Russland Kaiserliche Marine Dolch für Offiziere mit aufgelegtem St. Anna-Orden M. 1803/1914.
Anbei die CITES-Genehmigung für den Verkauf, Ein- und Ausfuhr nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen, datiert 2025.
Der kaiserlich-russische Marine-Offizierdolch mit aufgelegtem St. Anna-Orden repräsentiert eine besondere Kategorie militärischer Auszeichnungswaffen aus der späten Zarenzeit. Diese Ehrendolche wurden gemäß der Verordnung vom Modell 1803/1914 an Offiziere der kaiserlich-russischen Marine verliehen, die sich durch außergewöhnliche Tapferkeit im Dienst ausgezeichnet hatten.
Die Vierkantklinge mit der Herstellermarkierung “E. F. Hörster Solingen” verweist auf die langjährige Tradition deutscher Waffenschmiedekunst. Die Solinger Klingenhersteller belieferten während des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zahlreiche europäische Streitkräfte mit hochwertigen Blank- und Stichwaffen. Die Firma Hörster gehörte zu den renommierten Produzenten, deren Erzeugnisse für ihre erstklassige Qualität und Verarbeitung bekannt waren.
Das charakteristische s-förmige Parierstück aus vergoldetem Messing trägt die beidseitige kyrillische Inschrift “За храбрость” (Für Tapferkeit), die unmissverständlich den Auszeichnungscharakter dieser Waffe dokumentiert. Die Unterseite weist Stempel auf, die auf das Herstellungsjahr und möglicherweise auf die Metallqualität hindeuten. Solche Markierungen waren im russischen Militärwesen obligatorisch und dienten der Qualitätskontrolle sowie der administrativen Erfassung.
Der St. Anna-Orden, 1735 ursprünglich von Herzog Karl Friedrich von Holstein-Gottorp zu Ehren seiner Gemahlin Anna Petrowna gestiftet und später in das russische Ordenssystem integriert, gehörte zu den bedeutendsten militärischen und zivilen Auszeichnungen des Zarenreichs. Die Verleihung dieses Ordens auf einer Waffe stellte eine besondere Form der Ehrung dar. Ab 1797 wurde der Orden offiziell Teil des russischen Ordenssystems und in vier Klassen verliehen. Die Version “Für Tapferkeit” wurde speziell für militärische Verdienste reserviert.
Das vierkantförmige Griffstück aus Bein mit aufgelegtem Orden zeigt die aufwendige handwerkliche Gestaltung dieser Ehrenwaffen. Die Verwendung von Elfenbein oder Knochen für Waffengriffe war in der kaiserlichen Zeit üblich und verlieh dem Objekt zusätzlichen repräsentativen Charakter. Die Knaufkappe mit dekorativen Elementen rundet die kunsthandwerkliche Gestaltung ab.
Die schwarz belederte Holzscheide mit Messingbeschlägen entspricht den militärischen Vorschriften der Zeit. Solche Scheiden schützten nicht nur die Klinge, sondern waren auch Teil der Uniformordnung. Das originale Portepee, eine geflochtene Tragevorrichtung, diente ursprünglich als Handgelenksschlaufe und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem wichtigen Rangabzeichen, das Material, Farbe und Ausführung den Rang des Trägers anzeigte.
Die Gesamtlänge von 37,5 cm entspricht den standardisierten Maßen für Marine-Offizierdolche dieser Epoche. Diese Waffen waren nicht primär als Kampfwaffen konzipiert, sondern dienten als Ehrenzeichen und Bestandteil der Galauniform.
Der historische Kontext dieser Waffe ist eng mit der kaiserlich-russischen Marine vor 1917 verbunden. Die russische Flotte durchlebte in den Jahrzehnten vor der Revolution bedeutende Modernisierungen, erlitt aber auch schwere Rückschläge, insbesondere während des Russisch-Japanischen Krieges (1904-1905) und des Ersten Weltkriegs. Offiziere, die sich in diesen Konflikten auszeichneten, konnten mit derartigen Ehrenwaffen bedacht werden.
Das Modell 1803/1914 verweist auf die lange Traditionslinie russischer Marinedolche, deren Grundform auf napoleonische Zeit zurückgeht, aber 1914 nochmals modifiziert wurde. Die Revolution von 1917 beendete die Produktion und Verleihung solcher Ehrenwaffen abrupt.
Heute sind diese Dolche gesuchte militärhistorische Sammlerstücke, die nicht nur handwerkliche Qualität dokumentieren, sondern auch wichtige Zeitdokumente der untergegangenen Zarenzeit darstellen. Die CITES-Genehmigung für den Handel ist aufgrund der tierischen Griffmaterialien erforderlich und bestätigt die legale Handelbarkeit gemäß dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen. Dies unterstreicht die Bedeutung des Artenschutzes auch im Bereich historischer Objekte und gewährleistet, dass der Handel mit solchen Antiquitäten im Einklang mit internationalen Naturschutzbestimmungen erfolgt.