dieses Abzeichens, wurden nach 1945 zu sammelbaren Militaria.