Preußen Eisernes Kreuz 2. Klasse 1914 - Carl Dillenius

Eisenkern, Markierung im Ring "CD 800"
492098
150,00

Preußen Eisernes Kreuz 2. Klasse 1914 - Carl Dillenius

Das Eiserne Kreuz 2. Klasse von 1914 stellt eine der bedeutendsten militärischen Auszeichnungen des Deutschen Kaiserreichs während des Ersten Weltkriegs dar. Dieses spezielle Exemplar wurde von der renommierten Firma Carl Dillenius hergestellt, erkennbar an der charakteristischen Markierung “CD 800” im Ring, wobei die Zahl 800 auf den Silbergehalt der verwendeten Fassung hinweist.

Kaiser Wilhelm II. stiftete das Eiserne Kreuz am 5. August 1914, nur einen Tag nach dem deutschen Kriegseintritt, erneut durch eine Kaiserliche Verordnung. Die Auszeichnung knüpfte damit an die preußische Tradition an, die auf König Friedrich Wilhelm III. zurückging, der das Eiserne Kreuz am 10. März 1813 während der Befreiungskriege gegen Napoleon erstmals gestiftet hatte. Das Eiserne Kreuz wurde in den Jahren 1813, 1870 und 1914 jeweils neu aufgelegt, wobei jede Auflage durch die Jahreszahl auf der Auszeichnung unterscheidbar war.

Die Gestaltung des Eisernen Kreuzes 2. Klasse folgte strengen Vorgaben. Das Kernstück bestand aus einem schwarz lackierten oder brüniertem Eisenkern, der in eine silberne Fassung eingelegt war. Die charakteristische Form zeigt ein Balkenkreuz mit leicht verbreiterten Enden, dessen Arme die gleiche Breite aufweisen. Auf der Vorderseite befand sich in der Mitte die Jahreszahl “1914”, während im unteren Arm drei Eichenblätter mit der Königskrone dargestellt waren. Die Rückseite trug in der Mitte das “W” für Wilhelm II., darüber die Königskrone, und im unteren Arm die initiale Stiftungszahl “1813”, die an die Ursprünge der Auszeichnung erinnerte.

Das Exemplar stammt aus der Werkstatt von Carl Dillenius, einem etablierten Hersteller von Orden und Ehrenzeichen in Lüdenscheid. Die Stadt in Westfalen entwickelte sich im 19. und frühen 20. Jahrhundert zu einem Zentrum der deutschen Orden- und Medaillenproduktion. Die Firma Dillenius gehörte zu den offiziell autorisierten Herstellern, die während des Ersten Weltkriegs Eiserne Kreuze produzierten. Die Kennzeichnung “CD” für Carl Dillenius und “800” für den Silbergehalt (800/1000 Teile Silber) im Ring der Auszeichnung war eine übliche Praxis, die Qualität und Herkunft dokumentierte.

Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde an einem schwarz-weißen Band getragen, das die preußischen Farben symbolisierte. Im alltäglichen Dienst wurde meist nur das Band durch das Knopfloch der Uniform gezogen, während die eigentliche Auszeichnung nur zu besonderen Anlässen angelegt wurde. Die Verleihung erfolgte für Verdienste und Tapferkeit im Angesicht des Feindes, wobei die 2. Klasse die häufiger verliehene Stufe darstellte. Vor dem Erhalt des Eisernen Kreuzes 1. Klasse musste grundsätzlich die 2. Klasse verliehen worden sein.

Während des Ersten Weltkriegs wurden etwa 5,2 Millionen Eiserne Kreuze 2. Klasse verliehen, was die enorme Bedeutung und weite Verbreitung dieser Auszeichnung verdeutlicht. Die Massenproduktion erforderte die Beteiligung zahlreicher Herstellerfirmen, wobei jede ihre eigenen Qualitätsstandards und handwerklichen Traditionen einbrachte. Die Firma Dillenius stand für solide handwerkliche Qualität und war eine von mehreren Dutzend autorisierten Herstellern.

Die historische Bedeutung des Eisernen Kreuzes reicht weit über seine Funktion als militärische Auszeichnung hinaus. Es verkörperte preußische Militärtugenden wie Pflichterfüllung, Tapferkeit und Opferbereitschaft. Das schlichte Design, das auf den Entwurf des Baumeisters Karl Friedrich Schinkel von 1813 zurückging, verzichtete bewusst auf Prunk und betonte stattdessen die Gleichheit aller Ausgezeichneten, unabhängig von Stand und Rang. Sowohl einfache Soldaten als auch hochrangige Offiziere konnten diese Auszeichnung erhalten.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Zusammenbruch des Kaiserreichs im November 1918 blieb das Eiserne Kreuz ein bedeutendes Symbol der deutschen Militärgeschichte. Viele Veteranen trugen ihre Auszeichnungen mit Stolz, während die Symbolik später auch politisch instrumentalisiert wurde. Heute sind original Eiserne Kreuze von 1914 wichtige militärhistorische Sammlerstücke, die nicht nur handwerkliche Qualität dokumentieren, sondern auch als Zeitzeugen einer der prägendsten Epochen der deutschen und europäischen Geschichte dienen.

Die Herstellermarkierung eines spezifischen Produzenten wie Carl Dillenius macht jedes Stück zu einem individualisierbaren historischen Objekt, das Einblicke in die industrielle Organisation der Ordensproduktion während des Krieges ermöglicht und die wirtschaftlichen Aspekte des militärischen Auszeichnungswesens beleuchtet.

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