NSDAP Gau Ehrenzeichen Berlin in Silber 1926 - 1936

Fertigung aus Buntmetall versilbert mit aufgelegtem Hoheitsadler, der Eichenlaubkranz grün emailliert, unter der Schriftzug "Berlin" schwarz emailliert. Rückseitig mit Hersteller "L. Chr. Lauer Nürnberg Berlin", mit Verleihungs-Nr. 730. Komplett mit im weinroten Verleihungsetui, umlaufend mit Goldrand, innen mit grünem Samtbett. Dazu die große Miniatur, Buntmetall versilbert, der Hoheitsadler separat aufgelegt, teils emailliert, rückseitig mit Hersteller "L. Chr. Lauer Nürnberg Berlin". Nur minimal getragen, in wunderbarem Zustand ! 
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NSDAP Gau Ehrenzeichen Berlin in Silber 1926 - 1936

Das NSDAP Gau-Ehrenzeichen Berlin in Silber 1926-1936 gehört zu den seltensten politischen Auszeichnungen der nationalsozialistischen Parteiorganisation. Es wurde 1936 vom Gauleiter des NSDAP Gau Berlin, Joseph Goebbels, zur Ehrung des zehnjährigen Bestehens des Gaues Berlin gestiftet. Diese Auszeichnung dokumentiert einen bedeutenden Abschnitt der NSDAP-Geschichte in der Reichshauptstadt und steht exemplarisch für das System der Gau-Ehrenzeichen, mit denen die Partei langjährige Mitglieder ehrte.

Die organisatorische Geschichte des Gau Berlin ist komplexer als die Jahreszahlen auf dem Abzeichen zunächst vermuten lassen. Die Organisationsbezeichnung “Gau Berlin” existierte zwar seit März 1925, doch von 1926 bis 1928 war Berlin Teil des Gau Berlin-Brandenburg. Erst am 1. Oktober 1928 erfolgte die Trennung in zwei eigenständige Gaue: Gau Berlin und Gau Brandenburg. Joseph Goebbels wurde im November 1926 zum Gauleiter von Berlin-Brandenburg ernannt und blieb ab dem 1. Oktober 1928 bis zum 1. Mai 1945 Gauleiter des separaten Gau Berlin. Das Nazi-Gau-System selbst wurde auf einer Parteikonferenz am 22. Mai 1926 etabliert, um die Parteiverwaltung zu verbessern.

Unter Goebbels' Führung verwandelte sich die NSDAP in Berlin von einer kleinen, konfliktbeladenen Organisation mit wenigen hundert Mitgliedern im Jahr 1926 zu einer mächtigen politischen Kraft. Die Verleihung des Ehrenabzeichens zum zehnjährigen Jubiläum 1936 fand in einem Jahr statt, in dem Hitler neue Bestimmungen bezüglich der Orden und Auszeichnungen der NSDAP erließ, wobei Gau-Ehrenzeichen ausdrücklich zu den anerkannten NSDAP-Auszeichnungen gezählt wurden.

Das Abzeichen wurde in zwei Klassen verliehen: in Gold und in Silber. Die silberne Stufe, die hier beschrieben wird, war für Parteimitglieder vorgesehen, die seit dem 1. Juni 1927 oder früher ununterbrochen der NSDAP angehörten. Die goldene Stufe hingegen wurde an Mitglieder verliehen, deren kontinuierliche Mitgliedschaft bis 1926 oder früher zurückreichte. Insgesamt wurden nur 31 Abzeichen in Gold und 665 Abzeichen in Silber verliehen. Von den 665 silbernen Abzeichen erhielten bemerkenswerte 41 Frauen diese Auszeichnung, was die Rolle weiblicher Parteimitglieder in der frühen Berliner NSDAP-Organisation dokumentiert.

Die Verleihungsurkunden wurden am 29. Oktober 1936 ausgestellt und vom Gauleiter unterzeichnet. Bekannte Verleihungsnummern umfassen die Nummer 48, die an Hermann Lutz vergeben wurde, sowie die Nummern 656 und 730. Das hier beschriebene Exemplar trägt die Verleihungs-Nr. 730 und gehört damit zu den letzten verliehenen silbernen Ehrenzeichen.

Die Fertigung erfolgte durch die renommierte Münz- und Medaillenpräge-Firma L. Chr. Lauer Nürnberg Berlin. Das Unternehmen wurde 1860 gegründet, wobei seine Wurzeln bis 1790 zurückreichen. Während der Zeit des Dritten Reiches befand sich die Firma im Besitz von Gustav Rockstroh und unterhielt Standorte in Nürnberg (Kleinweidenmühle 12) und Berlin (Ritterstraße 46). Das Unternehmen produzierte Medaillen, Orden und Verbandsabzeichen.

Das Abzeichen besteht aus versilbertem Buntmetall mit einem separat aufgelegten Hoheitsadler, der auf einem grün emaillierten Eichenlaubkranz angebracht ist. Unter dem Adler findet sich die schwarz emaillierte Inschrift “Berlin“. Die Rückseite trägt die Herstellerbezeichnung “L. Chr. Lauer Nürnberg Berlin” sowie die individuelle Verleihungsnummer. Das vollständige Ensemble umfasst das Abzeichen im weinroten Verleihungsetui mit umlaufendem Goldrand und grünem Samtbett sowie eine große Miniatur, ebenfalls von L. Chr. Lauer gefertigt, bei der der Hoheitsadler separat aufgelegt und teilweise emailliert ist.

Gau-Ehrenzeichen waren politische Auszeichnungen der NSDAP, die von Gauleitern der nationalsozialistischen Parteibezirke verliehen wurden, um treue Dienste anzuerkennen oder Ereignisse zu würdigen. Die Verleihungsbestimmungen wurden vom jeweiligen Gauleiter festgelegt. Sie galten als Parteiauszeichnungen, wurden aber nicht als Reichsauszeichnungen anerkannt. Sie konnten jederzeit getragen werden, außer beim Tragen des Goldenen Parteiabzeichens.

Die Firma L. Chr. Lauer überlebte den Zweiten Weltkrieg. Das Firmenarchiv wurde 1945 während des Krieges zerstört, wobei nur einige Prägestempel aus den Trümmern gerettet werden konnten. Kurz nach Kriegsende fertigte Lauer die Ausweise für die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse für die amerikanischen Besatzungsbehörden. 1982 wurde das Unternehmen von einer Kommanditgesellschaft in ein Einzelunternehmen unter dem Inhaber Gert Rockstroh in Nürnberg umgewandelt. Gau-Ehrenzeichen wurden als NSDAP-Auszeichnungen nach 1945 zu verbotenen Symbolen.

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