SA nichttragbare Auszeichnungsplakette der Wettkämpfe der SA-Reiterstandarte 34, 21.7.1935

SA-Reiterstandarte 34, Chemnitz, SA-Gruppe Sachsen. Große Medaille, Feinzink bronziert, Darstellung Vorderseite: SA-Reiter zu Pferde, Rückseite Eichenlaubkranz Reiterstandarte 34 21.7.35" im Eichenlaubkranz". Durchmesser 50 mm. Zustand 2.
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180,00

SA nichttragbare Auszeichnungsplakette der Wettkämpfe der SA-Reiterstandarte 34, 21.7.1935

Die SA-Reiterstandarte 34 aus Chemnitz repräsentierte einen wichtigen Teil der paramilitärischen Organisation der Sturmabteilung (SA) während der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland. Diese bronzierte Feinzink-Plakette mit einem Durchmesser von 50 mm dokumentiert Wettkämpfe, die am 21. Juli 1935 stattfanden und zeigt die zentrale Rolle, die sportliche Wettbewerbe in der Selbstdarstellung und internen Organisation der SA spielten.

Die SA-Reiterstandarten bildeten einen spezialisierten Zweig innerhalb der SA-Struktur. Nach der Machtübernahme 1933 erfuhr die gesamte SA eine erhebliche organisatorische Expansion und Differenzierung. Die Reiterstaffeln waren ursprünglich aus dem Bedürfnis entstanden, mobile Einheiten für Propaganda- und Einschüchterungszwecke zu haben. Im Laufe der Zeit entwickelten sie jedoch auch eine ausgeprägte Sport- und Wettkampfkultur, die zur Aufrechterhaltung der körperlichen Fitness und des Korpsgeistes diente.

Die SA-Gruppe Sachsen, der die Reiterstandarte 34 angehörte, war eine der regionalen Hauptgliederungen der SA. Chemnitz, als bedeutende Industriestadt in Sachsen, beherbergte mehrere SA-Einheiten. Die nummerische Bezeichnung “34” weist auf die systematische Organisation hin, bei der jede Standarte eine eigene Identität und Tradition entwickelte.

Der Zeitpunkt der Wettkämpfe im Juli 1935 ist historisch bedeutsam. Nach der sogenannten “Röhm-Affäre” oder dem “Röhm-Putsch” vom 30. Juni 1934, bei dem die SA-Führung weitgehend ausgeschaltet wurde, befand sich die Organisation in einer Phase der Neuorientierung. Die Macht war deutlich zugunsten der SS verschoben worden, und die SA musste ihre Rolle im nationalsozialistischen Staat neu definieren. Sportliche Wettkämpfe und zivile Aktivitäten gewannen in dieser Phase an Bedeutung gegenüber den früheren paramilitärischen Ambitionen.

Die künstlerische Gestaltung der Plakette ist typisch für die Zeit. Die Vorderseite zeigt einen SA-Reiter zu Pferde, eine Ikonographie, die Dynamik, Kraft und militärische Tradition vermitteln sollte. Die Rückseite mit dem Eichenlaubkranz greift auf klassische Symbolik zurück, die seit der Antike mit Sieg und Ehre assoziiert wird. Die Verwendung von Eichenlaub war im deutschen Militärwesen seit dem 19. Jahrhundert weit verbreitet und wurde vom NS-Regime intensiv für seine Auszeichnungen und Symbole übernommen.

Solche nichttragbaren Auszeichnungsplaketten unterschieden sich grundlegend von tragbaren Orden und Ehrenzeichen. Sie dienten als Erinnerungsstücke und Trophäen für Wettkampfteilnehmer oder als Geschenke für verdiente Mitglieder. Im Gegensatz zu offiziellen staatlichen Auszeichnungen, die strengen Verleihungsbestimmungen unterlagen, konnten SA-Einheiten solche Plaketten relativ autonom für ihre internen Veranstaltungen anfertigen lassen.

Die Herstellung aus Feinzink bronziert war eine kostengünstige Methode, die dennoch eine ansprechende Optik bot. Echte Bronze wäre teurer gewesen, während bronziertes Zink eine praktikable Alternative darstellte, besonders wenn größere Stückzahlen für Wettkampfteilnehmer benötigt wurden. Diese Fertigungstechnik war in den 1930er Jahren für Erinnerungsmedaillen und Plaketten weit verbreitet.

Die SA-Wettkämpfe selbst umfassten typischerweise verschiedene Disziplinen: Geländeritte, Springreiten, Dressur sowie militärische Übungen zu Pferde. Sie dienten nicht nur der körperlichen Ertüchtigung, sondern auch der Kameradschaftspflege und der Demonstration von Disziplin und Können vor der lokalen Bevölkerung. Solche Veranstaltungen waren oft öffentlichkeitswirksam inszeniert und dienten der Propaganda.

Nach 1945 wurden alle SA-Symbole und -Auszeichnungen durch die Alliierten verboten. Die SA wurde als verbrecherische Organisation eingestuft. Heute haben solche Objekte ausschließlich historischen Dokumentationswert und dienen der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der NS-Zeit. Sie sind wichtige materielle Zeugnisse für die Alltagskultur und Organisationsstruktur der paramilitärischen Formationen des Dritten Reiches.