NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette " Motorbrigade Nordmark - Nordmark Herbstprüfung 23.10.1938 Hamburg - Lübeck "

Aluminium vergoldet, 73 x 73 mm, in den 4 Ecken Bohrungen, Zustand 2.
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200,00

NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette " Motorbrigade Nordmark - Nordmark Herbstprüfung 23.10.1938 Hamburg - Lübeck "

Die vorliegende NSKK-Teilnehmerplakette dokumentiert die Nordmark Herbstprüfung, die am 23. Oktober 1938 zwischen Hamburg und Lübeck stattfand. Diese nichttragbare Plakette aus vergoldetem Aluminium mit den Maßen 73 x 73 mm repräsentiert ein bedeutendes Zeugnis der motorsportlichen Aktivitäten des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) in der Motorbrigade Nordmark während der späten 1930er Jahre.

Das NSKK wurde am 1. April 1930 zunächst als motorisierte Unterabteilung der SA gegründet und erhielt am 23. August 1934 den Status einer eigenständigen Organisation innerhalb der NSDAP. Unter der Führung von Korpsführer Adolf Hühnlein entwickelte sich das NSKK zu einer paramilitärischen Formation mit über 500.000 Mitgliedern bis 1939. Die Hauptaufgabe bestand in der kraftfahrtechnischen Ausbildung und Erziehung, die sowohl wehrsportlichen als auch militärischen Zielen diente.

Die Motorbrigade Nordmark war eine der regionalen Gliederungen des NSKK und umfasste den geografischen Raum Schleswig-Holstein und Hamburg. Der Begriff “Nordmark” war eine nationalsozialistische Bezeichnung für diese nordische Grenzregion. Die Brigade organisierte regelmäßig motorsportliche Veranstaltungen, Geländefahrten und technische Prüfungen, die offiziell als sportliche Wettkämpfe deklariert wurden, tatsächlich aber der vormilitärischen Ausbildung dienten.

Die Herbstprüfung von 1938 fand in einer Zeit statt, als das nationalsozialistische Regime seine Kriegsvorbereitungen intensivierte. Solche Veranstaltungen dienten dazu, die fahrerischen Fähigkeiten der Mitglieder zu testen und zu verbessern. Die Strecke zwischen Hamburg und Lübeck bot unterschiedliche Geländebedingungen und stellte hohe Anforderungen an Fahrer und Fahrzeuge. Typischerweise umfassten diese Prüfungen Orientierungsfahrten, Geschicklichkeitsübungen und technische Aufgaben.

Die vorliegende Teilnehmerplakette ist ein Beispiel für die zahlreichen Auszeichnungen und Erinnerungsstücke, die das NSKK für seine Veranstaltungen herstellte. Mit ihren vier Bohrungen in den Ecken war sie zur festen Montage, vermutlich an einer Wand oder Tafel, vorgesehen. Das quadratische Format und die vergoldete Aluminiumausführung entsprechen der typischen Gestaltung solcher Objekte aus dieser Periode. Die Verwendung von Aluminium reflektiert sowohl wirtschaftliche Überlegungen als auch die zunehmende Bedeutung von Leichtmetallen in der deutschen Industrie der 1930er Jahre.

Solche nichttragbaren Plaketten unterschieden sich von den tragbaren Abzeichen und dienten als bleibende Erinnerung an die Teilnahme an einer bestimmten Veranstaltung. Sie wurden typischerweise in limitierter Auflage hergestellt und an die Teilnehmer ausgegeben. Für Sammler und Historiker sind diese Objekte heute wichtige Quellen zur Erforschung der Alltagskultur und Organisationsstruktur des NSKK.

Das Jahr 1938 markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des Dritten Reiches. Nach dem Anschluss Österreichs im März und der Sudetenkrise im Herbst beschleunigte sich die Aufrüstung. Das NSKK spielte dabei eine wichtige Rolle in der Ausbildung von Kraftfahrern für die Wehrmacht. Die motorsportlichen Veranstaltungen dienten nicht nur der Propaganda, sondern auch der praktischen Vorbereitung auf den kommenden Krieg.

Die handwerkliche Qualität der Plakette und ihr guter Erhaltungszustand (Zustand 2) erlauben es, Details der Herstellung und Gestaltung zu erkennen. Solche Stücke wurden von spezialisierten Firmen nach Auftrag des NSKK produziert, wobei strenge Richtlinien bezüglich der Symbolik und Gestaltung eingehalten werden mussten.

Heute sind solche NSKK-Memorabilia wichtige historische Dokumente, die Einblick in die Organisation, Aktivitäten und Propaganda des nationalsozialistischen Regimes geben. Sie erinnern an die Instrumentalisierung des Motorsports für politische und militärische Zwecke und dokumentieren die umfassende Durchdringung der Gesellschaft durch nationalsozialistische Organisationen in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.