Schutzstaffel (SS) Ehrendolch M 33, mit komplett entfernter Röhm-Widmung .

Sehr gut erhaltene Klinge mit komplett und sauber entfernter Röhmwidmung, kleines Herstellerzeichen von "Eickhorn", Buntmetallbeschläge, das Parierstück mit Stempel "I" für Reichszeugmeisterei in München, beide Griff-Embleme original eingesetzt, dir schwarzer Griff weist Spannungsrisse auf, die Scheide nachlackiert (alt) mit Nickelbeschlägen, die Scheide gehört vermutlich nicht zu dem Dolch, da die Passgenauigkeit zwischen Mundblech und Parierstück nicht zu 100% gewährleistet, sonst ein sehr gut erhaltener SS-Dolch. Zustand 2 

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5.250,00

Schutzstaffel (SS) Ehrendolch M 33, mit komplett entfernter Röhm-Widmung .

Der SS-Ehrendolch M 33 gehört zu den bekanntesten und historisch bedeutsamsten Blankwaffen des nationalsozialistischen Deutschlands. Diese zeremoniellen Dolche wurden ab 1933 an Mitglieder der Schutzstaffel (SS) ausgegeben und dienten als Symbol der Zugehörigkeit zu dieser Organisation sowie als Auszeichnung für besondere Verdienste.

Die Einführung des SS-Ehrendolches erfolgte im Dezember 1933 durch Reichsführer-SS Heinrich Himmler. Das Design stammte von Professor Karl Diebitsch, dem künstlerischen Leiter der SS, und folgte den Vorbildern historischer deutscher Dolche. Die Herstellung wurde streng kontrolliert und nur wenigen autorisierten Firmen gestattet, darunter renommierte Solinger Klingenhersteller wie Eickhorn, Carl Eickhorn, Robert Klaas, SMF Solingen und andere.

Ein besonderes Merkmal der frühen SS-Ehrendolche war die Röhm-Widmung auf der Klinge. Diese Gravur “In herzlicher Kameradschaft Ernst Röhm” ehrte den damaligen Stabschef der SA, Ernst Röhm, der als enger Vertrauter Adolf Hitlers galt. Die Widmung befand sich auf der Rückseite der Klinge und war Teil der ursprünglichen Ausstattung aller frühen SS-Dolche.

Der historische Wendepunkt kam mit der Nacht der langen Messer vom 30. Juni bis 2. Juli 1934, auch als Röhm-Putsch bezeichnet. Bei dieser Säuberungsaktion wurden Ernst Röhm und zahlreiche andere SA-Führer auf Befehl Hitlers ermordet. Dies markierte einen entscheidenden Machtzuwachs für die SS unter Heinrich Himmler gegenüber der SA. Unmittelbar nach diesen Ereignissen erging der Befehl, die Röhm-Widmung von allen existierenden SS-Dolchen zu entfernen.

Die Entfernung der Widmung erfolgte auf verschiedene Weisen. Viele Dolche wurden an die Hersteller zurückgeschickt, wo die Gravur professionell entfernt und die Klinge neu poliert wurde. Andere wurden von den Besitzern selbst bearbeitet, was zu unterschiedlichen Qualitäten der Entfernung führte. Das vorliegende Exemplar zeigt eine “komplett und sauber entfernte” Widmung, was auf eine professionelle Bearbeitung hindeutet.

Die technischen Merkmale des SS-Ehrendolches M 33 waren standardisiert: Die Klinge war etwa 24 cm lang, die Gesamtlänge des Dolches betrug circa 37 cm. Der schwarze Griff bestand aus gebeiztem Hartholz oder Kunststoff und trug das charakteristische SS-Runen-Emblem auf beiden Seiten. Das Parierstück und der Knauf waren aus Buntmetall gefertigt, häufig versilbert oder vernickelt.

Das Herstellerzeichen “Eickhorn” weist auf die Firma Carl Eickhorn Waffenfabrik in Solingen hin, einem der bedeutendsten Hersteller von SS-Dolchen. Der Stempel “I” für die Reichszeugmeisterei in München war Teil des Qualitäts- und Kontrollsystems der SS-Verwaltung. Die Reichszeugmeisterei war für die Beschaffung und Kontrolle von SS-Ausrüstungsgegenständen zuständig.

Die Scheide des SS-Dolches war typischerweise aus Metall gefertigt und mit schwarzem Lack überzogen. Sie wies Nickelbeschläge auf, darunter Mundblech, Mittelband und Ortband mit Tragering. Die im Objekt erwähnte Diskrepanz zwischen Dolch und Scheide war nicht ungewöhnlich, da während des Krieges und in der Nachkriegszeit viele Dolche und Scheiden getrennt und später wieder zusammengefügt wurden.

Die Verteilung der SS-Ehrendolche unterlag strengen Regelungen. Zunächst waren sie nur für SS-Führer vom Rang eines Sturmführers aufwärts vorgesehen. Später wurden die Vergabekriterien erweitert, und auch verdiente Unterführer konnten den Dolch erhalten. Der Dolch durfte nur zur schwarzen SS-Uniform getragen werden und war Bestandteil der Ausgehuniform.

Nach 1945 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden SS-Dolche als Symbole der nationalsozialistischen Herrschaft eingestuft. In Deutschland unterliegen sie heute den Bestimmungen des Strafgesetzbuches § 86a, der die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen regelt. Der Besitz zu Sammlerzwecken ist unter bestimmten Bedingungen erlaubt, die öffentliche zur Schaustellung jedoch verboten.

Aus historischer Perspektive sind SS-Ehrendolche mit entfernter Röhm-Widmung besonders aufschlussreiche Zeitdokumente. Sie dokumentieren nicht nur die Materialkultur der SS, sondern auch die politischen Säuberungen und die Geschichtsumschreibung des NS-Regimes. Die sorgfältige Entfernung der Widmung spiegelt den Versuch wider, eine unbequeme historische Wahrheit auszulöschen und die offizielle Geschichtsdarstellung anzupassen.