III. Reich - NSRL - 1. Brandenburgisches Turn- u. Sportfest am 27.6.1937 - Programmheft

32 seitiges DinA5-Heft mit dem Programmablauf und vielen Informationen und der vollständiges Siegerliste vom 26.6.1937; Zustand 2.
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20,00

III. Reich - NSRL - 1. Brandenburgisches Turn- u. Sportfest am 27.6.1937 - Programmheft

Das vorliegende Programmheft dokumentiert das 1. Brandenburgische Turn- und Sportfest, das am 27. Juni 1937 unter der Schirmherrschaft des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen (NSRL) stattfand. Dieses 32-seitige DIN-A5-Heft enthält den detaillierten Programmablauf sowie die vollständige Siegerliste vom 26. Juni 1937 und bietet einen authentischen Einblick in die Organisation und Durchführung von Sportveranstaltungen während der NS-Zeit.

Der NSRL wurde im Dezember 1938 offiziell gegründet, doch seine Vorläuferorganisation, der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen (DRL), bestand bereits seit 1933/34. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde das gesamte deutsche Sportswesen einer umfassenden Gleichschaltung unterzogen. Bereits im April 1933 begann die systematische Integration aller Turn- und Sportvereine in die NS-Organisationsstruktur. Der Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten leitete diese Umstrukturierung und machte den Sport zu einem wichtigen Instrument nationalsozialistischer Ideologie.

Die Veranstaltung von 1937 fand in einer Phase statt, in der das NS-Regime versuchte, durch Massenveranstaltungen und Sportfeste die körperliche Ertüchtigung der Bevölkerung zu fördern und gleichzeitig seine Macht zu demonstrieren. Brandenburg, als traditionelle preußische Region, spielte eine besondere Rolle in der Organisation solcher Veranstaltungen. Turn- und Sportfeste dienten nicht nur der körperlichen Ausbildung, sondern auch der ideologischen Indoktrination und der Schaffung eines Gemeinschaftsgefühls im Sinne der Volksgemeinschaft.

Solche Programmhefte waren typische Dokumente dieser Ära und enthielten üblicherweise nicht nur den zeitlichen Ablauf der Wettkämpfe, sondern auch ideologische Texte, Grußworte von Partei- und Staatsfunktionären sowie Informationen über die teilnehmenden Vereine und Sportler. Die detaillierte Dokumentation mit vollständiger Siegerliste zeugt von der akribischen Organisation und dem Wert, den das Regime der statistischen Erfassung sportlicher Leistungen beimaß.

Das Jahr 1937 war für das NS-Regime von besonderer Bedeutung. Ein Jahr nach den Olympischen Spielen 1936 in Berlin, die das Regime als Propagandaerfolg nutzte, sollte die sportliche Mobilisierung der Bevölkerung fortgesetzt werden. Regionale Sport- und Turnfeste bildeten die Basis für die Auswahl von Leistungssportlern und dienten der Breitensportförderung. Die Verbindung von traditionellen deutschen Turnbewegungen mit der nationalsozialistischen Ideologie manifestierte sich in solchen Veranstaltungen besonders deutlich.

Die deutsche Turnbewegung, die ihre Wurzeln im frühen 19. Jahrhundert bei Friedrich Ludwig Jahn hatte, wurde vollständig in den Dienst des NS-Staates gestellt. Die ursprünglich liberalen und demokratischen Ideale der Turnbewegung wurden durch nationalsozialistische Vorstellungen von Wehrhaftigkeit, Rassenideologie und Führerprinzip ersetzt. Jüdische Sportler und Funktionäre waren bereits seit 1933 systematisch aus allen Sportvereinen ausgeschlossen worden.

Programmhefte wie dieses sind heute wichtige historische Quellen für die Erforschung des Sports im Nationalsozialismus. Sie dokumentieren nicht nur die sportlichen Aktivitäten selbst, sondern auch die organisatorischen Strukturen, die Propaganda-Mechanismen und die Durchdringung aller Lebensbereiche durch die NS-Ideologie. Die Tatsache, dass ein solches Heft für ein regionales Sportfest erstellt wurde, zeigt die Bedeutung, die selbst lokalen Veranstaltungen beigemessen wurde.

Die Erhaltung solcher Dokumente ist für die historische Forschung von unschätzbarem Wert. Sie ermöglichen Einblicke in den Alltag und die Freizeitgestaltung während der NS-Zeit und zeigen, wie Sport instrumentalisiert wurde, um politische Ziele zu erreichen. Für Sammler und Historiker bieten diese Hefte authentisches Material zur Erforschung der Sportgeschichte und der Alltagskultur des Dritten Reiches.

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