Deutsches Kaiserreich Schutzgebiet ( Kolonie ) Foto, Einheimische in Deutsch-Südwestafrika

Maße ca. 18 x 12 cm, Zustand 2-.
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€ 20,00

Deutsches Kaiserreich Schutzgebiet ( Kolonie ) Foto, Einheimische in Deutsch-Südwestafrika

Diese Fotografie aus Deutsch-Südwestafrika repräsentiert ein bedeutendes Dokument der deutschen Kolonialgeschichte und gehört zu einer umfangreichen fotografischen Überlieferung, die heute wichtige Einblicke in die koloniale Vergangenheit Deutschlands bietet. Das Bild zeigt Einheimische im deutschen Schutzgebiet und stammt aus einer Zeit intensiver kolonialer Aktivität zwischen 1884 und 1915.

Deutsch-Südwestafrika war eine deutsche Kolonie von 1884 bis 1915 auf dem Territorium des heutigen Namibia mit einer Fläche von 835.100 km², etwa anderthalbmal so groß wie das Deutsche Reich selbst. Diese Kolonie unterschied sich von anderen deutschen Besitzungen dadurch, dass sich dort eine beträchtliche Anzahl deutscher Siedler niederließ. Im Jahr 1903 lebten etwa 2.200 Deutsche in Südwestafrika, 1909 waren es etwa 9.400, und 1914 etwa 12.300 von insgesamt 14.800 Weißen in der Kolonie.

Die Deutsche Kolonialgesellschaft (DKG), gegründet 1887, sammelte systematisch fotografische Dokumente für ihre Propagandaaktivitäten und öffentliche Vorträge in Deutschland. Fotografien wurden gezielt eingesetzt, um die deutschen Kolonien im Mutterland zu bewerben und ein bestimmtes Bild der kolonisierten Völker zu vermitteln. Die indigene Bevölkerung wurde in diesen Darstellungen typischerweise als traditionsbewusst, fröhlich, kindlich-naiv und als willige Arbeitsreserve porträtiert. Mehr als 50.000 historische Fotografien aus der Sammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft wurden von der Universitätsbibliothek Frankfurt digitalisiert.

Das vorliegende Foto mit seinen Maßen von etwa 18 x 12 cm überschreitet das Standardformat einer Cabinet Card (etwa 16,5 x 10,8 cm), was auf ein größeres Format oder einen größeren Abzug hindeutet. Kolonialzeitliche Fotografien aus dem südlichen und östlichen Afrika, die von den 1870er Jahren bis ins frühe zwanzigste Jahrhundert produziert wurden, umfassten Porträts, Cartes de Visite, Postkarten und Albumseiten. Cabinet Cards wurden nach 1870 für fotografische Porträts weit verbreitet eingesetzt, wobei die letzten Cabinet Cards in den 1920er Jahren produziert wurden. Die meisten Fotografien aus der Kolonialzeit waren Albuminabzüge, obwohl spätere Aufnahmen auch mattes Kollodium, Gelatine oder Gelatinebromidpapier verwendeten.

Die historische Bedeutung solcher Fotografien wird durch den dramatischen Kontext der deutschen Kolonialherrschaft verstärkt. Konflikte zwischen Deutschen und Afrikanern eskalierten 1904 zu einem Krieg über Unterdrückungsmaßnahmen sowie Weide- und Wasserrechte. Das Deutsche Reich entsandte ein Expeditionskorps unter General Lothar von Trotha, um den Widerstand der Herero und Nama zu unterdrücken. Deutsche Kolonialtruppen führten von 1904 bis 1908 eine Vergeltungskampagne durch, die heute als Herero- und Nama-Genozid bekannt ist. Ab 1907 wurde jeder Afrikaner ab sieben Jahren gezwungen, eine “Eingeborenen-Passmarke” zu tragen, die auf Verlangen jedem Weißen vorgezeigt werden musste.

Das Territorium wurde 1915 während des Ersten Weltkriegs von Truppen der Südafrikanischen Union erobert. Deutschland trat dieses Gebiet erst mit dem Versailler Vertrag von 1919 offiziell ab. Die Verwaltung übernahm die Südafrikanische Union, die es als Südwestafrika unter einem Völkerbundmandat verwaltete. Am 21. März 1990 wurde das Gebiet als Namibia unabhängig.

Koloniale Fotografien behielten auch nach dem Ende der deutschen Kolonialherrschaft ihre propagandistische Bedeutung. 1939 veröffentlichte die Fotografin Ilse Steinhoff ein Fotoalbum ihrer Reise von 1937 in die ehemaligen deutschen Kolonien Südwest- und Ostafrika, das die Phantasie der Vergangenheit mit den Idealen Nazideutschlands verband, um den kolonialen Revisionismus im Dritten Reich zu fördern. Heute finden sich koloniale Fotografien in Sammlungen wie dem Preußischen Geheimen Staatsarchiv in Berlin und dienen als wichtige historische Quellen für die wissenschaftliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte.