Finnische Erinnerungsmedaille an den Winterkrieg 1939–1940 mit Schwertern und Gefechtsspange “Summa”
Das vorliegende Stück gehört zu den eindrucksvollsten Zeugnissen des finnischen Abwehrkampfes gegen die sowjetische Invasion im Winter 1939/40. Es handelt sich um die Talvisodan Muistomitali – die Erinnerungsmedaille an den Winterkrieg – in der Ausführung aus geschwärztem Eisen, versehen mit dem Schwerterpaar für Frontkämpfer sowie der Gefechtsspange “Summa”, die den Einsatz in einem der härtesten Frontabschnitte des gesamten Krieges dokumentiert.
Historischer Hintergrund: Der Winterkrieg
Der Winterkrieg begann am 30. November 1939 mit dem Einmarsch der Sowjetunion in Finnland und endete am 13. März 1940 mit der Unterzeichnung des Moskauer Friedensvertrages. Trotz einer erdrückenden zahlenmäßigen Überlegenheit der Roten Armee leistete Finnland 105 Tage lang erbitterten Widerstand. Zwar musste das Land am Ende neun Prozent seines Staatsgebiets abtreten, doch seine Souveränität blieb gewahrt. Der Krieg stärkte Finnlands internationales Ansehen erheblich und wurde zum Symbol für die Entschlossenheit eines kleinen Volkes, seine Unabhängigkeit zu verteidigen.
Stiftung und Gestaltung der Medaille
Die Medaille wurde am 2. August 1940 durch die Nummer 418 der Finnischen Gesetzessammlung von Präsident Kyösti Kallio und Verteidigungsminister Rudolf Walden gestiftet – nur fünf Monate nach Kriegsende. Die ersten Verleihungen erfolgten im September 1940. Entworfen wurde die Medaille von Major Aarno Karimo, einem bekannten Dichter und Künstler, der bereits 1906 den Voimaliitto (Kraftbund) gegründet hatte.
Die runde Medaille aus geschwärztem Eisen (magnetisch) zeigt auf der Vorderseite die Silhouette eines schneebedeckten Schützen, umgeben von den acht Provinzwappen Finnlands, wobei das karelische Wappen oben auf einer Variante des Tatzenkreuzes mit Herzogskrone angebracht ist. Am unteren Rand erscheinen die stilisierten Jahreszahlen 1939–1940. Die Rückseite trägt einen geprägten Nadelholzkranz als Bordüre mit der Inschrift “KUNNIA ISÄNMAA” (“Ehre dem Vaterland”) im Zentrum und einer Tatzenkreuz-Variante am oberen Rand.
Das 32 mm breite Band besteht aus zwei äußeren schwarzen Streifen von je 11 mm Breite, zwei roten Mittelstreifen von je 3 mm sowie einem zentralen schwarzen Streifen von 4 mm. Die auf dem Band befestigten gekreuzten Schwerter aus silberfarbenem Metall – mit den Klingen nach oben weisend – symbolisieren die Schwerter aus dem karelischen Wappen. Es existieren zwei Typen: ein früherer, seltener Typ mit drei dicken, integral zur Schwertstruktur gehörenden Dornen, und ein späterer, verbreiteter Typ mit zwei dünnen Stiften auf der Rückseite.
Verleihungskriterien und Varianten
Die Medaille wurde äußerst großzügig verliehen – nicht nur an Frontsoldaten, sondern an alle, die am Krieg mitgewirkt hatten: von Kämpfern an der Front bis hin zu Kantinenpersonal, Jungen und Mädchen, die Botendienste leisteten oder Uniformen wuschen. Die gekreuzten Schwerter wurden ausschließlich an Personen verliehen, die an Kampfhandlungen teilgenommen hatten. Insgesamt wurden über 700.000 Exemplare der finnischen Standardausführung zwischen 1940 und 1992 vergeben.
Neben der finnischen Standardversion in geschwärztem Eisen gab es eine Ausländerversion in vier Materialien: geschwärztes Eisen (für ausländische Freiwillige im Kampfeinsatz), Bronze (für Unterstützer), Silber (für besondere Unterstützer, nur 42 Stück verliehen) und Gold (nur 7 Stück, verliehen an Würdenträger wie den schwedischen Kronprinzen Gustaf Adolf, den dänischen Kronprinzen Frederick, den ungarischen Reichsverweser Miklós Horthy und den ehemaligen US-Präsidenten Herbert Hoover). Rund 10.000 Ausländermedaillen aller Varianten wurden insgesamt vergeben.
Pro Medaille konnte eine von 15 verschiedenen Gefechtsspangen getragen werden: elf für bestimmte Frontabschnitte und vier für Dienstzweige (Kenttäarmeija/Feldarmee, Kotijoukot/Heimatfront, Ilmapuolustus/Luftverteidigung, Rannikkopuolustus/Küstenverteidigung).
Bedeutende Empfänger
Marschall Carl Gustaf Emil Mannerheim, Oberbefehlshaber der finnischen Streitkräfte, erhielt ein Unikat mit einer Sonderspange, die sein persönliches Motto “CANDIDA PRO CAUSA ENSE CANDIDO” (“Mit reinen Waffen für eine reine Sache”) trug. Präsident Kyösti Kallio und Ministerpräsident Ryti erhielten ebenfalls einzigartige Exemplare mit der Spange “ISÄNMAA” (Vaterland).
Nachgeschichte und Sammlerwert
Die Verleihung der Medaille erstreckte sich bis 1992, da anspruchsberechtigte Personen noch Jahrzehnte nach dem Krieg ihren Anspruch geltend machen konnten. Zunächst wurde die Vergabe durch Offizierskommissionen organisiert, die mit den jeweiligen Schlachten vertraut waren. Nach dem Lapplandkrieg (1945) übernahm der Sotainvalidien Veljesliitto (Finnischer Veteranenverband) diese Aufgabe. Antragsteller mussten ihre militärischen Unterlagen vorlegen, und die Anspruchsberechtigung wurde von mindestens zwei Einheitsmitgliedern bestätigt. Die Herstellung erfolgte über die Jahrzehnte durch verschiedene Firmen, darunter Veljekset Sundqvistin, Hopeateos Oy und Oy Kunniamerkkitehdas, wobei die Materialqualität späterer Fertigungslose (1970er–1990er Jahre) merklich nachließ.
Das vorliegende Exemplar mit Schwertern und der Gefechtsspange “Summa” dokumentiert die Teilnahme eines Frontkämpfers an einem der entscheidenden Abschnitte des Winterkrieges. Während die Standardmedaille auf dem finnischen Sammlermarkt heute relativ häufig vorkommt, steigern seltene Gefechtsspangen den Sammlerwert erheblich.