Allgemeines Sturmabzeichen - Nadelsystem fehlt

Feinzink.
500298
225,00

Allgemeines Sturmabzeichen - Nadelsystem fehlt

Das Allgemeine Sturmabzeichen gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Diese Kampfauszeichnung wurde am 1. Juni 1940 durch eine Verordnung von Generaloberst Walther von Brauchitsch, dem Oberbefehlshaber des Heeres, gestiftet und war für Soldaten bestimmt, die sich in vorderster Linie bewährt hatten.

Die Stiftung des Allgemeinen Sturmabzeichens erfolgte als Erweiterung des bereits 1939 eingeführten Infanterie-Sturmabzeichens. Während das Infanterie-Sturmabzeichen ausschließlich für Angehörige der Infanterie-Truppen vorgesehen war, konnte das Allgemeine Sturmabzeichen an Soldaten aller Waffengattungen verliehen werden, die nicht bereits im Besitz eines anderen Sturmabzeichens waren. Dies umfasste beispielsweise Pioniere, Nachrichtentruppen, Panzerjäger und andere Einheiten.

Verleihungsbedingungen: Um das Abzeichen zu erhalten, mussten die Soldaten an mindestens drei Kampftagen teilnehmen, bei denen sie an vorderster Front im Sturmangriff oder in der Abwehr feindlicher Angriffe eingesetzt waren. Alternativ konnte die Auszeichnung auch für eine Verwundung während eines solchen Einsatzes verliehen werden. Die Verleihung erfolgte durch Offiziere ab dem Rang eines Divisionskommandeurs.

Gestaltung und Herstellung: Das Abzeichen zeigt ein ovales, vertikal ausgerichtetes Design mit einem Lorbeerkranz, der ein nach rechts gerichtetes Gewehr mit aufgepflanztem Bajonett und eine darüber liegende Stielhandgranate umrahmt. Über dem Waffenmotiv befindet sich ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen und dem Hakenkreuz in den Fängen. Die Ausführung erfolgte üblicherweise in Feinzink, einem Materialmix aus Zink und anderen Metallen, der besonders in den späteren Kriegsjahren aufgrund der Metallknappheit zum Einsatz kam.

Das vorliegende Exemplar ist aus Feinzink gefertigt, was für die Produktion während des Krieges typisch war. Die Rückseite zeigt die Spuren der ursprünglichen Nadelkonstruktion, wobei das Nadelsystem selbst nicht mehr vorhanden ist. Üblicherweise wurde das Abzeichen mittels einer horizontalen Nadel und eines Hakens oder einer Gegenscheibe an der Uniform befestigt, konkret auf der linken Brustseite unterhalb der Ordensspange.

Herstellervielfalt: Während des Krieges produzierten zahlreiche Firmen das Allgemeine Sturmabzeichen. Die Qualität und Details der Ausführung variierten je nach Hersteller und Produktionszeitpunkt erheblich. Frühe Stücke zeigten oft feinere Details und wurden aus hochwertigeren Materialien gefertigt, während spätere Produktionen kriegsbedingt vereinfacht wurden. Viele Hersteller kennzeichneten ihre Produkte mit Herstellercodes auf der Rückseite, wobei es auch ungekennzeichnete Exemplare gab.

Historischer Kontext: Das Sturmabzeichen symbolisiert die militärische Doktrin der Wehrmacht, die den offensiven Kampfgeist und die Aggressivität der Truppe betonte. Die Verleihung erfolgte an allen Fronten des Zweiten Weltkriegs, von den frühen Feldzügen in Polen und Frankreich über den Balkanfeldzug bis hin zu den langen Kämpfen an der Ostfront und in Nordafrika. Schätzungen zufolge wurden während des Krieges mehrere hunderttausend dieser Auszeichnungen verliehen.

Sammlerwert und Authentizität: Heute sind diese Auszeichnungen Gegenstand militärhistorischer Sammlungen. Bei der Bewertung spielen Faktoren wie Erhaltungszustand, Herstellermarkierung, Material und Vollständigkeit eine Rolle. Das Fehlen des Nadelsystems, wie bei diesem Exemplar, ist bei vielen überlieferten Stücken festzustellen, da diese Komponenten häufig beschädigt wurden oder verloren gingen. Dies mindert zwar den Sammlerwert gegenüber vollständigen Exemplaren, schmälert jedoch nicht die historische Bedeutung des Objekts als Zeitzeugnis.

Die Beschäftigung mit solchen militärhistorischen Objekten dient heute ausschließlich der wissenschaftlichen Aufarbeitung und der Erinnerung an die Geschichte. Sie helfen, die militärische Kultur und das Auszeichnungswesen der damaligen Zeit zu verstehen und kritisch zu reflektieren.