Frackkettchen eines tapferen bayerischen Landwehr Offiziers im 1. Weltkrieg 

6 Auszeichnungen in 16 mm. Eisernes Kreuz 1914 2. Klasse. Bayern Militärverdienstorden 4. Klasse mit Krone und Schwertern, Ehrenkreuz für Frontkämpfer 1914-1918. Bayern Orden vom Heiligen Michael 4. Klasse mit Krone mit Chip im Kreuzarm. Bayern Luitpold Jubiläumsmedaille für die bayerische Armee 1905. Bayern Landwehr Dienstauszeichnung für Offiziere für XX J
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Frackkettchen eines tapferen bayerischen Landwehr Offiziers im 1. Weltkrieg 

Diese Ordensspange eines bayerischen Landwehr-Offiziers aus dem Ersten Weltkrieg repräsentiert eine bemerkenswerte militärische Karriere im Königreich Bayern während einer der turbulentesten Perioden der deutschen Geschichte. Die Zusammenstellung der sechs Auszeichnungen in Miniaturformat (16 mm) erzählt die Geschichte eines Offiziers, der sowohl in Friedens- als auch in Kriegszeiten seinem Vaterland diente.

Das Eiserne Kreuz 2. Klasse von 1914 steht an erster Stelle dieser Ordensspange und markiert die bedeutendste Kriegsauszeichnung. König Wilhelm I. von Preußen stiftete das Eiserne Kreuz während der Befreiungskriege 1813, und Kaiser Wilhelm II. erneuerte es 1914 zu Beginn des Ersten Weltkriegs. Diese Auszeichnung wurde für persönliche Tapferkeit und militärische Verdienste verliehen und war eine der meistverliehenen deutschen Kriegsauszeichnungen, die jedoch nichts von ihrer Bedeutung verlor.

Der Bayerische Militärverdienstorden 4. Klasse mit Krone und Schwertern ist eine besonders bedeutsame Auszeichnung. König Maximilian IV. Joseph gründete diesen Orden 1806, und er blieb bis 1918 die höchste bayerische Tapferkeitsauszeichnung. Die vierte Klasse mit Krone deutet auf einen Offiziersrang hin, während die Schwerter die Verleihung für Kriegsverdienste kennzeichnen. Diese Kombination war während des Ersten Weltkriegs relativ selten und zeugt von außergewöhnlichen Leistungen im Kampf.

Das Ehrenkreuz für Frontkämpfer 1914-1918 wurde erst nach dem Krieg, am 13. Juli 1934, durch Reichspräsident Paul von Hindenburg gestiftet. Es wurde an alle Veteranen des Ersten Weltkriegs verliehen, die aktiv an der Front gedient hatten. Die Aufnahme dieses Ehrenkreuzes in die Ordensspange zeigt, dass der Träger seine Miniaturensammlung auch nach der Monarchie weiter pflegte und die Anerkennung der Weimarer Republik für seinen Frontdienst annahm.

Der Bayerische Orden vom Heiligen Michael 4. Klasse mit Krone ist eine bemerkenswerte zivile Auszeichnung in dieser ansonsten militärischen Sammlung. König Ludwig I. von Bayern stiftete diesen Orden 1693 wieder und reorganisierte ihn 1837 als Auszeichnung für Verdienste in Wissenschaft, Kunst und Literatur. Die Krone bezeichnet wiederum den Offiziersrang. Die Anwesenheit dieser Auszeichnung deutet darauf hin, dass der Träger möglicherweise auch außerhalb des rein militärischen Bereichs tätig war oder besondere kulturelle Verdienste aufwies. Der erwähnte “Chip im Kreuzarm” ist ein authentisches Zeichen des Alters und der tatsächlichen Trageweise dieser Miniatur.

Die Luitpold-Jubiläumsmedaille für die Bayerische Armee von 1905 wurde anlässlich des 80. Geburtstags des Prinzregenten Luitpold am 12. März 1905 gestiftet. Sie wurde an alle aktiven Offiziere, Beamten und Mannschaften der bayerischen Armee verliehen, die zu diesem Zeitpunkt im Dienst standen. Diese Medaille beweist, dass der Offizier bereits vor dem Ersten Weltkrieg in der bayerischen Armee diente und mindestens zehn Jahre militärische Erfahrung hatte, als der Krieg 1914 ausbrach.

Die Bayerische Landwehr-Dienstauszeichnung für Offiziere für 20 Jahre ist die letzte Auszeichnung in dieser beeindruckenden Sammlung. Die bayerische Landwehr wurde 1868 reorganisiert und bildete die zweite Linie der bayerischen Streitkräfte. Offiziere der Landwehr waren meist Reserveoffiziere oder ältere aktive Offiziere. Die Dienstauszeichnung für zwanzig Jahre Dienst zeigt eine außergewöhnliche Hingabe und lang anhaltende Verbindung zur bayerischen Armee. Diese Auszeichnung wurde typischerweise erst nach dem Ersten Weltkrieg an Veteranen verliehen, die ihre Dienstzeit durch den Kriegseinsatz komplettiert hatten.

Die Anordnung dieser Auszeichnungen als Frackkettchen (Miniaturensammlung) war im Kaiserreich und der Weimarer Republik üblich. Bei festlichen Anlässen in Zivilkleidung trugen Offiziere und Würdenträger diese verkleinerten Versionen ihrer Orden und Ehrenzeichen an einer Kette am Frack. Die standardisierte Größe von 16 mm entsprach den offiziellen Vorschriften für Miniaturauszeichnungen.

Die Kombination dieser Auszeichnungen zeichnet das Bild eines erfahrenen bayerischen Landwehr-Offiziers, der bereits vor 1914 lange Friedensdienste geleistet hatte, sich im Ersten Weltkrieg durch Tapferkeit auszeichnete und auch nach dem Zusammenbruch der Monarchie 1918 stolz seine militärische Vergangenheit ehrte. Solche Ordensspangen sind heute wichtige historische Dokumente, die individuelle Militärkarrieren im Kontext der deutschen und bayerischen Geschichte dokumentieren.