Spanien Erinnerungsmedaille an den Bürgerkrieg 1936-39

die Medaille mit Stempelschneider "EGANA", am Band mit Tragespange. 
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150,00

Spanien Erinnerungsmedaille an den Bürgerkrieg 1936-39

Die Erinnerungsmedaille an den Spanischen Bürgerkrieg 1936-1939 (Medalla Conmemorativa de la Campaña) stellt eine der bedeutendsten Auszeichnungen dar, die vom nationalistischen Regime unter General Francisco Franco nach dem Ende des verheerenden Bürgerkriegs gestiftet wurde. Diese Medaille dokumentiert nicht nur die militärische Auseinandersetzung, sondern auch die tiefgreifende politische und gesellschaftliche Spaltung Spaniens im 20. Jahrhundert.

Der Spanische Bürgerkrieg (1936-1939) begann am 17. und 18. Juli 1936 mit einem Militärputsch gegen die demokratisch gewählte Regierung der Zweiten Spanischen Republik. Unter der Führung von General Franco erhoben sich nationalistische Kräfte, darunter Monarchisten, Konservative, Falangisten und große Teile der Armee, gegen die republikanische Regierung. Der Konflikt entwickelte sich zu einem blutigen Bürgerkrieg, der schätzungsweise 500.000 bis 600.000 Menschenleben forderte und als Vorbote des Zweiten Weltkriegs gilt.

Die vorliegende Medaille wurde durch Dekret vom 26. Dezember 1939 offiziell gestiftet, kurz nach dem Sieg der nationalistischen Truppen. Sie sollte allen Angehörigen der nationalistischen Streitkräfte verliehen werden, die während des Krieges gedient hatten. Die Berechtigung erstreckte sich auf Mitglieder der regulären Armee, der Guardia Civil, der Milizen, Freiwillige sowie ausländische Einheiten, die auf Seiten Francos gekämpft hatten, einschließlich der deutschen Legion Condor und italienischer Truppen.

Die Medaille zeigt typischerweise auf der Vorderseite das Wappen des nationalistischen Spaniens mit dem Doppeladler des Heiligen Johannes, umgeben von der Inschrift, die sich auf den Kreuzzug bezieht. Die Rückseite trägt häufig die Daten des Konflikts sowie patriotische Symbole. Das charakteristische Band ist in den Farben Rot und Gelb gehalten, den Nationalfarben Spaniens, oft mit schwarzen Streifen, die die Trauer und das Blutvergießen symbolisieren.

Die Signatur EGAÑA auf dieser Medaille identifiziert den Stempelschneider oder die Herstellerfirma. In der spanischen Ordenskunde sind verschiedene Hersteller dokumentiert, die mit der Produktion dieser Auszeichnungen beauftragt wurden. Die Qualität und Ausführung variierten je nach Produktionszeitpunkt und Hersteller erheblich. Frühe Exemplare aus der unmittelbaren Nachkriegszeit zeigen oft eine höhere handwerkliche Qualität als spätere Massenfertigung.

Die Tragespange (pasador) ist ein wesentliches Element der militärischen Trageweise. Sie ermöglichte das Tragen der Medaille an der Uniform in Form einer kleinen rechteckigen Bandspange, wenn die vollständige Medaille nicht getragen wurde. Dies entsprach der spanischen und internationalen militärischen Tradition und erleichterte das Tragen bei Dienstuniformen.

Der historische Kontext dieser Auszeichnung ist komplex und umstritten. Während sie von den Siegern als Symbol für Patriotismus und Pflichterfüllung betrachtet wurde, repräsentiert sie für viele andere die Unterdrückung, die das Franco-Regime bis zu seinem Tod 1975 ausübte. Die Medaille verkörpert somit die tiefe Spaltung der spanischen Gesellschaft, die bis heute in der historischen Erinnerung nachwirkt.

Nach dem Übergang zur Demokratie in Spanien (Transición) in den späten 1970er Jahren wurde ein gesellschaftlicher Konsens gesucht, der als “Pakt des Vergessens” (Pacto del Olvido) bekannt wurde. Dies führte zu einer jahrzehntelangen Zurückhaltung bei der kritischen Auseinandersetzung mit dem Bürgerkrieg und der Franco-Diktatur. Erst seit dem Gesetz zur Historischen Erinnerung von 2007 und dessen Erweiterungen wird in Spanien eine offenere Debatte über diese Periode geführt.

Aus militärhistorischer Sicht bieten solche Medaillen wertvolle Einblicke in die Auszeichnungspraxis, Herstellungstechniken und die propagandistische Selbstdarstellung autoritärer Regime. Sie sind Zeugnisse einer Epoche, die Europa nachhaltig prägte und wichtige Lehren für Demokratie und Menschenrechte bereithält.

Sammler und Historiker schätzen diese Objekte als materielle Quellen zur Erforschung des Bürgerkriegs. Die Authentizität lässt sich durch verschiedene Merkmale überprüfen, darunter Materialzusammensetzung, Herstellermarken, Bandausführung und Alterungsmerkmale. Die Existenz zahlreicher Reproduktionen macht eine sorgfältige Prüfung unerlässlich.