Nachlaß aus dem Besitz des Generalmajor a.D. Ludwig von Mertens

- Große Ordensschnalle Eisernes Kreuz 1914 2. Klasse, Ehrenkreuz für Frontkämpfer 1934, Dienstauszeichnung Kreuz 25 Jahre für Offiziere, Südwest-Afrika Denkmünze für Nichtkämpfer (Stahl), Zentenarmedaille, Baden Orden vom Zähringer Löwen Ritterkreuz 1.Klasse (Gold), bronzene Regierungsjubiläumsmedaille 1902.
- Eisernes Kreuz 1914 1.Klasse mit rückseitiger Gravur Oberst Ludwig von Mertens.
- Königlicher Kronenorden Stern zur 2. Klasse mit Schwertern, Ritzmarke W im unteren Kreuzarm.
- Preußen Erinnerungsabzeichen zur silbernen Hochzeit S.M. Kaiser u. König Wilhelm II. und I.M. Kaiserin Auguste Victoria von 1906 am Band des königlichen Kronenordens.
- Verleihungsurkunde für einen Generalmajor z.D. und im Frieden Kommandeur des Feldartillerieregiments No. 44 - Königlicher Kronenorden 2. Klasse mit dem Stern und Schwertern, ausgestellt am 30.4.1918 durch den Chef der Generalkommission in Angelegenheiten der Königlich Preußischen Orden mit schöner Tintensignatur " Kanitz ". Das großformatige Blatt ist zweimal gefaltet und mit Gebrauchsspuren.
- Verleihungsurkunde für den Roten Adlerorden 2. Klasse mit Schwertern für einen Generalmajor, Garde-Artilleriekommandeur No. 2, ausgestellt am 27.8.1918, großformatiges, zweimal gefaltet und mit Gebrauchsspuren.
- Schulterstücke für einen Oberst als Kommandeur Feldartillerie-Regiment 44
- Geschichte des Kgl. Preuß. Trierschen Feldartillerie Regiments Nr. 44 1899-1919 mit dem Vorwort Generalmajor a.D. Ludwig von Mertens.
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Nachlaß aus dem Besitz des Generalmajor a.D. Ludwig von Mertens

Der Nachlass des Generalmajor zur Disposition Ludwig von Mertens bietet einen außergewöhnlichen Einblick in die militärische Laufbahn eines preußischen Artillerieoffiziers vom späten Kaiserreich bis in die frühe Zeit des Nationalsozialismus. Als Friedenskommandeur des Feldartillerie-Regiments Nr. 44 und späterer Kommandeur von Garde-Artillerieeinheiten während des Ersten Weltkriegs verkörpert Mertens den typischen Werdegang eines höheren preußischen Offiziers dieser Epoche.

Das Feldartillerie-Regiment Nr. 44 (Triersches) wurde am 17. April 1899 im Zuge einer Heeresreorganisation aufgestellt und in der Maxim-Kaserne in Trier stationiert. Mertens leitete dieses Regiment während seiner Friedenszeit und blieb ihm auch nach seiner aktiven Laufbahn verbunden. Die Regimentsgeschichte, die 1934 durch die Universitätsdruckerei Poppen und Ortmann in Freiburg im Breisgau veröffentlicht wurde, trägt sein Vorwort und dokumentiert die Jahre 1899 bis 1919. Die Demobilisierung des Regiments erfolgte am 19. Februar 1919 mit insgesamt 403 bestätigten Gefallenen.

Die umfangreiche Ordensschnalle dokumentiert Mertens' gesamte Dienstzeit. Das Eiserne Kreuz 1914 2. Klasse war Teil einer Massenverleihung von etwa fünf Millionen Auszeichnungen während des Ersten Weltkriegs, während das Eiserne Kreuz 1. Klasse, auf dessen Rückseite „Oberst Ludwig von Mertens“ graviert ist, deutlich seltener verliehen wurde. Die Südwest-Afrika Denkmünze für Nichtkämpfer in Stahl bezieht sich auf den Herero-Aufstand von 1904 bis 1906 und deutet auf eine Unterstützungsrolle während dieses kolonialen Konflikts hin, obwohl sein Hauptdienst in Europa stattfand.

Die Zentenarmedaille aus dem Jahr 1897, von der über 1,2 Millionen Exemplare ausgegeben wurden, markiert seinen Dienst am 22. März 1897. Das badische Ritterkreuz 1. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen in Gold, von dem insgesamt etwa 6.930 Stück in allen Varianten verliehen wurden, sowie die bronzene Regierungsjubiläumsmedaille 1902 aus Baden ergänzen die preußischen Auszeichnungen. Die Dienstauszeichnung Kreuz 25 Jahre für Offiziere bezeugt seine langjährige Offizierslaufbahn.

Der Königliche Kronenorden 2. Klasse mit dem Stern und Schwertern wurde am 30. April 1918 verliehen, als Mertens den Rang eines Oberst innehatte. Die Verleihungsurkunde, ausgestellt durch den Chef der Generalkommission in Angelegenheiten der Königlich Preußischen Orden mit der Tintensignatur „Kanitz“, weist ihn als Generalmajor zur Disposition und Kommandeur des Feldartillerieregiments Nr. 44 aus. Von dieser Auszeichnung wurden zwischen 1861 und 1918 insgesamt 4.014 Exemplare verliehen. Der Stern trägt die Ritzmarke W im unteren Kreuzarm, das Herstellerzeichen von Wagner & Sohn aus Berlin.

Der Rote Adlerorden 2. Klasse mit Schwertern, die zweithöchste preußische Auszeichnung, wurde ihm als Generalmajor und Garde-Artilleriekommandeur No. 2 verliehen. Bis 1918 wurden nur 564 Exemplare dieser Auszeichnung mit Schwertern ausgegeben, was ihre Seltenheit unterstreicht. Die Schulterstücke für einen Oberst als Kommandeur des Feldartillerie-Regiments 44 ergänzen die dokumentarischen Belege seiner Rangstellung.

Das Ehrenkreuz für Frontkämpfer 1934 repräsentiert die Massenverleihung an alle Ersten-Weltkrieg-Veteranen durch das nationalsozialistische Regime. Das Preußische Erinnerungsabzeichen zur silbernen Hochzeit von Kaiser Wilhelm II. und Kaiserin Auguste Victoria aus dem Jahr 1906 am Band des Königlichen Kronenordens dokumentiert seine Teilnahme an diesem dynastischen Ereignis.

Nach Mertens' Tod blieb der Nachlass als geschlossene Sammlung erhalten und gelangte schließlich in den militärischen Antiquitätenhandel, wo er in Katalogen von Helmut Weitze Militaria erschien. Die Sammlung repräsentiert die typische Karrierememorabiliensammlung eines hochrangigen preußischen Offiziers, die durch familiäre oder Sammlerkanäle bewahrt wurde. Die Veröffentlichung der Regimentsgeschichte im Jahr 1934 lässt darauf schließen, dass Mertens während der Weimarer Republik und der frühen NS-Zeit in Veteranenorganisationen aktiv blieb. Alle Dekorationen wurden nach 1918 rechtlich untragbar (preußische und badische Orden) beziehungsweise nach 1945 (Auszeichnungen des Dritten Reichs), obwohl die Ersten-Weltkrieg-Medaillen gemäß den Regelungen von 1934 in modifizierter Form während des Dritten Reichs getragen werden konnten.

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