Reichsarbeitsdienst der weiblichen Jugend ( RAD/wJ ) - Brosche für Maidenoberführerin

silberfarben, Aluminium, Hersteller : Assmann 39 RADJ, an Nadel, Zustand 2.
382897
180,00

Reichsarbeitsdienst der weiblichen Jugend ( RAD/wJ ) - Brosche für Maidenoberführerin

Die vorliegende Brosche für eine Maidenführerin des Reichsarbeitsdienstes der weiblichen Jugend (RAD/wJ) stellt ein bedeutendes Zeugnis der nationalsozialistischen Organisationsstruktur dar. Hergestellt von der renommierten Firma Assmann aus Lüdenscheid, trägt sie die charakteristische Herstellermarkierung “Assmann 39 RADJ”, die auf das Jahr 1939 und die spezifische Produktionslinie für den weiblichen Reichsarbeitsdienst hinweist.

Der Reichsarbeitsdienst wurde 1935 durch das Reichsarbeitsdienstgesetz als Pflichtdienst für alle jungen Deutschen eingeführt. Während der männliche RAD bereits früher etabliert wurde, entwickelte sich die weibliche Abteilung parallel dazu. Ab 1939 wurde der Arbeitsdienst auch für junge Frauen verpflichtend, zunächst für sechs Monate, später während des Krieges für ein ganzes Jahr. Der RAD/wJ sollte junge Frauen im Alter von 17 bis 25 Jahren auf ihre zukünftige Rolle als Mütter und Hausfrauen vorbereiten, sie gleichzeitig aber auch für Hilfsdienste in der Landwirtschaft und später im Krieg einsetzen.

Die hierarchische Struktur des RAD/wJ war streng gegliedert und orientierte sich am militärischen Vorbild. Die Maidenführerin (auch Maidenführerin genannt) bekleidete eine mittlere Führungsposition innerhalb dieser Organisation. Oberhalb der einfachen Arbeitsmaiden und Vorarbeiterinnen, aber unterhalb der höchsten Führungsebene, war sie für die Leitung und Ausbildung einer Gruppe junger Frauen verantwortlich. Diese Position erforderte sowohl organisatorische Fähigkeiten als auch ideologische Zuverlässigkeit im Sinne des NS-Regimes.

Die Brosche selbst wurde aus Aluminium gefertigt, einem Material, das während des Krieges zunehmend wichtiger wurde, da es leichter verfügbar war als Edelmetalle. Die silberfarbene Oberfläche verlieh dem Abzeichen dennoch einen würdevollen Charakter. Solche Dienstabzeichen wurden an der Uniform getragen und dienten der unmittelbaren Erkennbarkeit des Ranges innerhalb der Organisation. Sie waren Teil eines umfassenden Systems von Uniformierung und Rangabzeichen, das die Hierarchie und Zugehörigkeit sichtbar machte.

Die Firma Assmann, vollständiger Name Richard Sieper & Söhne, war einer der bedeutendsten Hersteller von militärischen und paramilitärischen Auszeichnungen während der NS-Zeit. Das Unternehmen aus Lüdenscheid produzierte eine Vielzahl von Abzeichen, Orden und Ehrenzeichen für verschiedene Organisationen des Dritten Reiches. Die Qualität der Assmann-Produkte war allgemein anerkannt, und die Herstellermarkierung wurde meist auf der Rückseite der Abzeichen angebracht.

Der Reichsarbeitsdienst der weiblichen Jugend umfasste auf seinem Höhepunkt mehrere hunderttausend junge Frauen. Sie wurden in Lagern untergebracht, trugen einheitliche Uniformen und unterlagen einer straffen Disziplin. Die tägliche Arbeit bestand hauptsächlich aus landwirtschaftlichen Tätigkeiten, Haushaltshilfe in kinderreichen Familien und später zunehmend aus kriegswichtigen Hilfsdiensten. Die ideologische Indoktrination war ein wesentlicher Bestandteil des Dienstes, wobei die NS-Weltanschauung in allen Bereichen des Lagerlebens präsent war.

Das Jahr 1939, das in der Herstellermarkierung erscheint, markiert einen bedeutenden Wendepunkt. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges im September 1939 änderte sich auch die Ausrichtung des RAD/wJ. Die Organisation wurde noch stärker in die Kriegswirtschaft eingebunden, und die Arbeitsmaiden übernahmen zunehmend Aufgaben, die zuvor von Männern ausgeführt wurden. Sie arbeiteten in der Rüstungsindustrie, als Luftwaffenhelferinnen und in anderen kriegswichtigen Bereichen.

Die Führerinnen des RAD/wJ, wie die Trägerin dieser Brosche, spielten eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der NS-Politik. Sie waren verantwortlich für die Erziehung und Überwachung der ihnen anvertrauten jungen Frauen, für die Organisation des Lageralltags und für die Durchführung der ideologischen Schulung. Ihre Position verlangte absolute Loyalität zum Regime und die Fähigkeit, die NS-Ideologie überzeugend zu vermitteln.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Reichsarbeitsdienst zusammen mit allen anderen NS-Organisationen aufgelöst. Die Uniformen, Abzeichen und Dokumente wurden zu historischen Zeugnissen einer dunklen Epoche deutscher Geschichte. Heute sind solche Objekte wichtige Quellen für die historische Forschung und dienen der Aufklärung über die Mechanismen totalitärer Herrschaft und die Einbindung breiter Bevölkerungsschichten in das NS-System.

Die vorliegende Brosche in Zustand 2 (was auf einen gut erhaltenen Zustand mit leichten Gebrauchsspuren hinweist) repräsentiert somit nicht nur ein handwerklich gefertigtes Objekt, sondern steht symbolisch für ein umfassendes System der gesellschaftlichen Mobilisierung und ideologischen Durchdringung, das charakteristisch für das nationalsozialistische Deutschland war.